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ESM-Chef Klaus Regling: Griechenland braucht drittes Hilfspaket


Kein Neustart aus eigener Kraft  

ESM-Chef: Griechenland braucht drittes Hilfspaket

04.10.2013, 12:44 Uhr | dpa-AFX, rtr, t-online.de

ESM-Chef Klaus Regling: Griechenland braucht drittes Hilfspaket. Für einen Neustart am Markt wird Griechenland wohl doch weitere Finanzhilfen brauchen (Quelle: picture alliance/dpa)

Für einen Neustart am Markt wird Griechenland wohl doch weitere Finanzhilfen brauchen (Quelle: picture alliance/dpa)

Doch neue Finanzspritze notwendig: Griechenland wird nach Einschätzung des Chefs des Euro-Rettungsfonds ESM, Klaus Regling, im nächsten Jahr vermutlich ein drittes Hilfspaket brauchen. Es sei absehbar, dass Hellas 2014 noch nicht eigenständig am Markt mit neuen Anleihen Geld aufnehmen könne, sagte Regling im Gespräch mit dem "Handelsblatt". Auch vom US-Ratingriesen Standard & Poor's kam kein Lichtblick für den Schuldenstaat: Er bestätigte Hellas Bonität auf Ramschniveau.

"Insofern wird Griechenland wahrscheinlich ein weiteres Hilfspaket benötigen", erklärte der ESM-Chef. Die Entscheidung liege bei den Euro-Finanzministern. Dagegen hält er es für "noch nicht ausgemacht", dass auch das Euro-Krisenland Portugal weitere Hilfen seiner Partner braucht.

Hellas will kein neues Hilfspaket

Erst kürzlich hatte Vize-Regierungschef Evangelos Venizelos erklärt, das Land benötige kein drittes Hilfspaket der Euro-Partner. Stattdessen plädierte er für eine Streckung der Kredite. Seiner Ansicht nach würden die Griechen keine weiteren Sparauflagen verkraften.

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Hellas strebt stattdessen eine niedrigere Verzinsung und längere Laufzeit der bestehenden Schulden an. Dadurch würden die Geberländer jedoch ebenfalls Verluste verbuchen, denn eine solche Umschuldung geht normalerweise mit zusätzlichen Lasten für die Kreditgeber einher.

Bonität weiter auf Ramschniveau

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) stufte indes die Kreditwürdigkeit des Schuldenstaats weiterhin tief im sogenannten Ramschniveau ein. Die Bonitätsnote werde mit "B-" bestätigt, teilte S&P mit. Die Note liegt damit weiter sechs Stufen unter dem sogenannten "Investment-Grade"-Niveau, das sichere Anlageformen beschreibt.

Der Ausblick für das Rating sei stabil, schreibt S&P. Es sind also bis auf Weiteres keine Auf- oder Herabstufungen zu erwarten. Ein großer Belastungsfaktor für das Rating bleibe der enorme Schuldenstand des Staates und die hohe Auslandsverschuldung der griechischen Wirtschaft.

Höchster Schuldenstand in Eurozone

In den Jahren 2013 bis 2015 dürften die Staatsschulden laut S&P bei rund 170 Prozent des Bruttoinlandsprodukt liegen. Dies ist das höchste Niveau in der Eurozone. Der Ratingriese verweist zudem auf die unsicheren Wachstumsaussichten. Die griechische Wirtschaft dürfte demnach im laufenden Jahr um vier Prozent und im kommenden Jahr um ein Prozent schrumpfen. Erst im Jahr 2015 werde das Land wieder um ein Prozent wachsen.

Keine Bankenprobleme erwartet

Relativ zuversichtlich äußerte sich Klaus Regling derweil, was die Stabilität der Banken angeht. "Ich habe keine Anhaltspunkte dafür, dass wir in der nächsten Zeit größere Bankenprobleme in Europa erleben werden", sagte er. Insgesamt sei das Vertrauen an den Märkten in die Krisenstaaten und in den Euro gestiegen.

Dass die Renditen von Staatsanleihen gerade von Problemstaaten gesunken seien, habe nicht nur mit der Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB) zu tun, gegebenenfalls unbegrenzt Anleihen dieser Länder aufzukaufen. Vielmehr hätten diese Staaten auch selbst große Fortschritte gemacht.

Fokus auf Regierungsbildung in Deutschland

Regling hofft nach eigenen Angaben darauf, dass in Deutschland im Interesse der politischen Stabilität in Europa rasch eine neue Regierung zustande kommt. "Natürlich wäre es für Europa und die Märkte gut, wenn in Deutschland bald die neue Regierung gebildet wird", sagte er. In Italien lasse die gewonnene Vertrauensabstimmung von Ministerpräsident Enrico Letta hoffen, dass das Land stabil und auf Reformkurs bleibt.

Was das Vertrauen an den Märkten in den ESM angeht, so erlebe er keine Verunsicherung, versicherte Regling. "Im Gegenteil", fügte er hinzu. Die Anleger ständen dem ESM generell sehr positiv gegenüber. In diesem Jahr werde der ESM Anleihen über neun Milliarden Euro, im nächsten Jahr für 17 Milliarden Euro auflegen.

Geld für Spanien und Zypern durch erste ESM-Anleihe

Die erste ESM-Anleihe in der kommenden Woche werde mehrere Milliarden Euro umfassen und über mehr als drei Jahre laufen. Damit sollen Hilfen für spanische Banken und Kredite für Zypern refinanziert werden. Indizien für weitere Programme an Euro-Länder habe er keine.

Aktuell gibt es Regling zufolge keine Probleme, Anleger für Bonds des zweiten, des vorläufigen Schutzschirms EFSF zu finden. Und auch für den ESM sollte es gut laufen. Angesichts der robusten ESM-Kapitalstruktur geht Regling davon aus, dass die ESM-Zinsen etwas unter den EFSF-Zinsen liegen werden.

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