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Krankenkassen fordern unbegrenzte Zusatzbeiträge

Gesundheitsfonds  

Krankenkassen fordern unbegrenzte Zusatzbeiträge

30.09.2009, 11:54 Uhr | mash, t-online.de

Die GKV rütteln am gedeckelten Zusatzbeitrag (Foto: ddp)Die GKV rütteln am gedeckelten Zusatzbeitrag (Quelle: ddp) Die gesetzlichen Krankenkassen wollen, dass die Deckelung der Zusatzbeiträge beendet wird. „Unter aktuellen Fondsbedingungen muss der Spielraum zur Festsetzung individueller Beiträge erweitert werden“, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen, Heinz Kaltenbach, der Berliner Zeitung. „Das bedeutet, dass zuerst einmal die Ein-Prozent-Deckelung des Zusatzbeitrages wegfällt.“

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Prozente statt Pauschalbeitrag

Der Vertreter von rund 140 Betriebskrankenkassen (BKK) schloss sich damit ausdrücklich zuvor erhobenen Forderungen der Ersatzkassen und der Allgemeinen Ortskrankenkassen an. Diese wollen, dass Zusatzbeiträge künftig prozentual statt pauschal erhoben werden und direkt vom Lohn der Arbeitnehmer abgezogen werden dürfen.

Nach oben offen

Krankenkassen dürfen von ihren Mitgliedern Zusatzbeiträge erheben, wenn das Geld, das ihnen aus dem Gesundheitsfonds zugewiesen wird, nicht ausreicht. Die Zusatzbeiträge sind derzeit auf ein Prozent des Mitgliedereinkommens beschränkt. Sollte die Ein-Prozent-Deckelung aufgehoben werden, könnten die Krankenkassen ihre Beiträge beliebig weit anheben.

Wenig Wechselwille bei Versicherten

Der Aufschrei der Versicherten könnte geringer ausfallen als vermutet: Wie erste Erfahrungen mit dem Zusatzbeitrag zeigen, wechseln gesetzlich Krankenversicherte ihre Krankenkasse auch dann kaum, wenn sie über ihren regulären Beitragssatz hinaus noch mehr bezahlen müssen. Die einzige Krankenkasse, die bislang einen Zusatzbeitrag erheben mußte, ist die Gemeinsame Betriebskrankenkasse Köln (GBK). Die rund 31.000 Mitglieder der Kasse hatten bis zum 25. September ein Sonderkündigungsrecht.

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Anstatt acht nur drei Prozent gekündigt

Nun sagte Kassenvorstand Helmut Wasserfuhr der Berliner Zeitung: „Davon haben keine drei Prozent Gebrauch gemacht.“ Offenbar seien die Mitglieder mit den Leistungen der Kasse so zufrieden, dass sie dafür gerne auch mehr Geld bezahlten – derzeit beträgt der Aufschlag acht Euro im Monat. Wasserfuhr hatte erwartet, dass bis zu acht Prozent der Mitglieder kündigen könnten.

Ausnahme oder Regel?

Damit verfehlt der Zusatzbeitrag deutlich seine Steuerungswirkung: Er sollte einen Preiswettbewerb entfachen, der dazu führt, dass Krankenkassenmitglieder zur günstigeren Konkurrenz wechseln. In Umfragen hatten bisher rund 35 Prozent der Befragten angegeben, dass sie, wenn sie einen Zusatzbeitrag zahlen müssten, die Krankenkasse wechseln würden. Der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem von der Universität Duisburg-Essen zeigte sich erstaunt ob der Treue der Krankenkassenmitglieder. Allerdings habe eine so kleine BKK auch eine eigene Identität, die möglicherweise zu höherer Solidarität führe.

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