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Griechenland-Krise: "Gebt Griechenland mehr Zeit!"


"Gebt Griechenland mehr Zeit!"

30.05.2012, 08:25 Uhr | Spiegel Online, Spiegel Online

Griechenland-Krise: "Gebt Griechenland mehr Zeit!". Ökonomen sehen bei Griechen-Austritt katastrophale Folgen für Europa  (Quelle: Reuters)

Ökonomen sehen bei Griechen-Austritt katastrophale Folgen für Europa (Quelle: Reuters)

Griechenland muss die Euro-Zone verlassen - wirklich? Eine Gruppe von 50 Top-Ökonomen, Ex-Regierungschefs und EU-Parlamentariern appelliert an Politik und Öffentlichkeit, Athen nicht fallen zu lassen. Die Folgen könnten aus ihrer Sicht katastrophal sein.

Griechenland ist nicht mehr zu retten; den Euro-Verbund jedenfalls wird das hochverschuldete Land wohl verlassen müssen, wenn nicht gleich die Europäische Union. Diese Meinung scheint eine breite Mehrheit von Regierungschefs, Ministern und Bevölkerung vor allem im Norden Europas zu vertreten. Eine Gruppe prominenter Europäer will das aber nicht hinnehmen: In einem gemeinsamen Appell rufen sie die europäischen Spitzenpolitiker dazu auf, Griechenland nicht fallen zu lassen.

Auch Hans Eichel hat unterzeichnet

50 Unterzeichner unterstützen den Appell, der am Mittwoch im Internet veröffentlicht wurde. Darunter illustre Namen wie der frühere deutsche Bundesfinanzminister Hans Eichel, der italienische Ex-Ministerpräsident Giuliano Amato oder der deutsche Ökonom Peter Bofinger. Die Zahl jener, schreiben sie, "die glauben, dass die Eurozone einen griechischen Euro-Austritt problemlos überstehen kann", wachse. "Wir hingegen glauben, dass ein griechischer Euro-Austritt eine politische und wirtschaftliche Katastrophe wäre."

Die europäischen Rettungsschirme böten keinen sicheren Schutz. "Ein griechischer Euro-Austritt könnte ein Auseinanderbrechen der gesamten Euro-Zone nach sich ziehen, was wiederum eine tiefe Rezession und eine neue globale Finanzkrise zur Folge hätte." Europas Ansehen würde ein solcher Schritt zudem "unwiderruflich" schädigen.

Strenge Sparpolitik muss wirtschaftlich scheitern

Die meisten der Unterzeichner sind Mitglieder des European Council on Foreign Relations (ECFR), einer Art europäischem Think-Tank. Zu den ECFR-Gründungsmitgliedern gehören George Soros, Joschka Fischer, Brian Eno oder Rem Koolhaas, die allerdings nicht zu den Unterzeichnern zählen. Heute stellen frühere EU-Spitzenpolitiker oder Ökonomen die Mehrheit der ECFR-Mitglieder. Weil der ECFR politisch unabhängig ist, äußern sich die Unterzeichner des Euro-Appells als Privatpersonen.

Die Unterzeichner fordern die aktuellen Spitzenpolitiker dazu auf "Griechenland die Möglichkeit zu geben, innerhalb der Eurozone auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zurückzukehren". Dass eine strenge und kompromisslose Sparpolitik am Ende wirtschaftlich scheitern müsse, sei inzwischen "nicht mehr zu bestreiten". Die Politik müsse einen Kompromiss finden, bei dem Griechenland seine öffentlichen Finanzen in Ordnung bringe, gleichzeitig aber mehr Zeit zugestanden bekomme, seine Kredite an den Internationalen Währungsfonds und die internationalen Partner zurückzuzahlen.

Alle müssen Opfer bringen

Konkrete Handlungsanweisungen liefert der Appell auch: So sollen die Zinsen, die Griechenland an seine EU-Partner zahlt, gesenkt werden. Allerdings nicht ohne diese an klar definierte Reformfortschritte in Griechenland zu koppeln. So, hoffen die Unterzeichner, könnte dem griechischen Volk neue Hoffnung auf Wirtschaftswachstum gegeben werden, die "Eigenverantwortung" für die dringend notwendigen Reformen aber erhalten bleiben.

Die Kritik richtet sich vor allem gegen die Haltung der deutschen Bundesregierung, die mit ihrer kompromisslosen Haltung zum griechischen Sparprogramm in Europa zunehmend isoliert dasteht. Der Appell schließt mit den Worten: "Es ist klar: beide Seiten müssen Opfer bringen - aber ein Europa mit Wohlstand für alle sollte uns das wert sein."

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