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Jeder Deutsche trägt knapp 25.000 Euro Staatsschulden


Jeder Deutsche trägt knapp 25.000 Euro Staatsschulden

13.09.2012, 13:20 Uhr | dpa, t-online.de, AFP

Jeder Deutsche trägt knapp 25.000 Euro Staatsschulden . Die Deutschen Zahlen massig Steuern, doch die Schulden werden nicht geringer (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Deutschen Zahlen massig Steuern, doch die Schulden werden nicht geringer (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Trotz sprudelnder Steuereinnahmen steigt der Schuldenstand von Bund, Ländern und Gemeinden in Deutschland. Zum Jahresende 2011 stand der Gesamthaushalt mit 2.025,4 Milliarden Euro in der Kreide, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte. Rechnerisch bedeute dies eine Schuldenlast von 24.771 Euro je Einwohner. Und Besserung ist nicht in Sicht: Denn für 2012 und das kommende Jahr 2013 rechnen zwei führende Wirtschaftsforschungsinstitute mit einer "roten Null", berichtet das "Handelsblatt".

Bund macht meiste Schulden

Den größten Anteil an der Gesamtverschuldung hat mit 1,279 Billionen Euro der Bund zu verantworten, dessen Schuldenlast im Vergleich zum Vorjahr jedoch um 0,6 Prozent zurückging. Auf der Ebene von Ländern und Gemeinden verlief die Entwicklung nach Angaben der Statistiker sehr unterschiedlich. Sieben Länder konnten ihren Schuldenstand gegenüber dem Vorjahr reduzieren, am meisten verbesserte sich Sachsen. In neun Ländern stiegen die Schulden gegenüber dem Vorjahr an, unter anderem in Hessen (plus 7,3 Prozent oder 3,8 Milliarden Euro) und Nordrhein-Westfalen (plus 3,9 Prozent oder 8,6 Milliarden Euro).

Insgesamt stiegen die Schulden aller Länder und Gemeinden/Gemeindeverbände und ihrer Extrahaushalte laut Destatis um 3,0 Prozent (plus 21,4 Milliarden Euro) auf 745 Milliarden Euro an. 

Schuldenquote übersteigt Richtlinie

Wie das "Handelsblatt" berichtet, erwarten unterdessen sowohl das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) als auch das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) für 2012 und 2013 eine "rote Null" beim Staatskonto. Es sei aber auch möglich, dass der Fehlbetrag im kommenden Jahr sogar wieder leicht ansteige, so die Prognosen der Institute.

Das IfW rechne damit, dass Deutschland Ende dieses Jahres 2,2 Billionen Euro Schulden aufgetürmt haben wird. Dies würde eine Schuldenquote von 83 Prozent der Wirtschaftsleistung bedeuten, ein "trauriger Rekordwert", sagte der IfW-Finanzexperte Jens Boysen-Hogrefe dem Blatt. Laut Maastricht-Vertrag sind eigentlich nur Schuldenquoten von bis zu 60 Prozent zulässig.

WestLB und Euro-Krise treiben Schulden in die Höhe

Grund für den Anstieg der Staatsschuld seien den Angaben zufolge die Abwicklung der Westdeutschen Landesbank (WestLB) sowie Zahlungen im Kampf gegen die Euro-Krise. So hätten zum Beispiel in Deutschland die von den Steuerzahlern abgesicherten Bad Banks Verbindlichkeiten in Höhe von 330 Milliarden Euro - das seien etwa 15 Prozent der gesamten Schulden, so das IfW weiter.

Dagegen seien die Schulden, die Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bislang zur Rettung klammer Euro-Staaten aufgenommen habe, mit etwa 88 Milliarden Euro vergleichsweise gering ausgefallen. Und jenes Geld, das der neue Rettungsschirm ESM künftig an Krisenstaaten weiterreichen soll, werde in deutschen Tabellen gar nicht auftauchen, so das "Handelsblatt". Denn der ESM gilt, analog zum IWF, als internationale Organisation - und deren Schulden bleiben in den nationalen Statistiken außen vor.

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