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Gesetzliche Krankenkassen: DAK kündigt Zusatzbeitrag an

Gesetzliche Krankenkassen  

DAK kündigt Zusatzbeitrag an

25.02.2010, 16:59 Uhr | dpa, dpa-AFX, dpa-AFX, dpa, t-online.de

Für Millionen Versicherten werden schon bald höhere Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung fällig: Mit der DAK hat erstmals eine große gesetzliche Krankenkasse Zusatzbeiträge für ihre Versicherten angekündigt. Weitere Krankenkassen dürfte angesichts fehlender Milliarden schon bald folgen.

DAK-Versicherung acht Euro teurer

"Ich werde meinem Verwaltungsrat empfehlen, ab Februar acht Euro zu nehmen", sagte der DAK-Vorsitzende Herbert Rebscher am Montag in Berlin. Der Beitrag solle von den DAK-Mitgliedern pauschal erhoben werden. Die Versicherung KKH-Allianz kündigte entsprechende Zusatzbeiträge für die erste Jahreshälfte an. Auch einige Betriebskrankenkassen wollen mitziehen. "Hier sind Leute, die das Tabu brechen", sagte Rebscher. Der Verwaltungsaufwand betrage bei allen Kassen zusammen rund eine Milliarde Euro für die Erhebung der Extra-Beiträge.

Zusatzbeitrag Folge des Gesundheitsfonds

Grundsätzlich können gesetzliche Krankenkassen einen Zusatzbeitrag erheben, wenn sie mit dem Geld aus dem Gesundheitsfonds nicht auskommen. Diesen müssen Versicherte zusätzlich zum Einheitsbeitrag von derzeit 14,9 Prozent allein zahlen. Er ist auf ein Prozent des beitragspflichtigen Einkommens begrenzt, das sind maximal knapp über 37 Euro. Bei einer Summe von bis acht Euro kann der Zusatzbeitrag pauschal von allen Versicherten erhoben werden, bei einer höheren Summe muss nach den Einkommensverhältnissen differenziert werden.

Kassenfunktionäre: Viel Geld geht für nutzlose Dinge drauf

Die Vorstandschefin des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung, Doris Pfeiffer, rechnet indes damit, dass Zuzahlungen spätestens im kommenden Jahr für fast alle gesetzlich Versicherten fällig werden. Sie sagte am Montag im Deutschlandfunk: "Wir haben bei den gesetzlichen Krankenkassen in diesem Jahr ein Defizit von 7,8 Milliarden Euro." Das sei kein Managementfehler. Es werde aber zu viel Geld für nutzlose Dinge ausgegeben. Trotz eines Zuschusses aus der Staatskasse bleibt unter dem Strich wohl ein Minus von vier Milliarden Euro übrig.

Zusatzbeiträge für fast alle

Gesundheitsexperten sagten voraus, dass allein bis zur Jahresmitte jedes zweite der rund 51 Millionen Kassen-Mitglieder betroffen sein wird. Entsprechend äußerten sich Wolfgang Lange vom Brancheninformationsdienst dfg sowie der Kieler Gesundheitsökonom Thomas Drabinski in der "Bild"-Zeitung. Das wären rund 25 von 51 Millionen zahlenden Kassenmitgliedern. Zusammen mit den beitragsfrei Mitversicherten gibt es insgesamt rund 70 Millionen Versicherte.

Betroffene können Kasse wechseln

Die Versicherten können bei Beitragserhöhungen grundsätzlich die Krankenkasse wechseln. Allerdings rät der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Versicherte und Patienten, Wolfram-Arnim Candidus, davon ab: Ob man dann besser wegkomme, wisse man nicht. Er kritisierte im Sender n-tv: "Wir haben eine falsche Gesundheitspolitik, die daher rührt, dass man eigentlich nur nach Einnahmen und Ausgaben reagiert." Die Politik traue sich nicht, die Strukturen zu verändern und das Gesundheitswesen effizienter zu machen.

Kritik von Wohlfahrtsverbänden

Die Wohlfahrtsverbände kritisierten die Zusatzbeiträge als unsozial. "Damit verschieben sich die Lasten noch stärker einseitig auf die Arbeitnehmer und Rentner", sagte VdK-Präsidentin Ulrike Mascher der "Frankfurter Rundschau".

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