Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > News > Eigene >

Ökonom Sinn fordert Euro-Austritt Griechenlands


"Wir könnten Griechen-Austritt alleine zahlen"

06.05.2013, 10:42 Uhr | t-online.de, AFP

Ökonom Sinn fordert Euro-Austritt Griechenlands. Ifo-Chef Hans-Werner Sinn (Quelle: imago images)

Ifo-Chef Hans-Werner Sinn (Quelle: imago images)

Neue Wortmeldung von Hans-Werner Sinn in der Schuldenkrise: Der Chef des Ifo-Instituts bekräftigte seine Forderung nach einem Austritt Griechenlands aus der Währungsgemeinschaft. Zudem hält er einen Euro-Austritt Deutschlands keinesfalls für schädlich. "Natürlich kann Deutschland auch ohne den Euro existieren. Die Horrorszenarien, die für einen Austritt gemalt werden, sind allesamt übertrieben", sagte der Ökonom der Tageszeitung "Die Welt". Dennoch riet er gegen einen Exit.

Erneute Forderung nach Rauswurf Athens

In der "Welt" bekräftigte der Experte erneut, dass die Eurozone ohne Griechenland viel besser klar kommen würde - aber auch das Schuldenland von einem Austritt profitieren könnte: "Wenn ein Land mit dem Euro nicht zurechtkommt, weil es nicht mehr wettbewerbsfähig ist, sollte es besser selbst austreten."

Laut Sinn ist ein Strategiewechsel Berlins notwendig: "Deutschland sollte aufhören, solche Länder künstlich mit immer mehr öffentlichen Krediten, die nie zurückgezahlt werden, im Euro zu halten."

Sinn will Marshall-Plan für Athen

Stattdessen plädiert er für ein Szenario, das dem Wiederaufbau Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg ähnelt. "Ich bin für einen Marshall-Plan für Griechenland nach dem Austritt, den wir gegebenenfalls auch im Alleingang stemmen."

Das sei "besser und billiger, als alles Geld durch kollektive Rettungsinstitutionen wie die EZB verteilen zu lassen, bei denen wir kaum etwas zu sagen haben, am meisten zahlen und dann dennoch den Schwarzen Peter bekommen", sagte Sinn.

Auch für die betroffenen Länder wäre das viel besser. "Griechenland wäre inzwischen schon lange über den Berg, wäre es im Frühjahr 2010 in Konkurs gegangen und ausgetreten. Es wäre von seiner Schuldenlast weitgehend befreit worden und hätte mit einer abgewerteten Drachme seine Wettbewerbsfähigkeit wieder erreicht."

Wörtlich erläuterte Sinn: "Es war ein Riesenfehler, den Maastrichter Vertrag zu brechen und Griechenland mit öffentlichen Krediten von mittlerweile 160 Prozent des BIP, die nie bedient werden, im Euro zu halten. Das hat unseren und den französischen Banken geholfen, auch so manchen Reichen in Griechenland, doch für die Bevölkerung hat es nur Arbeitslosigkeit und Siechtum bedeutet."

Sinn: Steigende Kaufkraft durch Euro-Ende

Zum Thema Deutschland sagte Sinn, die Aussage stimme nicht, dass bei einem Austritt der Bundesrepublik die Exportindustrie kaputt ginge. Sinn wörtlich: "Ein bisschen Aufwertung täte Deutschland gut, weil der Vorteil der Verbilligung der Importe den Nachteil eines schlechteren Exportgeschäfts mehr als aufwiegen würde."

Dazu ein Hintergrund dieser Aussagen von t-online.de: Befürworter der deutschen Euro-Mitgliedschaft führen immer wieder die Vorteile eines schwachen Euro für die Exportwirtschaft ins Feld - und befürchten massive Verluste im Außenhandel bei einer Rückkehr zur starken D-Mark. Kritiker der Eurozone weisen dagegen auf die schon vor dem Euro bestehende Exportstärke der Bundesrepublik hin und auf die höhere Kaufkraft der D-Mark - Reisen, Energie oder Lebensmittel aus Südeuropa wären bei einer Rückkehr wohl wesentlich günstiger.

Politische Gründe gegen Euro-Austritt

Weiter sagte Sinn der "Welt": "Stärkere Aufwertungen könnte die Bundesbank jederzeit verhindern, indem sie ausländische Wertpapiere gegen eigene Währung erwirbt, ähnlich wie die Schweizer Notenbank es tat. Diese Wertpapiere träten dann an die Stelle ihrer ziemlich wertlosen Target-Forderungen im heutigen System. So gesehen gäbe es technisch gesehen allerlei Vorteile."

Dann jedoch schränkte Sinn ein: "Allerdings sollte Deutschland den Euro aus politischen Gründen nicht verlassen, weil der Euro ein zentrales europäisches Integrationsprojekt ist, und auch, um nicht die Auslandsforderungen unserer Banken und Versicherungen, nicht zuletzt die alten Target-Forderungen der Bundesbank zu entwerten."

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Entdecken Sie Ihren Denim-Look!
bei TOM TAILOR
Anzeige
Der Sommer zieht ein: shoppe Outdoor-Möbel u.v.m.
jetzt auf otto.de
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal