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Allianz warnt: Rückkehr zur D-Mark wäre fatal


Allianz warnt vor Rückkehr zur D-Mark

30.07.2012, 10:35 Uhr | dpa-AFX, AFP, t-online.de

Allianz warnt: Rückkehr zur D-Mark wäre fatal. Zurück zur D-Mark? Keine gute Idee, meinen Experten (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Zurück zur D-Mark? Keine gute Idee, meinen Experten (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Schuldenkrise ohne Ende, auf Deutschland lasten inzwischen Haftungssummen im dreistelligen Milliardenbereich - ist das noch zu schultern? Wäre die Rückkehr zur D-Mark eine Lösung für das Dilemma? Der Versicherer Allianz hat jetzt eindringlich vor einer Wiederbelebung der alten Währung gewarnt: Ein Zusammenbruch der europäischen Währungsunion würde für die Bundesrepublik demnach weitaus schlimmer ausfallen als die Folgen der Lehman-Krise.

Experte erwartet enorme Produktionsverluste

Ein Zerfall der Eurozone kostete nach Ansicht der Experten des Versicherers Deutschland einen erheblichen Teil seines Wohlstands und führte zum Verlust von Arbeitsplätzen. Schon die Rezession im europäischen Ausland wäre eine schwere Belastung, schrieb Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise in einem Gastbeitrag für die Tageszeitung "Die Welt".

Hierzulande würden die Unternehmen ihre Standortentscheidungen überdenken, die Schließung von Produktionsstätten könnte die deutsche Wirtschaft erheblich nach unten ziehen. Alles in allem würde die deutsche Wirtschaft vier bis fünf Jahre nach einem Ende der Währungsunion "Produktionsverluste von bis zu 25 Prozent" erleiden, führte Heise weiter aus.

Größerer Schock als die Lehman-Krise

Es sei "keine Panikmache, wenn behauptet wird, dass ein Auseinanderbrechen der Währungsunion ein weitaus stärkerer Schock als die Lehman-Krise wäre", warnte Heise. Die deutsche Wirtschaft würde allein schon unter einer Aufwertung der D-Mark erheblich leiden.

Export würde einbrechen

Zu rechnen sei mit einem Wertzuwachs von 15 bis 20 Prozent gegenüber allen Handelspartnern. Dadurch würden deutsche Produkte im Ausland teurer, was "binnen eines Jahres einen Exportverlust von bis zu 20 Prozent" mit sich brächte, erläuterte Heise.

Starke D-Mark würde Wirtschaft längerfristig belasten

Gleichzeitig würde Deutschland auch von einer zu erwartenden Konjunktur- und Bankenkrise im europäischen Ausland in Mitleidenschaft gezogen werden. Deshalb wäre laut Heise "auf Sicht von zwei Jahren nach Wiedereinführung der D-Mark mit einem kumulierten Rückgang des Wirtschaftswachstums von etwa 15 Prozent zu rechnen".

Mit diesen kurzfristigen Effekten wäre es aber noch nicht getan. Auch in den Folgejahren würde die starke D-Mark eine erhebliche Belastung für den deutschen Exportsektor und die Wirtschaft insgesamt darstellen.

Eine starke D-Mark hätte nicht nur Nachteile

Allerdings brächte eine Rückkehr zur D-Mark Deutschland auch Vorteile. Importe etwa würden durch eine starke Währung deutlich billiger, so würden etwa die Preise für Benzin, Heizöl und Auslandreisen erheblich sinken. Mit der D-Mark zöge Deutschland den US-Ökonomen Clyde Prestowitz und John Prout zufolge außerdem "Kapitalströme" an, die Investitionen ermöglichten, die Zinslast und die Inflation niedrig hielten.

Blair ruft Deutsche zur Euro-Rettung auf

Derweil hat auch der britische Ex-Premierminister Tony Blair Deutschland aufgerufen, den Euro zu retten. Die Euro-Krise sei anders als frühere Krisen, schrieb Blair in einem Gastbeitrag für die "Bild"-Zeitung. "Sie ist für uns eine neue Erfahrung, am ehesten noch vergleichbar mit der Situation in den 1930er-Jahren. Sämtliche Alternativen sind unschön."

Die beste der Alternativen für Europa, und insbesondere für Deutschland, bestehe darin, den Euro zu retten. Die Gemeinschaftswährung jetzt aufzugeben, "wäre eine Katastrophe, und zwar wirtschaftlich, nicht nur politisch", warnte der Brite.

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