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Versicherungsschutz: Menschen ohne Krankenversicherung immer weniger

Krankenversicherung  

Studie: Immer mehr Menschen krankenversichert

10.12.2008, 12:58 Uhr | mfu, dpa-AFX, dapd, t-online.de

Zahl der Menschen ohne Krankenversicherung deutlich gesunken (Foto: imago)Zahl der Menschen ohne Krankenversicherung deutlich gesunken (Foto: imago) In den vergangenen anderthalb Jahren ist die Zahl der Menschen ohne Krankenversicherung in Deutschland deutlich zurückgegangen. Zwischen April 2007 und September 2008 erhielten rund 120.000 zuvor Nichtversicherte wieder Versicherungsschutz, wie die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung mitteilte. Experten der Stiftung führen dies auf die Gesundheitsreform des Jahres 2007 zurück. Die Politik reagierte damit auf den kontinuierlichen Anstieg der Zahl der Nichtversicherten seit Mitte der 90er Jahre.

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Versicherungspflicht für alle Bürger

Damit zeigten laut Hans-Böckler-Stiftung die ersten beiden Stufen der allgemeinen Versicherungspflicht Wirkung, die im Zuge der Gesundheitsreform zum 1. April und 1. Juli 2007 in Kraft getreten waren. Im ersten Quartal 2007 gab es in Deutschland noch rund 211.000 Menschen ohne Krankenversicherungsschutz. Die Versicherungspflicht ist Teil der Gesundheitsreform von 2007 und gilt jetzt schon für alle Menschen, die sich in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichern müssen, also für die meisten Arbeiter und Angestellten. Ab Januar 2009 wird die Versicherungspflicht auch auf die potenziellen Versicherten der Privaten Krankenversicherung (PKV) ausgedehnt, etwa Selbstständige und Beamte.

Hohe Nachzahlungen

Die für die Untersuchung verantwortlichen Gesundheitsökonomen Stefan Greß, Anke Walendzik und Jürgen Wasem sehen aber weiteren Verbesserungsbedarf. Nach wie vor gebe es zu hohe institutionelle Hürden, die verhinderten, dass Menschen Krankenversicherungsschutz erhalten. Dazu zählen hohe Nachzahlungen, die nach einem verspäteten Eintritt in die gesetzliche Krankenkasse (GKV) rückwirkend zum Beginn der Versicherungspflicht fällig werden.

Lange Wartezeiten

Hinderlich sind aber auch hohe Prämien und Wartezeiten in der Privaten Krankenversicherung (PKV). Davon betroffen sei gerade "eine zentrale Risikogruppe für Nichtversicherte, nämlich die so genannten kleinen Selbstständigen ohne vormaligen gesetzlichen Krankenversicherungsschutz". Für den PKV-Basistarif schlagen die Experten deshalb ein gesetzliches Verbot von Wartezeiten bis zur Wirksamkeit des Versicherungsschutzes vor. In der GKV solle auf die Nachforderung rückständiger Beiträge seit Beginn der Versicherungspflicht verzichtet werden.

Experten fordern Zwangsversicherung

Außerdem plädierten die Wissenschaftler für eine konsequente Überwachung der Versicherungspflicht etwa durch einen Abgleich von Meldedaten und Versichertenlisten. Als ultima ratio empfehlen sie auch die Möglichkeit zur Zwangsversicherung.

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