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Banken in Spanien brauchen 62 Milliarden Euro


Banken in Spanien brauchen 62 Milliarden Euro

21.06.2012, 19:02 Uhr | dpa-AFX

Banken in Spanien brauchen 62 Milliarden Euro. Spanien kämpft gegen die Schuldenkrise (Quelle: imago images)

Spanien kämpft gegen die Schuldenkrise (Quelle: imago images)

Jetzt ist es amtlich: Die angeschlagenen spanischen Banken brauchen Gutachten zufolge für ihre Sanierung bis zu 62 Milliarden Euro. Dies geht aus zwei Untersuchungen der Beratungsunternehmen Oliver Wyman und Roland Berger hervor. Der Vizegouverneur der spanischen Zentralbank, Fernando Restoy, gab die Ergebnisse in Madrid bekannt. Die Eurogruppe hatte vor knapp zwei Wochen beschlossen, den spanischen Banken Rettungshilfe im Umfang von bis zu 100 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Unterdessen wirft die Europäische Zentralbank (EZB) den spanischen Banken einen Rettungsring zu.

Spanien wird in Kürze Hilfen beantragen

Spaniens Wirtschaftsminister Luis de Guindos hatte in Luxemburg vor Beratungen der Eurogruppe gesagt, Madrid werde den offiziellen Antrag für Hilfen erst in den nächsten Tagen stellen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte den Finanzbedarf der spanischen Banken auf mindestens 40 Milliarden Euro geschätzt. Ökonomen sprachen von bis 60 bis 80 Milliarden Euro.

Madrid muss hohe Zinsen zahlen

Das Euro-Schwergewicht Spanien steht angesichts seiner heftigen Bankenkrise unter dem Druck der Finanzmärkte, weil sich vorsichtige Investoren hohe Zinsen für das eingegangene Risiko zahlen lassen.

Somit muss Madrid hohe Prämien für seine langfristigen Staatsanleihen zahlen. Auch Italien ist krisengebeutelt und steht verschärft im Fokus der Märkte.

Anleihenkäufe im Markt im Gespräch

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte zu Spanien: "Es geht alles seinen geregelten und geordneten Gang." Es gebe zu dem vereinbarten Fahrplan keine Veränderungen - es müssten also erstmal die Zahlen vorliegen, bevor es ein Gesuch gebe, sagte Schäuble am Rande von Beratungen der Euro-Finanzminister in Luxemburg.

In der Debatte um mögliche Anleihenkäufe durch den Rettungsfonds EFSF verwies Schäuble auf vertragliche Regelungen. Der Vertrag für den EFSF erlaube unter bestimmten Bedingungen Aufkäufe auf dem sogenannten Sekundärmarkt - dort werden bereits ausgegebene Anleihen gehandelt. Ein Land müsse einen Antrag stellen, und es müsse ein Anpassungsprogramm geben, sagte Schäuble.

Italien fordert Hilfe ohne Bedingungen

Bisher ist der EFSF als zeitlich befristete Hilfsreinrichtung für klamme Eurostaaten nicht beim Anleihenkauf aktiv geworden. Wegen der hohen Zinsen war der Anleihenkauf durch die Rettungsfonds EFSF oder seinen Nachfolger ESM ins Spiel gebracht worden, um für Entspannung zu sorgen. Beim Kauf von Bonds am Sekundärmarkt steigt der Kurs der Anleihe und die Rendite sinkt.

Der französische Top-Notenbanker Benoît Coeuré sagte der "Financial Times", Eingriffe des EFSF am offenen Markt könnten die "sehr starken Spannungen" für Spanien und Italien lindern. Coeuré ist Rats- und Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB). Italien hat laut einem Pressebericht einen direkten Ankauf von Anleihen durch die EZB gefordert.

EZB erleichtert wohl Kreditaufnahme für Spanien

Unterdessen kommt die EZB Spanien offenbar entgegen: Die Notenbank beabsichtigt einem Pressebericht zufolge, die Anforderungen an Sicherheiten in ihrem Refinanzierungsgeschäft mit den Banken deutlich zu lockern. Dies habe der EZB-Rat beschlossen, schreibt "Die Welt" mit Bezug auf Notenbankkreise.

Die Lockerung betreffe vor allem verbriefte Hypothekenkredite, also durch Hauskredite besicherte Wertpapiere (Mortgage Backed Securities, MBS). Insbesondere spanische Banken profitierten von dem Schritt, da sie viele MBS in ihren Büchern hätten, schreibt das Blatt weiter. Die Bewertung der Papiere durch die Ratingagenturen reiche derzeit nicht aus, um sie bei der Notenbank für frisches Geld zu verpfänden.

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