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Ex-Bundesbankpräsident Axel Weber warnt vor Euro-Geldschwemme


Kritik an Niedrigzinsen  

Ex-Bundesbankpräsident warnt vor Euro-Geldschwemme

22.11.2013, 14:16 Uhr | dpa , t-online.de , dpa-AFX

Ex-Bundesbankpräsident Axel Weber warnt vor Euro-Geldschwemme. Axel Weber glaubt  nicht an den Erfolg einer dauerhaften Niedrigzinspolitik (Quelle: imago/EQ Images)

Axel Weber glaubt nicht an den Erfolg einer dauerhaften Niedrigzinspolitik (Quelle: imago/EQ Images)

Der frühere Bundesbankpräsident Axel Weber hat vor negativen Auswirkungen einer durch die Niedrigzinsen in der Eurozone ausgelösten Geldschwemme gewarnt. Man könne "die Zinsen nicht dauerhaft nahe Null halten, ohne Verwerfungen in der Wirtschaft zu produzieren", sagte der heutige Verwaltungsratspräsident der Schweizer Großbank UBS dem Südwestrundfunk (SWR) in Zürich.

Rückführung der expansiven Geldpolitik gefordert

Die Notenbanken würden zunehmend in die Rolle des zentralen Pfeilers des Wirtschafts- und Finanzsystems geraten. "Es gehört jedoch nicht zum Notenbankmandat, dauerhaft die Liquidität an den Märkten zur Verfügung zu stellen in dem Umfang, wie wir das zurzeit sehen", sagte Weber in dem Interview. Wenn die Konjunktur sich stabilisiere, müsse man "ernsthaft darüber nachdenken, wie man diese expansive Geldpolitik zurückführt".

Ähnlich hatte sich bereits Webers Nachfolger an der Spitze der deutschen Notenbank geäußert. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sagte in Berlin, es sei wichtig, dass die Euro-Länder "rechtzeitig aus der Situation des Niedrigzinsumfeldes wieder rauskommen". Die Wirksamkeit der niedrigen Zinsen nehme auf Dauer ab, die Finanzstabilitätsrisiken aber zu.

Kritik an Zinssenkung der EZB

Diese Entwicklung sei bereits an manchen Vermögensmärkten - etwa für Unternehmensanleihen - zu beobachten. Auch die Versicherer bekämen die niedrigen Zinsen zu spüren. Insbesondere die jüngste Zinssenkung der EZB vor gut zwei Wochen hatte massive Kritik vor allem aus Deutschland nach sich gezogen.

EZB-Präsident Mario Draghi hat indes die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) verteidigt. "In ihren Beratungen und Entscheidungen sind die Mitglieder des EZB-Rats weder Deutsche, noch Franzosen, noch Spanier, noch Italiener, sondern sie agieren als Europäer nach Maßgabe eines europäischen Mandats", sagte Draghi auf dem Frankfurt European Banking Congress.

Draghi verteidigt Zinsschritt

Für Sorgen, die Minizinsen der Notenbank ließen die Ersparnisse dahinschmelzen, brachte der EZB-Chef zwar grundsätzlich Verständnis auf. Allerdings sei der Leitzins von gegenwärtig 0,25 Prozent eine Reaktion auf die schwache Wirtschaftsentwicklung im Währungsraum.

"Würden wir die Zinsen anheben, würden wir die Wirtschaft zusätzlich belasten, die Menschen würden ihre Arbeit verlieren, und dann würden ihre Ersparnisse über längere Zeit geringer sein", erklärte Draghi. Auch räumte er ein, dass ein geringes Zinsniveau mit der Zeit die Finanzstabilität bedrohen könne. Die EZB sehe zurzeit aber keine Hinweise auf derartige Entwicklungen.

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