Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > News > Eigene >

Droht Ausverkauf? Pleiteangst erfasst US-Geldmarkt


Droht Ausverkauf?  

Pleiteangst erfasst US-Geldmarkt

10.10.2013, 14:53 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Droht Ausverkauf? Pleiteangst erfasst US-Geldmarkt. Die Furcht vor einer möglichen Zahlungsunfähigkeit der größten Volkswirtschaft der Welt steigt auch an der New Yorker Börse (Quelle: Reuters)

Die Furcht vor einer möglichen Zahlungsunfähigkeit der größten Volkswirtschaft der Welt steigt auch an der New Yorker Börse (Quelle: Reuters)

Keine Lösung im US-Haushaltsstreit in Sicht - das verunsichert zunehmend auch die Finanzmärkte. Derzeit steht vor allem das Geschäft mit sehr kurz laufenden US-Staatstiteln - sogenannten Geldmarktpapieren - im Fokus. Trotz zarter Hoffnung zumindest auf eine Zwischenlösung steigt die Nervosität. Analysten haben bereits vor einem Ausverkauf gewarnt, an den Börsen steigt die Angst vor Ausfällen.

US-Staatsanleihen unter Druck

Die Folge des Zoffs um den US-Etat: Ein Großinvestor hat sich einem Bericht zufolge bereits von allen Geldmarkttiteln getrennt. In Hongkong erhöhte der Börsenbetreiber die Sicherheitsabschläge für amerikanische Staatsanleihen. Seit Tagen schon stehen US-Staatsanleihen an den Finanzmärkten unter Druck.

Besonders kritisch sehen Investoren ultrakurzlaufende Papiere, deren Fälligkeit im kritischen Zeitfenster eines möglichen Zahlungsausfalls liegt. Die Renditen für Geldmarkttitel, die am 24. Oktober auslaufen, stiegen von null Prozent am 17. September auf zuletzt 0,41 Prozent - eine für diesen Markt sehr heftige Bewegung.

Übergangslösung wahrscheinlich

Im Haushaltsstreit läuft den USA die Zeit davon: Wenn sich Demokraten und Republikaner nicht zügig auf eine Anhebung der Schuldengrenze einigen, droht der Supermacht schon bald das Geld auszugehen. Zumindest die Chancen auf eine kurzfristige Anhebung der Schuldengrenze sind zuletzt gestiegen. Präsident Barack Obama will am heutigen Donnerstag den Schulterschluss mit den Republikanern suchen.

Eine Einigung auf eine Übergangslösung wäre aber nach Einschätzung von Deutsche-Bank-Experte Jim Reid kein großer Wurf. "Dadurch würden die Märkte für weitere Wochen in den Schwebezustand versetzt." Die Verunsicherung könnte also anhalten, selbst wenn doch noch ein Kompromiss in letzter Minute gelingt.

US-Pleite hätte katastrophale Folgen

"Die nächsten Tage werden zeigen, ob die Märkte ruhig bleiben", sagte Analyst Rainer Guntermann von der Commerzbank. Alle Welt scheine sich darüber einig zu sein, dass es katastrophale Folgen hätte, wenn der US-Kongress die Schuldenobergrenze nicht rechtzeitig anheben werde.

Deshalb dürften alle Kräfte eingesetzt werden, um ein solches Ereignis zu verhindern. "Der Sprung bei den US-Geldmarktrenditen in der letzten Nacht zeigt jedoch die Risiken eines Ausverkaufs", warnte Guntermann.

Anzeige
Aktuelle Stellenangebote
Stellenangebote

Wählen Sie die gewünschte Branche aus:


Abverkauf von US-Staatsanleihen läuft

Der Fondsriese Fidelity Investments hat laut einem Medienbericht schon vorsorglich alle kurzlaufenden US-Staatspapiere aus dem Portfolio geschmissen. Die Anlagestrategen des größten US-Anbieters von Geldmarktfonds hätten bereits vor einigen Wochen mit dem Abverkauf der Titel begonnen, sagte Nancy Prior, die diesen Geschäftsbereich bei Fidelity leitet, der Nachrichtenagentur AP in New York.

Die festgefahrene Debatte um den Haushalt und die Schulden der USA hat auch die Ratingagentur DBRS auf den Plan gerufen. Die Top-Bonität Amerikas stehe ab sofort unter Beobachtung, teilte die kleine kanadische Agentur mit. Ausschlaggebend für den Schritt sei die Mitte Oktober drohende Zahlungsunfähigkeit der USA.

Zahlungsausfälle befürchtet

Die Börse in Hongkong hat ebenfalls auf die zugespitzte Situation in den Staaten reagiert. Und zwar mit einer Anhebung der Abschläge auf den Wert von US-Geldmarktpapieren, die als Sicherheit bei Finanzgeschäften eingesetzt werden. Auch sie begründet diesen Schritt mit Ausfallsorgen.

Wenn die Sicherheit kurzlaufender US-Schuldtitel bei Geldgeschäften zwischen großen Finanzinstituten in Zweifel gerät, könnte dies schwerwiegende Folge für die Refinanzierung am Interbankenmarkt haben. Die US-Papiere werden häufig als Pfand für kurzfristige Kredite verwendet. Laut einem Bericht der "Financial Times" sollen bereits einige große Handelshäuser einen Bogen um US-Titel machen.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Haushaltsgeräte von Samsung kaufen & Prämie sichern
jetzt auf otto.de
Anzeige
Dein Wunschmix: Daten, MIN/SMS wie du es brauchst
Prepaid wie ich will von congstar
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal