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Griechenland plant Verpachtung von Inseln


Schuldenkrise  

Griechenland will 40 seiner Inseln verpachten

13.09.2012, 18:42 Uhr | t-online.de

Griechenland plant Verpachtung von Inseln . Griechenland will ein paar seiner unbewohnten Inseln verpachten. Die Vulkanreste vor Santorin gehören jedoch nicht dazu.  (Quelle: Reuters)

Griechenland will ein paar seiner unbewohnten Inseln verpachten (Quelle: Reuters)

Wie heißt es so schön? Not macht erfinderisch. Das von der massiven Schuldenkrise gebeutelte Griechenland will nun 40 seiner rund 6000 Inseln verpachten. Nach den eher scherzhaft gemeinten Plänen, Hellas-Inseln zur Kapitalbeschaffung zu verkaufen, macht die für die Privatisierung von Staatseigentum zuständige griechische Behörde "Hellenic Republic Asset Development Fund" (HRADF) nun Ernst. Kleine, unbewohnte Flecken Land in der Größenordnung des Central Parks in New York sollen für eine Pachtdauer von 30 bis 50 Jahren an private Kapitalgeber verpachtet werden. Und diese könnten daraus touristische Attraktionen machen.

Die Regierung in Athen sieht in den Privatisierungsplänen eine notwendige Maßnahme, um die Bedingungen für das 240-Milliarden-Euro-Hilfspaket zu erfüllen. Hellas möchte den möglichen Investoren die Inseln schmackhaft machen, indem sie deren touristisches Potenzial hervorheben. Die Inseln sind zwischen einer halben und drei Millionen Quadratmeter groß. Bei der Auswahl der relevanten Inseln war man auch darauf bedacht, bei einer etwaigen Verpachtung keine Gefahr für die nationale Sicherheit entstehen zu lassen, hieß es seitens des HRADF. Insgesamt prüfte die Behörde 562 der geschätzt 6000 griechischen Inseln.

Auch Staatseigentum soll verkauft werden

Athen will allgemein mit weitreichenden Privatisierungen bis zum Jahr 2020 rund 50 Milliarden Euro einnehmen. Dabei stehen neben der Verpachtung der ausgewählten Inseln vor allem der Verkauf staatlicher Unternehmen im Raum. Die Geldgeber aus der EU bemängeln allerdings das Tempo der Verkäufe. Die Fortschritte seien zu langsam, so der Vorwurf. Bis dato hat die griechische Regierung lediglich 1,8 Milliarden Euro durch die Veräußerung von Staatskonzernen eingespielt. Der neue Chef der Privatisierungsbehörde Takis Athanasopoulos bleibt jedoch optimistisch. Er erwartet bis 2015 Einnahmen von etwa 19 Milliarden Euro.

Interessenten auch aus Israel

Interessenten zum Kauf von Staatseigentum soll es bereits geben. So will etwa ein Investor auf einem 1,85 Millionen Quadratmeter großen Grund auf Rhodos einen Golfplatz bauen. Ein anderer möchte den Mehrheitsanteil am Areal des ehemaligen Internationalen Flughafens von Athen erwerben. Gerüchten zufolge soll auch das israelische Militär an einigen Inseln Interesse haben, um dort Übungen durchzuführen.

Auch türkische Investoren zeigen sich offenbar nicht abgeneigt. Innerhalb der griechischen Bevölkerung sind die geplanten Privatisierungsmaßnahmen jedoch sehr umstritten. Ein totaler Ausverkauf wird befürchtet. Griechisch-türkische Streitigkeiten um die unbewohnte Insel Imia führten 1996 sogar beinahe zu einer bewaffneten Auseinandersetzung.

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