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Hellas will wohl mehr Zeit für den Sparkurs

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Hellas will wohl mehr Zeit für den Sparkurs

15.08.2012, 16:19 Uhr | dpa-AFX

Hellas will wohl mehr Zeit für den Sparkurs. Griechenland kommt nicht aus der Krise heraus (Quelle: dapd)

Griechenland kommt nicht aus der Krise heraus (Quelle: dapd)

Wer hätte das gedacht: Das von der Pleite pleitebedrohte Griechenland will sich wegen seiner lahmenden Wirtschaft einem Zeitungsbericht zufolge beim Sparen mehr Zeit nehmen. Ministerpräsident Antonis Samaras wolle das mit internationalen Kreditgebern und der Europäischen Zentralbank (EZB) vereinbarte Sparprogramm erst bis 2016 umsetzen, berichtete die "Financial Times" (FT) unter Berufung auf ein ihr vorliegendes internes Dokument. Die bisherigen Vereinbarungen sehen vor, dass die Ausgaben der griechischen Regierung bis 2014 um 11,5 Milliarden Euro reduziert werden. Die Bundesregierung winkte ab.

Berlin bleibt hart

Die griechische Regierung hatte wegen der lahmenden Wirtschaft schon mehrfach einen Aufschub ins Gespräch gebracht. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) pochte jedoch am Mittwoch darauf, dass Griechenland seine Zusagen einhält.

Die bisherigen Vereinbarungen sehen vor, dass die Ausgaben der griechischen Regierung bis 2014 um 11,5 Milliarden Euro reduziert werden. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, Grundlage für Hilfen seien weiter die im "Memorandum of Understanding" getroffenen Vereinbarungen und Leistungen der Athener Regierung. "Und dieses gilt für uns." Dies entspreche auch der europäischen Haltung.

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Neue Finanzlöcher in Athen

Neben der zeitlichen Streckung wollen die Griechen in der Schuldenkrise anscheinend auch über den Umfang diskutieren, heißt es der "FT" zufolge weiter. Zudem könnte die Haushaltslücke demnach um bis zu 20 Milliarden Euro höher ausfallen als bislang bekannt. Die Griechen wollen das neue Loch nach den "FT"-Informationen allerdings ohne ein neues Hilfspaket stopfen.

Mehrere EU-Spitzenpolitiker - darunter auch Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker - hatten in den vergangenen Wochen bereits angedeutet, dass Athen mehr Zeit eingeräumt werden könnte. Allerdings soll es inhaltlich beim Sparprogramm keine substanziellen Zugeständnisse geben. Auch ein Aufschub des Rettungsprogramms ist für die Helfer problematisch, weil dann vermutlich ein drittes Hilfspaket für Athen nötig würde.

Samaras will mit den Geldgebern verhandeln

Samaras hatte sich am Montag in den Kurzurlaub verabschiedet, bevor in der kommenden Woche wieder wichtige Termine anstehen. Am 22. August wird Juncker in Athen erwartet. Zwei Tage später will Samaras nach Berlin und Paris reisen, um mit den zwei stärksten Europartnern zu sprechen. Dort werde er die neuen Pläne Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem französischen Präsidenten François Hollande vorstellen, schreibt die "FT".

Die Kassen in Athen sind leer. Im September kehren die Experten von EU-Kommission, EZB und Internationalem Währungsfonds (IWF) nach Athen zurück, um die Lage zu überprüfen und mit der neuen Regierung über weitere Kredite zu verhandeln. Die Troika entscheidet, ob sie eine Hilfszahlung über 31,5 Milliarden Euro freigibt. Diese werden seit Juni zurückgehalten, weil der vereinbarte Reformkurs nicht vorankommt.

Griechische Wirtschaft stürzt ab

Am Dienstag hatte das hoch verschuldete Land mit einer Geldmarktauktion erneut eine kurzfristige Zwischenfinanzierung sichergestellt und damit einen Zahlungsausfall abgewendet. Griechenland besorgte sich bei Investoren den ungewöhnlich hohen Betrag von knapp 4,1 Milliarden Euro.

Die EU-Statistiker hatten am Dienstag düstere Daten für die Entwicklung in Griechenland im zweiten Quartal präsentiert. Nach Angaben von Eurostat hat die Wirtschaftsleistung innerhalb eines Jahres um 6,2 Prozent abgenommen.

Trotz der dramatischen Wirtschaftslage war es Griechenland in den ersten sieben Monaten des Jahres aber gelungen, sein Haushaltsdefizit - ohne Berücksichtigung der Zinsen, die Athen für seine Schulden aufbringen muss - auf 3,1 Milliarden Euro und damit unter die vorgesehene Zielmarke von 4,5 Milliarden Euro zu drücken.

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