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Ifo-Präsident: Deutschlands Finanzstabilität gefährdet


Ifo-Präsident: Deutschlands Finanzstabilität gefährdet

02.07.2012, 08:26 Uhr | dapd, t-online.de

Ifo-Präsident: Deutschlands Finanzstabilität gefährdet. Hans-Werner Sinn übt harsche Kritik an den Brüsseler Beschlüssen zur Euro-Rettung (Quelle: Reuters)

Hans-Werner Sinn übt harsche Kritik an den Brüsseler Beschlüssen zur Euro-Rettung (Quelle: Reuters)

Mit scharfen Worten hat der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, die Brüsseler Beschlüsse zur Euro-Rettung kritisiert. Deutschland werde dadurch immer stärker in die Krise hineingezogen, sagte der Ökonom dem "Handelsblatt". Die Bundesrepublik stehe nun für die Rückzahlung der Schulden der südeuropäischen Banken ein. Das Ausland habe ein "Kesseltreiben" auf Deutschland veranstaltet, um das zu erreichen.

Sinn: Weg ist frei "das deutsche Vermögen zu verbrauchen"

Es sei richtig, dass die Finanzmärkte beruhigt wurden, betont Sinn. Dies sei aber nur geschehen, weil ein Weg gefunden worden sei, "das deutsche Vermögen zu verbrauchen". Das gefährde die finanzielle Stabilität Deutschlands.

"Der deutsche Staat wird immer tiefer in die südeuropäische Krise hineingezogen, und die Investoren aus aller Welt, die sich verspekuliert haben, können sich noch in letzter Minute aus dem Strudel befreien“, sagte der Ökonom der Zeitung.

Kritik an Druck auf die Bundeskanzlerin

Auf Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nach Einschätzung des Ökonomen vom Ausland mehr Druck ausgeübt worden, als je zuvor ein deutscher Kanzler nach dem Krieg habe aushalten müssen. "Um an unser Geld zu kommen, hat man Deutschland imperiale Gelüste vorgeworfen und uns den Hass der Völker prophezeit", sagte Sinn. Dem Druck habe Merkel nicht mehr widerstehen können und sei eingeknickt. "Jetzt können die Bürger, an deren Vermögen man will, nur noch auf das Verfassungsgericht hoffen."

Fiskalpakt kein wirksamer Schutz vor Verlusten

Auch der Fiskalpakt bietet Deutschland Sinn zufolge keinen Schutz davor, Geld zu verlieren. "Der Pakt wird nur in Deutschland ernst genommen“, erklärte der Ökonom dem "Handelsblatt". Der Pakt sei "ein Placebo – wie seinerzeit der Stabilitäts- und Wachstumspakt“.

"Deutschland hätte den Mund halten sollen"

Sinn zufolge trägt Deutschland aber auch selbst Schuld an der Misere - etwa durch das Beharren auf strengen Verhaltensmaßregeln für Krisenländer. "Deutschland hätte nicht so viel Geld geben, dafür aber den Mund halten sollen", kritisierte Sinn im Gespräch mit der Zeitung. Berlins Belehrungen hätten zu der Entschlossenheit der anderen Länder beigetragen, "Deutschland endlich niederzuringen".

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