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Europäische Schuldenkrise jetzt auch in Belgien und Finnland


Sorge um Belgien und Finnland  

Schuldenkrise erfasst jetzt auch Nordeuropa

25.02.2014, 11:09 Uhr | t-online.de

Europäische Schuldenkrise jetzt auch in Belgien und Finnland. Situation in Belgien und Finnland spitzt sich zu (Quelle: dpa)

Situation in Belgien und Finnland spitzt sich zu (Quelle: dpa)

Der scheinbaren Ruhe an den Finanzmärkten zum Trotz droht die europäische Schuldenkrise sich auf weitere Länder auszuweiten. In einer neuen Studie des Centrums für Europäische Politik (CEP) warnen die Ökonomen davor, dass auch Finnland und Belgien erstmals mit abnehmender Kreditwürdigkeit zu kämpfen haben. Zudem bereitet die Wettbewerbsfähigkeit Frankreichs den Experten immer größere Sorgen.

"Nunmehr sind also auch nordeuropäische Länder befallen", stellen die Experten in ihre4r Untersuchung fest. "Auch wenn Finnland und Belgien keine Schwergewichte sind, ist es doch besorgniserregend, dass nun auch Länder in Nordeuropa zu Problemländern werden." In beiden Ländern gebe es seit Jahren einen kontinuierlichen Abwärtstrend.

So dürfe der erfolgreiche Abschluss der irischen und spanischen Anpassungsprogramme nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Probleme, die zur Euro-Krise geführt haben, weiterhin bestehen und sich sogar auf weitere Länder ausgedehnt haben.

Belgien und Finnland nicht unmittelbar bedroht

Ihre Aussagen zur Kreditfähigkeit eines Landes stützen die Forscher auf den von ihnen berechneten "Default-Index". Dieser misst, wie sich die Fähigkeit eines Landes zur Rückzahlung seiner Auslandskredite entwickelt und damit die Kreditfähigkeit. Der Index hängt aber nicht nur von der Verschuldung eines Staates ab, sondern auch von der jeweiligen Investitionstätigkeit in einem Land. Auch die Lage der gesamten Volkswirtschaft und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen auf den Weltmärkten fließen in die Berechnungen mit ein.

Den Experten zufolge wiesen Belgien und Finnland im ersten Halbjahr 2013 erstmals seit der Einführung des Euros eine abnehmende Kreditfähigkeit auf. Beide Länder verfügten aber noch über Auslandsvermögen, weshalb ihre Schuldentragfähigkeit noch nicht unmittelbar bedroht sei.

Jedoch sei der Indexwert gerade im Fall Finnlands schon seit 2008 kontinuierlich gesunken. Deshalb mahnen die Studien-Autoren, dass dieser Trend dringend gestoppt und ins Gegenteil verkehrt werden müsse.

Griechenland bleibt Sorgenkind Nummer eins

Zum Vergleich: Während der Default-Index Finnlands von 2008 bis zum ersten Halbjahr 2013 von sieben Punkte auf minus 0,1 Punkte sank, verringerte sich der von Belgien im gleichen Zeitraum von 4,7 auf minus 0,5 Punkte. Beide Staaten werden vom CEP der Risikokategorie drei zugerechnet, die sich durch eine "abnehmende Kreditfähigkeit" auszeichnet. Derweil werden Griechenland (minus 9,8 Punkte), Portugal (minus zwei Punkte) und Italien (minus 1,1 Punkte) aufgrund einer "verfestigten Abnahme der Kreditfähigkeit" in der Risikokategorie vier verortet.

Größtes Sorgenkind der Eurozone ist und bleibt Griechenland, so die Forscher. Grund dafür ist, dass die Kreditfähigkeit des Landes weiter verfalle, und zwar deutlich schneller als die aller anderen Euro-Länder. Während andere Staaten, die im Zuge der Krise Finanzhilfen erhalten haben, ihren Indexwert deutlich verbessert hätten, sei diese Entwicklung in Griechenland bislang ausgebliegen.

Die Wiedererlangung der Kreditfähigkeit des Landes ist für die CEP-Experten deshalb nicht absehbar, und zwar ebenso wenig wie ein Ende der Abhängigkeit von Hilfen anderer Staaten.

Auch Italiens Lage problematisch

Bei Italien beobachten die Forscher eine seit 2009 abnehmende Kreditfähigkeit. Diese sei zwischenzeitlich etwas gebremst worden. Jedoch habe sich die Situation seit 2012 erneut verschärft. Zwar sei Italiens Entwicklung im Vergleich zu Griechenland weit weniger alarmierend. Problematisch sei jedoch die Dauer der Erosion, da damit auch die Insolvenzgefahr eines Landes zunehme.

Während die Autoren Portugal "erhebliche Anstrengungen" und eine zuletzt leicht verbesserte Kreditfähigkeit bescheinigen, äußern sie sich über Frankreich besorgt. So weise der Default-Index des Landes einen schon fast zehn Jahre andauernden Negativ-Trend auf und lag im ersten Halbjahr 2013 nur noch bei 1,7 Punkten. 2004 waren es noch 4,7 Punkte. Dies deute auf eine weiter nachlassende Wettbewerbsfähigkeit des Landes hin.

Hohe Bedeutung für die Eurozone

Aufgrund des hohen Stellenwerts Frankreichs innerhalb der Eurozone und angesichts der fortschreitenden Finanzprobleme in Italien, Griechenland, Belgien und Finnland sei es dringend notwendig, dass die französische Regierung umfassende Konsolidierungs- und Reformmaßnahmen ergreift. Als Hoffnungsschimmer werten die Experten die Neujahrsansprache des französischen Präsidenten François Hollande, die gezeigt habe, dass Frankreich diese Notwendigkeit zumindest erkannt hat.

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