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IWF drängt auf zweiten Schuldenschnitt für Griechenland


IWF will Euro-Länder zu zweitem Schuldenschnitt für Hellas zwingen

07.08.2012, 17:54 Uhr | t-online.de, dapd

IWF drängt auf zweiten Schuldenschnitt für Griechenland. Aus eigener Kraft bekommt Griechenland die enorme Verschuldung wohl nicht in den Griff (Quelle: dapd)

Aus eigener Kraft bekommt Griechenland die enorme Verschuldung wohl nicht in den Griff (Quelle: dapd)

Der Internationale Währungsfonds (IWF) droht einem Zeitungsbericht zufolge mit dem Ausstieg aus der Griechenland-Rettung und drängt die Euro-Partner zu einem Schuldenverzicht. Die EU-Kommission reagierte verärgert auf die Forderungen aus Washington, über die das "Wall Street Journal" (WSJ) unter Berufung auf gut unterrichtete Kreise berichtet hatte. Denn die Pleite der Hellenen und damit das Auseinanderbrechen der Eurozone rückten damit einen Schritt näher.

Berlin hat Schuldenerlass bisher abgeschmettert

Ein Ausstieg des IWF aus der Griechenland-Rettung hätte gravierende Folgen für die Euroländer und auch für Deutschland. Allein am zweiten Rettungspaket für Athen ist der IWF mit 28 Milliarden Euro beteiligt. Schon im März war über einen Schuldenerlass der öffentlichen Geldgeber diskutiert worden, das hatte vor allem Berlin abgeschmettert. Schließlich blieben die deutschen Steuerzahler dann auf mehr als 80 Milliarden Euro sitzen.

Damals war ein zweites Hilfspaket für Athen in Höhe von insgesamt 170 Milliarden Euro geschnürt worden. Private Banken und Fonds erließen den Griechen 107 Milliarden Euro an Schulden. Mit der beispiellosen Unterstützung sollte die Gesamtverschuldung bis zum Jahr 2020 auf erträgliche 120 Prozent der Wirtschaftsleistung abschmelzen.

IWF hängt die Latte für Griechenland noch höher

Weil die Regierung in Athen ihre Reform- und Sparauflagen nicht erfüllt hat, wird gerade um Nachbesserungen gerungen. Doch will der IWF die Latte für die Rettung des Landes trotz des Rückstandes jetzt noch deutlich höher legen, wie das "WSJ" schrieb.

Vertreter des Fonds hätten durchblicken lassen, "dass der IWF jetzt sehen will, dass Griechenland seine Verschuldung auf rund 100 Prozent gedrückt bekommt". Ohne ein wirklich "nachhaltiges" Niveau dürfe der IWF aber keine neuen Milliarden zuschießen. Der einfachste Weg dazu wäre, dass nach den privaten auch die öffentlichen Geldgeber massive Verzichte hinnehmen - der IWF natürlich ausgenommen.

Komplette Entschuldung kostete Deutsche mehr als 100 Mrd. Euro

Das Ziel, in acht Jahren auf 120 Prozent zu kommen, sei schon "sehr ehrgeizig für die Griechen", sagte Kommissionssprecher Olivier Bailly. "Wir halten an dem ursprünglichen Ziel fest", sagte er, denn es sei "glaubwürdig". Aus Kreisen der Troika von IWF, Europäischer Zentralbank (EZB) und EU-Kommission verlautete, in den aktuellen Diskussionen über die Justierung des Programms spiele die Idee "keine Rolle".

Dass die IWF-Wünsche erfüllt werden, gilt wegen der Rettungsmüdigkeit in Berlin und anderen Hauptstädten als fraglich. Denn die Kosten wären enorm. Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft hatte eine komplette Entschuldung Griechenlands vor einigen Monaten auf rund 86 Milliarden Euro allein für Deutschland beziffert. Nach Berechnungen des "WSJ" steht Hellas in Berlin sogar mit 127 Milliarden Euro in der Kreide, bei den Euro-Partnern insgesamt mit 300 Milliarden Euro.

Keine weiteren Zugeständnisse

Die Bundesregierung hat mehrfach klar gemacht, dass Griechenland nicht auf weitere Zugeständnisse rechnen könne. Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) will im Ernstfall gar eine Pleite Athens riskieren. Das habe "längst seinen Schrecken verloren", sagte er jüngst in einem Fernsehinterview. Jeglicher Vorstoß, die griechische Schuldenlast zu verringern, müsste zudem vom Bundestag gebilligt werden. Doch auch für viele Abgeordnete ist das Ende der Fahnenstange längst erreicht.

Experte sieht keine Alternative zum "Haircut"

Allerdings gibt es auch Experten, die keine Alternative zu einem weiteren Schuldenerlass sehen. Guntram Wolff, Vizedirektor des Brüsseler Thinktanks Bruegel, hatte kürzlich vorhergesagt, dass Griechenland die vereinbarten Ziele nicht einhalten könne. Die öffentlichen Gläubiger sollten auf ihre Forderungen verzichten, denn im Fall einer Staatspleite wären diese ohnehin verloren. Eines sei klar: "Unsere Forderungen aus dem jetzigen Hilfsprogramm bekommen wir sowieso nicht zurück."

Unterdessen lässt die wirtschaftliche Lage Italiens wenig Hoffnung auf eine baldige Erholung der Eurozone zu. Im zweiten Quartal schrumpfte die dortige Wirtschaft nach Angaben der italischen Statistikbehörde um 0,7 Prozent - und damit noch stärker als befürchtet.

Nur einen kleinen Lichtblick lieferte die Nachricht, dass der Euro-Rettungsfonds EFSF nach wie vor sehr großes Vertrauen bei den Anlegern genießt. Bei der Ausgabe einer dreimonatigen Anleihe nahmen die Geldgeber bei einer Rendite von minus 0,02 Prozent sogar einen kleinen Verlust in Kauf, schenkten dem Fonds also Geld. Statt 1,43 Milliarden hätte sich der EFSF mehr als das Dreifache leihen können.

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