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Investmentstrategie 2013: Experten geben keine Entwarnung


Investmentstrategie 2013: Experten geben keine Entwarnung

21.11.2012, 15:22 Uhr | t-online.de - Martin Mrowka

Investmentstrategie 2013: Experten geben keine Entwarnung. Jürgen Stark, Ex-Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB) während seiner Rede auf einer Metzler-Veranstaltung   (Quelle: t-online.de/ Martin Mrowka)

Jürgen Stark, Ex-Chefvolkswirt der EZB (Quelle: t-online.de/ Martin Mrowka)

"Krise und kein Ende" - der Ausblick auf die Investmentstrategie 2013 durch die Privatbank Metzler fällt nicht gerade optimistisch aus. Auf der jährlichen Metzler-Fachtagung in Frankfurt versuchten sich vor allem die beiden Ökonomen Jürgen Stark und Edgar Walk an einer Prognose, wie sich die Staatsschuldenkrise in den kommenden Monaten entwickeln könnte.

"Mit der Lage in Griechenland und den Problemen in Frankreich erleben wir eine neue Dimension der Krise", begann Jürgen Stark seinen Vortrag zur Rolle der EZB in der aktuellen Staatsschuldenkrise. Der Ex-Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank wetterte sodann gegen die aktuelle EZB-Strategie. Griechenland sei wie so oft in den vergangenen 200 Jahren wieder insolvent, werde nur durch eine Brückenfinanzierung durch die Notenbank am Leben gehalten. "Das ist eigentlich ein Verstoß gegen die Regeln, denen die EZB unterliegt."

Finanzielle Repressionen statt Schuldenschnitt

Wenn Griechenland zwei Jahre mehr Zeit zur Begleichung von Schulden eingeräumt werden, so Stark, "muss das jemand bezahlen". Er denkt dabei aber in erster Linie an den Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM, der das übernehmen könne. Abgesehen von einem zeitlichen Aufschub plädiert Stark für finanzielle Repressionen gegen Griechenland, statt eines weiteren Schuldenschnitts.

Griechenland werde sein Sparprogramm nicht umsetzen, da es an den Voraussetzungen mangele, auch administrativ. Ackerbau und Viehzucht böten halt keine ausreichenden Wachstumsmöglichkeiten.

Mögliche Investoren werden abgeschreckt

Die Frage, ob Griechenland nicht besser die Eurozone verlassen solle, beantwortete Stark nur indirekt. Der Zug für einen Ausschluss sei bereits abgefahren. Im Frühjahr 2010 gab es das Signal, "wir halten Griechenland im System". Doch mit der Unsicherheit, ob es zu einer Rückkehr zur Drachme komme oder zum Verbleib im Euro, könne niemand leben - jedenfalls kein Investor.

Griechenland sei ein Fass ohne Boden, sagte Stark, der im Herbst vergangenen Jahres wegen Unstimmigkeiten um den Kurs der Zentralbank das Gremium verließ. Stark sagte, "man hat sich an die Liquiditätspolitik der EZB gewöhnt". Er warnte gleichzeitig, die EZB werde Probleme haben, die Hilfsgelder später wieder zurückzunehmen, um eine Inflation zu verhindern. Er sieht aber "auf absehbare Zeit keine Inflationsgefahr" - vielleicht im Falle einer Konjunkturerholung.

Keine große Inflationsgefahr

Auch Metzler-Chefvolkswirt Edgar Walk glaubt nicht an große Inflationsgefahren. Allerdings entscheide sich das Inflationsszenario erst im zweiten Halbjahr 2013. Viel werde davon abhängen, wie stark der Vertrauensverlust für die EZB ausfallen werde.

An der Konjunkturfront sieht Walk erste positive Signale. Der Container-Umschlagsindex deutet auf eine allmähliche Wende aufwärts im Welthandel, die Geldmenge M1 signalisiere auch für die Eurozone ein Ende der Tristesse. "Die wichtigste Voraussetzung für einen Aufschwung in den Industrienationen ist, dass die Geldpolitik in keiner Liquiditätsfalle steckt", so der Metzler-Ökonom, und zudem das Wachstum im privaten Sektor stimulieren könne.

EU wird 2013 Schulden-Höhepunkt erreichen

Katastrophal bleibe der Trend bei der Staatsverschuldung in der Eurozone und in den USA. Immerhin werde der Voraussage Walks zufolge die EU im kommenden Jahr den Schulden-Höhepunkt erreichen. Griechenland bleibe ein Problem, nur ein drastischer Schuldenschnitt könne dem Pleiteland wohl helfen.

Anders als in früheren Jahren fielen die Empfehlungen an die Investoren deutlich vorsichtiger aus. Ein Rentenportfolio sei sehr unsicher, eine breite Verteilung sei für den Fall eines exogenen Schocks wichtig. Schwerpunkte sollen dabei Staatsanleihen aus Deutschland, der USA und Niederlande sein.

Günstiges Umfeld für Unternehmensgewinne schwindet

Die von Walk im vergangenen Jahr bevorzugten Unternehmensanleihen seien auch in 2013 okay. Bei den von dem Volkswirt ebenfalls favorisierten Europa-Aktien sei ein Seitwärtstrend mit hoher Volatilität zu erwarten. "Die Aktienmärkte bergen ein gutes Potenzial aufgrund großzügiger Liquiditätsversorgung durch die Zentralbanken und globaler Konjunkturerholung", resumierte Walk. Eher ungünstig für Aktien könnte sich im kommenden Jahr erweisen, dass das günstige Umfeld für Unternehmensgewinne zu einem Ende kommt. Die Aktienmärkte in den Schwellenländern werden dann wahrscheinlich die besseren Chancen haben.

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