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Griechenland stellt Rundfunk wegen "unglaublicher Verschwendung" ein


Griechenland stellt staatlichen Rundfunk ein

12.06.2013, 11:20 Uhr | AP, rtr, dpa-AFX

Griechenland stellt Rundfunk wegen "unglaublicher Verschwendung" ein. Schon in der Nacht zum Mittwoch stellt der griechische Staatsrundfunk den Betrieb ein (Quelle: Reuters)

Schon in der Nacht zum Mittwoch stellt der griechische Staatsrundfunk den Betrieb ein (Quelle: Reuters)

Die griechische Medienlandschaft steht unter Schock: Grund ist der überraschende Beschluss der Regierung in Athen, den staatlichen Hörfunk sowie das Fernsehen ab Mitternacht zu schließen. Regierungssprecher Simos Kedikoglou bezeichnete den Sender ERT als "Hafen der Verschwendung". Zu einem späteren Zeitpunkt sollten Griechenlands Staatsender ihren Betrieb wieder aufnehmen, aber mit weniger Beschäftigten und einer schlankeren Struktur.

Rundfunk: 2900 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs

"Es wird eine neue TV- und Radio-Institution geben", sagte Kedikoglou im Fernsehen. Insgesamt sollten rund 2900 Techniker, Angestellte und Journalisten ihre Arbeit verlieren, berichteten griechische Medien. Sie sollen eine Abfindung erhalten.

Unglaubliche Verschwendung beim Rundfunk

Geschlossen werden drei staatliche landesweit ausgestrahlte Fernsehprogramme, sieben landesweit ausgestrahlte Radioprogramme sowie regionale Sender. Damit geht eine 75-jährige Ära in der griechischen Medienlandschaft zu Ende. "Es kann keine heiligen Kühe geben, die nicht geschlachtet werden können, wenn überall gespart wird", begründete der Sprecher den Beschluss.

Das staatliche Radio - und Fernsehen sei ein klassisches Beispiel "unglaublicher Verschwendung" mit Kosten von 300 Millionen Euro im Jahr und siebenmal mehr Personal als vergleichbare Anstalten. "Das alles endet heute Abend", sagte Kedikoglou.

Neuer Sender mit 1000 Mitarbeitern geplant

Der Plan der Regierung sehe vor, in den nächsten Monaten ein neues Konzept für einen kleineren staatlichen TV- und Hörfunk-Sender mit rund 1000 Mitarbeitern auszuarbeiten. Vorbild sollen die modernsten Anstalten Europas sein. Das entsprechende Gesetz soll schnell verabschiedet werden. Beobachter befürchteten jedoch, dass das Gesetz im Parlament zu Turbulenzen führen könnte.

Angestellte des Senders schockiert

Die Gewerkschaft der Staatsbediensteten (ADEDY) rief derweil zum Widerstand gegen den Regierungsbeschluss auf. Angestellte des staatlichen Fernsehens sagten, sie seien "schockiert" und wollten das Zentralgebäude in der Athener Vorstadt Agia Paraskevi besetzen. Der Verband der griechischen Journalisten kündigte eine Arbeitsniederlegung an. Das Fernsehen zeigte, wie sich aufgebrachte Angestellte versammelten.

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