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Euro-Zoff zwischen Paris und Bundesbank: "Mentalität der 70er Jahre"


"Mentalität der 70er Jahre"  

Bundesbank rüffelt Euro-Ideen aus Paris

05.05.2014, 09:49 Uhr | dpa, rtr, AFP, t-online.de

Euro-Zoff zwischen Paris und Bundesbank: "Mentalität der 70er Jahre". Den Euro aufweichen und so wettbewerbsfähiger werden? Davon hält die Bundesbank gar nichts (Quelle: dpa)

Den Euro aufweichen und so wettbewerbsfähiger werden? Davon hält die Bundesbank gar nichts (Quelle: dpa)

Frankreich hat sich einen bemerkenswert deutlichen Rüffel von seinem Bündnispartner Deutschland eingefangen. Die Forderung nach einer Abwertung des Euro sei ein Rückfall in die "Mentalität der 70er Jahre", hieß es von der Bundesbank.

Man sehe es mit Sorge, wenn Frankreich die Politik früherer Jahrzehnte wiederaufleben lassen wolle. Denn das sei "eine Zeit, lange bevor der Franc zu einer stabilen Währung wurde", zitierte die "Bild"-Zeitung einen Vertreter der Bundesbank-Spitze. Wegen der bevorstehenden Sitzung des Rats der Europäischen Zentralbank in dieser Woche wollte sich dem Blatt zufolge kein Bundesbank-Vertreter namentlich zitieren lassen.

Der Chef der französischen Zentralbank, Christian Noyer, hatte bereits Anfang April die Kritik der sozialistischen Regierung in Paris an der EZB zurückgewiesen. "Es ist nicht die Geldpolitik, die den Euro stark macht, sondern die Anziehungskraft der Eurozone", hob er hervor.

Der Euro ist in den vergangenen zwölf Monaten langsam, aber stetig von etwa 1,28 auf 1,38 Dollar gestiegen. In den Jahren 2009 und 2011 mussten allerdings zeitweise mehr als 1,45 Dollar pro Euro gezahlt werden.

Frankreich will schwachen Euro statt schwacher Konjunktur

Frankreichs Premierminister Manuel Valls hatte den starken Euro wiederholt als Bremsklotz für die französische Wirtschaft bezeichnet. Das Land hat mit massiven Schulden, hoher Arbeitslosigkeit und dem Niedergang der heimischen Industrie zu kämpfen.

Auf einer Veranstaltung der Jungsozialisten hatte Valls am Wochenende erklärt, der Euro sei derzeit zu stark: "Wir brauchen einen deutlichen Wandel, der unsere Geldpolitik zu einem Instrument für Wachstum und Arbeitsplätze macht, ein Instrument, das den Menschen dient." Präsident Francois Hollande werde nach der Europawahl eine Reihe entsprechender Initiativen starten.

EZB sieht Euro-Stärke ebenfalls kritisch

Anders als die Bundesbank ist die Europäische Zentralbank (EZB) einer Schwächung des Euro nicht völlig abgeneigt. EZB-Präsident Mario Draghi hatte jüngst für den Fall eines weiteren Euro-Anstiegs eine weitere Lockerung der Geldpolitik in Aussicht gestellt. Das liegt vor allem daran, dass die Euro-Stärke der EZB im Kampf gegen das aus ihrer Sicht zu niedrige Preisniveau ungelegen kommt. Ein starker Euro macht Importe aus anderen Währungsgebieten billiger. Das erhöht die Gefahr einer konjunkturschädlichen Deflation. Die Inflationsrate war im März auf 0,5 Prozent abgesackt und liegt damit weit unter dem Ziel der EZB von knapp zwei Prozent.

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