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Juncker fordert "Aufbaukommissar" für Athen

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Griechenland  

Juncker fordert "Aufbaukommissar" für Athen

29.02.2012, 13:42 Uhr | dpa-AFX, dpa. dapd, dpa, dapd, dpa-AFX

Juncker fordert "Aufbaukommissar" für Athen . Jean-Claude Juncker, Chef der Euro-Gruppe (Quelle: dpa)

Jean-Claude Juncker, Chef der Euro-Gruppe (Quelle: dpa)

Unmittelbar vor dem EU-Gipfel am kommenden Donnerstag hat Jean-Claude Juncker, der Chef der Euro-Gruppe, einen eigenen EU-Kommissar mit Zuständigkeit für Griechenland gefordert. "Ich wäre sehr dafür, dass ein EU-Kommissar mit dem Aufbau der griechischen Wirtschaftsstruktur beauftragt wird", sagte Juncker der Tageszeitung "Die Welt".

Juncker: Kritik an Wirtschaftsstruktur

Das sei nötig, weil die Wirtschaftsstruktur des Landes "der unseren in keiner Weise vergleichbar" sei, sagte der Premierminister von Luxemburg weiter. Die griechische Regierung habe es "bisher nicht vermocht", die wirtschaftliche Infrastruktur des Landes an europäische Standards anzupassen. "Deshalb müssen wir bei der Umsetzung selbst mit anpacken", sagte Juncker der Zeitung.

Kein Sparkommissar

Juncker will seinen Vorschlag nicht als Neuauflage des im Januar von der Bundesregierung ins Spiel gebrachten "Sparkommissars" verstanden wissen, eine Idee, die Deutschland harsche Kritik eingetragen hatte. "Kein Sparkommissar, wie ehedem vorgeschlagen, sondern ein Aufbaukommissar, der alle Kompetenzen der EU-Kommission Griechenland betreffend bündelt", sagte er. "Irgendjemand muss eben Hilfestellung bieten, die griechische Wirtschaftspolitik denken und vorausdenken. Es wird nicht reichen, dass wir uns einmal im Monat als Euro-Finanzminister damit beschäftigen", sagte der Chef der Euro-Gruppe.

Juncker: Reiche in die Pflicht nehmen

Der Politiker forderte die Regierung in Athen außerdem auf, die Wohlhabenden an der Rettung des Landes zu beteiligen. "Ich habe bis heute nicht begriffen, warum es im Fall Griechenlands nicht gelingen will, die reichen Griechen stärker zu belasten, obwohl sie unendlich viel mehr tun könnten als die Leute mit kleinem Einkommen", sagte er der Zeitung.

Die EU-Regierungschefs würden beim Gipfel am Donnerstag den Druck erhöhen: "Wir müssen Athen klarmachen, dass wir darauf bestehen, die Reichen in die Pflicht zu nehmen", sagte Juncker.

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