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Euro-Krise: Roubini fordert 1000 Euro für jeden deutschen Haushalt


Roubini: 1000 Euro für jeden deutschen Haushalt

12.06.2012, 12:33 Uhr | t-online.de

Der als Krisenprophet ("Dr. Doom") bekannte New Yorker Wirtschaftsprofessor Nouriel Roubini hat vor einem unkontrollierten Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone gewarnt. Im Interview mit der "Bild"-Zeitung schlug er außerdem vor, die Bundesregierung solle jedem deutschen Haushalt einen 1000-Euro-Gutschein schenken, der aber nur für Reisen in die EU-Krisenländer verwendet werden dürfe. Der "Sparwahnsinn" müsse beendet werden, Europa brauche Wachstum, sagte Roubini.

Falls die Griechen am Sonntag gegen den Euro stimmten, dürften die Finanzhilfen auf keinen Fall eingestellt werden, warnte der Ökonom. Sonst komme es zu einem Sturm auf die Banken in Portugal, Spanien und Italien. Die Eurozone könne komplett zusammenbrechen.

Griechenland braucht weitere Finanzhilfen

Stattdessen müsse der Austritt Griechenlands geregelt werden - oder alternativ das Land 20 Jahre weiterfinanziert werden, bis die Wirtschaft aufgebaut sei. Roubini zog hier eine Parallele zur deutschen Wiedervereinigung. Beides sei aber für den deutschen Steuerzahler billiger, als der Zusammenbruch der Eurozone.

Europa brauche Wachstum und müsse den Sparwahnsinn beenden, sagte Roubini. "Die deutsche Regierung sollte jedem deutschen Haushalt einen 1000-Euro-Reisegutschein schenken. Der darf aber nur für Urlaub in den Krisenländern ausgegeben werden." Damit werde dort die Wirtschaft angekurbelt. Wer in den Südländern eine Ferienimmobilie kaufe, solle einen Steuerbonus bekommen.

Europa soll stärker zusammenwachsen

Zur Lösung der Schuldenkrise schlug Roubini eine Schwächung des Euro im Vergleich zum Dollar vor. "Am besten wäre es, wenn beide Währungen gleich viel wert wären." Das gebe Griechenland, Italien und Spanien die Chance, wettbewerbsfähig zu werden. Außerdem müssten die EU-Staaten in den nächsten fünf bis zehn Jahren zu einer gemeinsamen Finanz- und Steuerpolitik kommen. "Wenn all das umgesetzt ist, könnte Angela Merkel Präsidentin des neuen Europas werden."

In einem Gastkommentar für die "Financial Times Deutschland" (FTD) riet Roubini zudem den Deutschen, weniger Angst vor der "Nichtgefahr Inflation" zu haben. Sie seien so stark auf 1923 (das Jahr der Hyperinflation) fixiert, dass sie 1933 (das Todesjahr der Demokratie) vergäßen. "Sie täten gut daran, sich zu erinnern, wie zwei Jahre vor 1933 eine Bankenkrise in Europa zum Zusammenbruch der Demokratie in Europa beitrug", schrieb Roubini zusammen mit dem Professor für Finanz- und Wirtschaftsgeschichte, Niall Ferguson.

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