Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > News > Eigene >

Minister: "Hellas aus dem Schlimmsten heraus"


Griechischer Finanzminister: Berlin soll Krisen-Gewinn teilen

04.05.2013, 13:42 Uhr | dpa, AFP, t-online.de

Minister: "Hellas aus dem Schlimmsten heraus". Der griechische Finanzminister Yannis Stournaras (Quelle: dpa)

Der griechische Finanzminister Yannis Stournaras (Quelle: dpa)

Trendwende in der Euro-Krise oder Pfeifen im Walde? Griechenland hat die schlimmste Krisenphase nach Ansicht von Finanzminister Giannis Stournaras weitgehend überstanden. "Wir sind aus dem Schlimmsten heraus", sagte der Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). In dem Gespräch schob der Minister zudem eine neue Forderung nach: Deutschland habe durch niedrige Zinsen von der Krise profitiert – und solle den Gewinn nun teilen.

Minister sieht Griechenland auf gutem Weg

"Mehr als zwei Drittel der vorgegebenen Haushaltskorrekturen haben wir schon geschafft und zugleich all die Wettbewerbsnachteile durch hohe Lohnstückkosten wieder beseitigt", ergänzte der Politiker mit Blick auf die Verabschiedung des jüngsten Reformpakets im Parlament.

Die wichtigsten Haushaltsdaten im laufenden Jahr würden zudem besser ausfallen als von den internationalen Geldgebern vorgegeben. "Wir haben die Haushaltssanierung auf den richtigen Pfad zurückgebracht." Der für 2014 geforderte Primärüberschuss im Haushalt werde womöglich bereits im laufenden Jahr erzielt.

Athen setzt auf Tourismus

Es gebe außerdem erste Anzeichen einer Wende in der Wirtschaft, sagte Stournaras der Zeitung - wie die Stabilisierung der Industrieproduktion, von der die griechische Zentralbank berichte.

Als möglichen Auslöser für eine Erholung sieht Stournaras den Tourismus: "Wenn sich die Tourismussaison so entwickelt, wie wir sie einschätzen, dann könnten wir in der realen Wirtschaft bald eine Wende schaffen." Die soziale Lage in dem Land sei zwar schwierig, aber "in keiner Weise nahe an einer Explosion", sagte Stournaras der FAZ weiter.

Deutschland soll Gewinn aus niedrigen Zinsen teilen

Zudem fordert der griechische Finanzminister, "dass die Länder, die Vorteile aus der Krise haben, ihren Gewinn mit den anderen Ländern teilen". Das seien Deutschland und andere Staaten mit Top-Bonität, "denn dort sind die Zinsen kräftig gefallen, nicht nur für die Staaten, sondern auch für die Unternehmen".

De facto hat Deutschland in den vergangenen Monaten kaum noch Zinsen für seine neu emittierten Staatsanleihen zahlen müssen. Berlin hat damit anders als Athen die Früchte einer soliden Haushaltspolitik geerntet – kaum ein Investor geht davon aus, dass Berlin jemals seine Schuldtitel nicht zurückzahlen wird.

Somit flohen die Anleger in sichere Häfen: Die Notierungen deutscher Staatsanleihen sind beständig gestiegen – gerade hat der Bund-Future als Kursbarometer für deutsche Anleihen ein Allzeithoch bei 147,20 Euro markiert. Die Kurse griechischer Anleihen sind dagegen eingebrochen, umgekehrt stieg die Rendite, weil Griechenland verunsicherten Investoren mehr Geld für das Risiko bei der Leihe zahlen muss.

Seit 2010 stellen die internationalen Geldgeber aus EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) dem hoch verschuldeten Griechenland Kredite im Gesamtumfang von 240 Milliarden Euro zur Verfügung. Im Gegenzug verlangen die Kreditgeber massive Einsparungen.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenhappy-size.deLIDLBabistadouglas.deBAUR;

shopping-portal