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Spanien soll mehr Zeit zum Sparen bekommen


Spanien soll mehr Zeit zum Sparen bekommen

30.05.2012, 17:11 Uhr | dapd, AFP, dpa-AFX

Spanien soll mehr Zeit zum Sparen bekommen. Die Rettung der Bankia kostet Spanien Milliarden  (Quelle: dapd)

Die Rettung der Bankia kostet Spanien Milliarden (Quelle: dapd)

Der angeschlagene Bankensektor bringt Spanien immer stärker in die Bredouille. Die Milliarden für die Rettung der Banken belasten den Haushalt und verunsichern die Finanzmärkte. Entlastung kommt nun von der EU-Kommission: Währungskommissar Olli Rehn schlug vor, Madrid bis 2014 - und damit ein Jahr länger - Zeit zu geben, das Defizit wieder unter Kontrolle zu bringen.

Brüssel verlangt Haushaltsplan von Spanien

Dazu müssten aber bestimmte Bedingungen eingehalten werden. So erwarte Brüssel einen Zwei-Jahres-Haushaltsplan für das nächste und übernächste Jahr. Auch die Ausgaben der Regionen in Spanien müssten eingedämmt werden.

Das von einer Rezession und einer Bankenkrise gebeutelte Land hatte sich gegenüber den EU-Partnern verpflichtet, bis 2013 seine Neuverschuldung unter die Marke von drei Prozent der Wirtschaftsleistung zu bringen. Eine Änderung der Sparziele müsste von den EU-Finanzministern allerdings zuvor gebilligt werden.

Rehn verteidigt Spanien

In der Krise geht Rehn mit Spanien, als der viertgrößten Volkswirtschaft der Eurozone, sehr vorsichtig vor. Nach den verschärften Regeln des Euro-Stabilitätspakts hätte der Finne auch Sanktionen wegen nicht eingehaltener Defizitvorgaben vorschlagen können."Spanien hat bereits entschlossen gehandelt, um Strukturreformen zu verfolgen", sagte Rehn mit Blick auf den Umbau des Arbeitsmarktes und des Pensionssystems.

Anleihen: Zinsen wieder gestiegen

Ob die Finanzmärkte Rehns Einschätzung teilen, bleibt abzuwarten. An den Anleihemärkten waren die Zinsen für Spanien-Bonds heute wieder gestiegen: Mit einer Rate von 6,71 Prozent für zehn Jahre laufende Staatsanleihen hat sich das Land erneut der Sieben-Prozent-Marke genähert, ab der die Refinanzierungskosten für einen Staat als langfristig nicht tragbar gelten. Nach der Spitze am Mittag fiel der Zinssatz allerdings wieder leicht auf 6,55 Prozent.

Die jüngsten Marktschwankungen wurden von Befürchtungen befeuert, die Regierung in Madrid könnte Schwierigkeiten haben, das Rettungspaket von 19 Milliarden Euro für die verstaatlichte Großbank Bankia zu stemmen. Die spanische Regierung dementierte Berichte der "Financial Times", wonach die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Vorschläge für die Sanierung des Kreditinstituts mithilfe von Staatsanleihen abgelehnt habe.

Weniger Bankeinlagen

Druck bekommen Spaniens Banken derzeit auch von ihren Sparern. Dort hatten die Bankkunden zuletzt massiv Geld von ihren Konten abgezogen. Laut einer Statistik der EZB verringerten unter anderem Privatkunden und Unternehmen die Einlagen in dem angeschlagenen Euroland im April um 31,5 Milliarden Euro auf rund 1,625 Billionen Euro. Das war den Angaben zufolge der stärkste Rückgang seit Dezember 2010.

Keine Geldflucht in großem Stil

Nach Einschätzung von Experten der Großbank JPMorgan geben zumindest die April-Daten zu den Bankeinlagen noch keine klaren Hinweise auf eine Flucht der Bankkunden in großem Stil. Demnach könnte auch der Rückgang der Einlagen in Spanien auch andere Ursache haben. Die JPMorgan-Analysten nannten hier als Beispiel unter anderem die Rückzahlung von Krediten oder der Rückgriff auf Sparkonten im Zuge sinkender Löhne.

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