Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > News > Eigene >

EZB verbreitet in der Schuldenkrise Optimismus


EZB verbreitet in der Schuldenkrise Optimismus

19.03.2013, 13:26 Uhr | dapd, dpa, dpa-AFX

EZB verbreitet in der Schuldenkrise Optimismus. EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen (Quelle: dapd)

Jörg Asmussen (Quelle: dapd)

Trotz der Eskalation der Lage in Zypern verbreitet die Europäische Zentralbank (EZB) weiter Optimismus: Nach Einschätzung des Direktoriumsmitglieds Jörg Asmussen hat die Eurozone mittlerweile zwei Drittel des Wegs zur Überwindung der Schuldenkrise geschafft. Die Notenbank werde dabei auch weiterhin "alles tun, was wir im Rahmen unseres Mandats tun können", um die Eurozone zusammenzuhalten, versicherte Asmussen in Berlin. IWF-Chefin Christine Lagarde sieht dies anders.

Asmussen fordert Reformen

Asmussen fuhr fort, die Rolle der Notenbank im Kampf gegen die Krise dürfe allerdings nicht zu stark beansprucht werden. Ferner sollten die Regierungen bei den Reformbemühungen und bei der Konsolidierung der Staatsfinanzen nicht nachlassen.

Mit Blick auf die Krise im Euroland Zypern forderte der Währungshüter, dass der Bankensektor der Mittelmeerinsel "ordentlich reduziert" werden müsse. Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 18 Milliarden Euro (2011) ist Zypern eine der kleinsten Volkswirtschaften der Eurozone. Fast 90 Prozent dieser Summe wird benötigt, um den aufgeblähten Bankensektor zu stabilisieren.

Zudem müsse Zypern selbst über die Struktur der Steuern entscheiden, sagte Asmussen weiter. Der Beschluss der Euro-Finanzminister vom Wochenende, dass Zypern zur Rettung seines Bankensektors eine Zwangsabgabe auf Bankeinlagen erheben muss, sorgte zuletzt für Verstimmung an den Finanzmärkten.

Die Regierung in Nikosia hat ein verändertes Gesetz für den umstrittenen Rettungsplan vorgelegt. Wer Ersparnisse bis zu 20.000 Euro hat, wird demnach ganz von der Zwangsabgabe befreit.

IWF: Noch kein Vertrauen in Banken

Derweil sieht IWF-Chefin Lagarde trotz der angeschobenen Reformen zur Stärkung des Finanzsystems noch keinen durchgreifenden Erfolg. "Mehr als fünf Jahre nach Beginn der Krise fragen wir uns, ob wir ein stärkeres System gebaut haben: Noch nicht. Wir haben Fortschritte erzielt, aber es bleibt viel zu tun", sagte Lagarde bei der Finanzplatztagung Frankfurt (Frankfurt Finance Summit).

Zwar hätten die politischen Anstrengungen in Europa kurzfristige Stabilitätsrisiken reduziert. Dennoch sei das Vertrauen in die Banken noch nicht überall zurückgekehrt. Das belaste die Kreditvergabe an Unternehmen und Haushalte: "Schwache Banken behindern das Wachstum noch immer." Um das zu ändern, müssten klamme Banken rekapitalisiert oder abgewickelt werden.

EZB-Chef Draghi macht Mut

Vor drei Wochen hatte EZB-Chef Mario Draghi den Krisenländern in der Eurozone bei der Umsetzung von Reformen "bemerkenswerte Fortschritte" konstatiert. So würden Defizite in den Staatshaushalten und Ungleichgewichte in den Leistungsbilanzen abgebaut.

Dank dieser Anstrengungen hätten in vielen Ländern des Währungsraums die Ursachen der Staatsschuldenkrise größtenteils beseitigt werden können. Auch an den Märkten für europäische Staatsanleihen habe sich die Lage zuletzt gebessert. Allerdings gebe es bei der Kreditvergabe nach wie vor ein Problem.

Und Ende Januar hatte Draghi gesagt, die dunkelsten Wolken über dem Euroraum hätten sich verzogen. "Wir können 2013 mit mehr Zuversicht beginnen, gerade weil im vergangenen Jahr viel erreicht wurde", sagte der EZB-Chef beim Neujahrsempfang der IHK Frankfurt.

Der Optimismus gründe sich zum Großteil auf die Fortschritte, die Regierungen, Parlamente, die EU und die EZB im vergangenen Jahr 2012 gemacht hätten: "Sie basiert aber auch ganz entscheidend auf der Erwartung, dass die Fortschritte anhalten werden."

Foto-Serie mit 14 Bildern

Auch warnende Stimmen

Allerdings hatte Ende Januar der Wirtschaftsweise Lars Feld wegen der Wahlen in Italien vor einer Verschlimmerung der Euro-Krise gewarnt. Italien werde deshalb nicht aus der Rezession herausfinden, sagte der Freiburger Finanzwissenschaftler der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

"Investoren werden ihr Kapital aus Italien abziehen", sagte das Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. "Damit ist die Tragfähigkeit der italienischen Staatsfinanzen erneut in Frage gestellt." Die Euro-Krise werde daher in Kürze mit aller Macht zurückkehren.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Entdecken Sie Ihren Denim-Look!
bei TOM TAILOR
Anzeige
Der Sommer zieht ein: shoppe Outdoor-Möbel u.v.m.
jetzt auf otto.de
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal