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Angstkasse der Banken auf neuem Rekordstand


Schuldenkrise  

Angstkasse der Banken auf neuem Rekordstand

05.03.2012, 15:42 Uhr | dapd, t-online.de - sky, dapd

Angstkasse der Banken auf neuem Rekordstand. Dramatik am Finanzplatz Frankfurt (Quelle: dpa)

Blick auf das Frankfurter Finanzviertel (Quelle: dpa)

Die Geldflut der EZB hat bislang ihr Ziel verfehlt – die Banken leihen sich trotz allem weiter kaum Geld. Lieber horten sie es bei der Notenbank. So hat die "Angstkasse" der Europäischen Zentralbank über das Wochenende einen neuen Rekord erreicht. Insgesamt bunkerten die Banken dort 783 Milliarden Euro, wie die EZB mitteilte. Das übertrifft den am Freitag erreichten bisherigen Höchststand um sechs Milliarden Euro.

EZB feuert frisches Kapital in den Markt

Dabei hatten 800 Banken vergangene Woche von der EZB Kredite in Höhe von knapp 530 Milliarden Euro zu extrem günstigen Konditionen erhalten. Notenbankchef Mario Draghi hatte diese Geldspritze jüngst augenzwinkernd als "Dicke Bertha" bezeichnet – so hieß ein gigantisches Geschütz aus dem Ersten Weltkrieg.

Bei der ersten Kreditvergabe dieser Art hatten die Banken im Dezember schon einmal rund 490 Milliarden Euro bekommen. Ziel der Aktion ist es, die Banken zur Kreditvergabe untereinander und in der Realwirtschaft zu zwingen – auch sollen sie europäische Staatsanleihen kaufen.

Banken tragen das billige Geld zurück

Einen Großteil des Geldes ließen sie die Banken nun aber wieder an die Notenbank zurückfließen, um es am Montag zum Handelsstart wieder zu erhalten. Dabei ist die Geldhortung bei der EZB für die Geschäftsbanken sogar ein Verlustgeschäft: Weil sie sich das Geld für ein Prozent jährlich leihen, aber nur ein Viertel dessen an Guthabenzinsen von der Notenbank bekommen, sprechen Experten von einer Art Versicherung gegen Pleiten.

Dafür hat sich der Begriff "Angstkasse" durchgesetzt, denn in normalen Zeiten leihen sich die Banken das Geld gegenseitig und erzielen höhere Zinsen. Derzeit misstrauen sich die Banken aber zu sehr.

Stütze für den Markt

Eigentlich sollen die Banken das Geld als Kredite an die Wirtschaft weitergeben. Dafür gibt es aber derzeit wenig Anzeichen, wie auch EZB-Präsident Mario Draghi Anfang Februar einräumte. Immerhin habe die EZB durch ihre Geldschwemme eine Kreditklemme und den Einbruch der Aktienmärkte verhindern können.

Wenn die EZB am Donnerstag ihre Leitzinsentscheidung bekanntgibt, wird sich Draghi in der anschließenden Pressekonferenz der Frage nach der Wirksamkeit des Geldregens erneut stellen müssen. Inflationsgefahr sieht die EZB deswegen derzeit nicht. Solange die Geldhäuser das Geld nicht weitergeben, sondern es regelmäßig zurückführen, seien auch keine Auswirkungen auf die Preise zu befürchten.

Die EZB blickt auf die Inflation

Durch eine höhere Kreditvergabe würde aber auch die Nachfrage steigen und damit die Inflationsgefahr. Dann müsste die EZB gegensteuern - etwa durch eine Zinserhöhung vom gegenwärtigen Rekordtief von 1,00 Prozent. Auch andere Instrumente stehen ihr zur Verfügung.

Die EZB wache über die Inflation in der gesamten Eurozone, geben Volkswirte zu bedenken. Wo die Arbeitslosigkeit - wie in Spanien - hoch ist, sind die Inflationsgefahren gering. Deutschland mit seinem starken Arbeitsmarkt könnte dagegen von Preissteigerungen stärker betroffen sein, sagen die Experten.

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