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Krankenversicherung: Nicht-Versicherte müssen sich beeilen

Basistarif  

Nicht-Krankenversicherte müssen sich beeilen

29.01.2009, 17:09 Uhr | bv, dapd, t-online.de

Basistarif - Nicht-Versicherte sollten jetzt schnell in eine private Krankenversicherung wechseln (Foto: imago)Basistarif - Nicht-Versicherte sollten jetzt schnell in eine private Kranken- versicherung wechseln (Foto: imago) Seit Jahresbeginn müssen alle Bundesbürger krankenversichert sein. Unter Zeitdruck stehen jetzt die rund 100.000 Menschen, die nicht gesetzlich versichert sind und sich privat absichern müssen. Wer erst ab Februar in den neuen Basistarif der Privaten einsteigt, muss für jeden verpassten Monat nachzahlen. Nur bis Ende Januar ist der Basistarif noch ohne Zuschlag zu bekommen. Aber auch für bereits Versicherte kann sich der Wechsel in den Basistarif rechnen.

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Zuschläge summieren sich

Für die Nicht-Versicherten gilt: Je später der Einstieg, desto höher der Zuschlag. Zuerst ist jeweils ein voller Monatsbeitrag in Höhe von aktuell knapp 570 Euro fällig. Nach einem halben Jahr kommt noch ein sechstel für jeden nicht versicherten Monat dazu. Damit können sich die Zuschläge auf mehrere tausend Euro belaufen.

Versicherungspflicht wird nicht kontrolliert

Ziel ist es, dass niemand in Deutschland mehr ohne Krankenversicherung ist - das gilt vor allem für Selbstständige und Freiberufler, bei denen keine Pflichtversicherung greift, wie etwa bei den Angestellten. Eine Kontrolle der neuen Versicherungspflicht ist zwar nicht vorgesehen. Aber spätestens, wenn ein Nicht-Versicherter schwer krank wird und behandelt werden muss, fliegt er auf.

Auch manche Privatpatienten können sparen

Der neue Basistarif scheint aber auch für viele der 8,3 Millionen bereits privat Krankenversicherten verlockend zu sein. Bei den meisten Verbraucherzentralen und beim Bund der Versicherten (BdV) häufen sich derzeit die Anfragen von Bürgern, denen die Privatpolice zu teuer wird. Die meisten Privatpatienten, speziell Rentner, müssen seit Jahresbeginn spürbar höhere Beiträge verkraften. Sind in einem Tarif nur noch ältere Kunden mit mehr Krankheitskosten versichert, können die Prämien drastisch steigen. So mancher Betroffene könne mit einem Wechsel in den brancheneinheitlichen Basistarif womöglich 200 bis 300 Euro im Monat sparen, so Jens Trittmacher vom BdV. Vor allem Ältere zahlen oft 800 Euro und mehr für ihre Privatpolice.

Altersrückstellungen zum Teil mitnehmen

Wer eine Alternative sucht, sollte aber nicht überhastet umsteigen. Sparwillige haben Zeit, sich bis Ende Juni zu überlegen, ob der neue Basistarif tatsächlich günstiger für sie ist. Neu ist auch: Wer diese Lösung bei einem anderen Anbieter festzurrt, darf jetzt einen Teil seiner Altersrückstellungen mitnehmen.

Mit Leistungen der Gesetzlichen vergleichbar

Grundsätzlich sieht der vom Gesetzgeber vorgeschriebene, private Basistarif eine Absicherung ohne Gesundheitsprüfung vor. Was Umfang und Art der Leistungen angeht, muss er mit der gesetzlichen Krankenversicherung vergleichbar sein, wie der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) betont. "Der Basistarif bietet mehr als private Standardtarife", sagt Trittmacher vom BdV. Er darf auch nicht mehr kosten als der Höchstbeitrag für eine gesetzliche Krankenkasse, also derzeit knapp 570 Euro im Monat. Die Höhe ist nicht abhängig vom Einkommen, sondern richtet sich nach Geschlecht und Eintrittsalter. Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse wegen Vorerkrankungen darf es nicht geben.

Freiwillige Kassenpatienten können in die Private wechseln

Damit könnte der Basistarif auch für freiwillig versicherte Kassenpatienten interessant sein, die gern Privatstatus hätten, aber wegen Knieschäden oder anderen Problemen keinen oder nur einen sehr teuren Vertrag bekämen. Kann der Versicherte nachweislich den Basistarif-Beitrag nicht aufbringen, hat er als Hilfsbedürftiger die Möglichkeit, auf Antrag nur mit der halben Prämie zur Kasse gebeten zu werden.

Wechsel genau planen

Heidemarie Krause-Böhm von der Verbraucherzentrale Bayern rät Wechselwilligen dazu, einen Umstieg genau zu planen. Zuerst müsse immer eine günstigere Alternative beim eigenen Versicherer ausgelotet werden, eventuell auch eine höhere Selbstbeteiligung, die die Prämie drückt. "Im Einzelfall kann der neue Basistarif tatsächlich eine Alternative sein, pauschal lässt sich das aber nicht sagen", betont die Fachfrau. Wer innerhalb der eigenen Gesellschaft darauf umsteigt, kann die Altersrückstellung voll mitnehmen. Beim Wechsel zur Konkurrenz geht das nur zum Teil. Womöglich rechnet sich der neue Tarif dann nicht mehr.

Hartnäckig bleiben

Wichtig für Nicht-Versicherte: Bei welcher Gesellschaft der Basistarif abgeschlossen wird, ist frei wählbar. Jeder Versicherer muss die neue Absicherung anbieten und darf Interessenten nicht ablehnen. Wer abgewimmelt werde, solle hartnäckig bleiben, empfiehlt BdV-Experte Trittmacher. Wer seinen Vertrag umstellen und sparen will, kann kostenlose Informationsunterlagen anfordern bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz unter www.vz-rlp.de im Internet oder telefonisch unter 0 61 31/ 28 48 0.

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