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"Welt": EZB prüft Ankauf von Unternehmenskrediten

"Welt": EZB prüft Ankauf von Unternehmenskrediten

08.05.2013, 13:13 Uhr | dpa-AFX

Die Europäische Zentralbank (EZB) will im Kampf gegen die Euro-Krise angeblich bald auch Firmenkredite kaufen. Das berichtet die Tageszeitung "Die Welt" unter Berufung auf Notenbankkreise. Eine Mehrheit im Rat der Notenbanker habe sich für diesen Schritt ausgesprochen, um die Banken in den Krisenländern zu entlasten und die Finanzierungsprobleme von kleinen und mittleren Firmen zu lindern. Entsprechende Vorschläge von Ökonomen kursieren schon länger, die hohen Zinsen für Unternehmenskredite in den Euro-Krisenländern gelten als eine der größten Baustellen der EZB.

EZB-Chef Mario Draghi hatte am vergangenen Donnerstag nach der Zinssenkung auf das historische Rekordtief von 0,5 Prozent erklärt, die EZB werde sich mit anderen europäischen Institutionen beraten, um das Problem hoher Zinsen für Bankkredite an mittelständische Unternehmen in Krisenländern in Angriff zu nehmen.

Kauft die EZB ABS-Papiere?

Ziel sei es, die Funktionsfähigkeit des Marktes für forderungsbesicherte Wertpapiere (Asset Backed Securities, ABS) zu verbessern. Speziell nannte Draghi Wertpapiere, die mit Kreditforderungen an Unternehmen unterlegt sind. Ein konkretes Instrument gegen die Kreditklemme wurde jedoch nicht beschlossen.

Laut "Welt" könnte die EZB aber schon rasch drastischere Maßnahmen umsetzen: Denn anders als bisher bekannt, gehe es der Notenbank nicht nur darum, die Rahmenbedingungen für solche Kreditverbriefungen zu verbessern. Im Gouverneursrat werde darüber diskutiert, ob die Zentralbank nicht selbst solche ABS-Papiere aufkaufen könnte.

Widerstand aus Deutschland

Es gebe jedoch auch erbitterte Gegner der Maßnahme. Neben der Bundesbank sollen dazu der Luxemburger Yves Mersch und auch der deutsche EZB-Direktor Jörg Asmussen zählen. "Unter dem Strich scheint die Mehrheit jedoch für den Kauf von ABS-Papieren zu sein", heiße es in Notenbankkreisen.

Ein EZB-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern und verwies auf Draghis öffentliche Äußerungen, wonach die Diskussion noch lange nicht abgeschlossen sei. Experten wie der Ökonom Gilles Moec von der Deutschen Bank hatten den direkten Ankauf von Unternehmenskrediten durch die Notenbank schon länger als möglichen Ausweg aus der Finanzierungsmisere vieler Kleinfirmen in der Euro-Peripherie aufgezeigt.

Kredite mit Zweckbindung als letzte Option

Da die bisherige Liquiditätsflut dort ihre Wirkung verfehlt, ist es für die EZB schwierig, ein geeignetes Instrument für dieses Problem zu finden. Neben einer weiteren Aufweichung des Sicherheitenrahmens gilt auch die vergünstigte Vergabe von Zentralbankgeld mit Zweckbindung als Option. Diese Praxis verfolgt seit einiger Zeit die Bank of England - bislang allerdings mit überschaubarem Erfolg.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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