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Kfz-Versicherung: So wird's auch für Anfänger erschwinglich

Kfz-Versicherung  

So wird's auch für Anfänger erschwinglich

05.06.2010, 12:56 Uhr | FinanceScout24, FinanceScout 24

Kfz-Versicherung: So wird's auch für Anfänger erschwinglich. Hohe Versicherungsprämien für Fahranfänger - aber es geht auch billiger (Foto: imago)

Hohe Versicherungsprämien für Fahranfänger - aber es geht auch billiger (Foto: imago)

Wer als 18-Jähriger gerade den Führerschein gemacht hat, der kann es meistens kaum erwarten, auch ein eigenes Auto zu besitzen. Endlich nicht mehr auf Bus, Moped oder das Taxi Mama angewiesen zu sein. Einziges Problem: selbst bei einem Kleinwagen sind die Versicherungsprämien für Führerscheinneulinge extrem hoch. "Besonders für die Männer unter den Fahranfängern kann die Kfz-Haftpflicht richtig teuer werden", bestätigt Errit Schlossberger, Geschäftsführer des Verbraucher- und Finanzportals FinanceScout24. "Mehr als 2000 Euro Jahresprämie sind keine Ausnahme. Wer auch andere Fahranfänger ans Steuer lassen möchte, bezahlt noch mehr." (Jetzt Kfz-Versicherungen vergleichen)

Fahranfänger verursachen viele schwere Unfälle

Gerade junge Männer zwischen 18 und 24 Jahren – und zunehmend auch junge Frauen – verursachen überproportional häufig schwere Unfälle, bei denen es Tote und Verletzte gibt, bestätigt der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GdV). Auch die Statistiken des ADAC sprechen eine eindeutige Sprache: Bei fast jedem vierten Unfall nach riskanten Überholmanövern sitzt ein Fahranfänger am Steuer. Bei Unfällen nach Alkoholfahrten geht rund jede dritte Karambolage auf das Konto von Neulingen, und bei einem Crash wegen überhöhter Geschwindigkeit halten Anfänger sogar in 42 Prozent der Fälle das Lenkrad in der Hand.

Einstieg mit 230 Prozent Prämie

Die Kfz-Versicherer haben daher wenig Interesse, diese "Problembären" unter den Autofahrern zu versichern, obwohl sie grundsätzlich auch Fahranfänger zumindest in die gesetzlich vorgeschriebene Haftpflicht aufnehmen müssen. Zur Abschreckung verlangen sie deshalb teilweise extrem hohe Jahresbeiträge von bis zu 4000 Euro, wie eine FinanceScout24-Analyse ergeben hat. Hat ein Teenager gerade den Führerschein erworben, wird er nämlich vom Versicherer in die niedrigste Schadenfreiheitsklasse (SF) 0 eingestuft. Das heißt: Er zahlt bis zu 230 Prozent der Basisprämie. "Das klingt zunächst entmutigend. Aber es gibt durchaus Mittel und Wege, um an eine finanzierbare Police zu kommen", erklärt Schlossberger. Neben der Elternregelung und der Zweitwagenlösung helfe es auch, wenn ein enger Verwandter ebenfalls Neukunde werden möchte. "Im Kfz-Bereich gibt es sehr viel Verhandlungsspielraum, denn die Autoversicherung gilt als Türöffner für weitere Geschäfte", so der FinanceScout24-Chef.

Nach günstigeren Prämien fragen

Fahranfänger können bei derselben Gesellschaft auf einen preiswerten Einstieg drängen, bei der auch Mama oder Papa ihr Auto versichert haben. Viele Assekuranzen bieten – aber eben nur auf Anfrage – an, den Nachwuchs für 140, mitunter sogar für 115 Prozent des Basisbeitrags aufzunehmen. Das kann mehrere hundert Euro im Jahr sparen. Das große Plus der Elternregelung: Der Führerschein-Novize ist selbst Versicherungsnehmer und kann von Anfang an eigene schadensfreie Jahre aufbauen.

Auto auf die Eltern anmelden

Option 2: Die Eltern melden den fahrbaren Untersatz des Nachwuchses auf ihren Namen als Zweitwagen an. Statt 230 Prozent Beitragssatz verlangt der Versicherer dann häufig nur 120 Prozent. "Bei langjährigen und guten Kunden sind im Idealfall sogar 75 Prozent drin", weiß Schlossberger. "Allerdings können Fahranfänger dann keine eigenen schadensfreie Jahre sammeln. Hat eines der Fahrzeuge einen Unfall, könnte das zweite zudem ebenfalls hochgestuft werden."

Auch Versichererwechsel kann beim Sparen helfen

Ziert sich der Versicherer, sollte man definitiv einen Wechsel des Anbieters in Erwägung ziehen. Fragen nämlich Vater oder Mutter zusammen mit Sohn oder Tochter als Neukunden an, gewähren viele Gesellschaften Rabatte, weil sie auf diese Weise gleich zwei neue Kunden binden. "Man sollte jedoch immer prüfen, wie lange man sich zusammen mit einem Verwandten an einen neuen Versicherer binden muss", so Schlossberger. Apropos Rabatt: Zusätzliche Nachlässe gibt es auch, wenn nur der Fahranfänger selbst den Wagen lenkt. Eltern, Geschwister oder Freunde dürfen dann aber nicht hinters Steuer. "An Alleinfahrer-Regelungen sollte man sich penibel halten", warnt der FinanceScout24-Geschäftsführer. "Bei Verstößen wird es sonst teuer."

Vorteile durch begleitetes Fahren

Einige Anbieter gewähren zudem Beitragsvergünstigungen, wenn Fahranfänger ihren Führerschein bereits mit 17 machen und am Projekt „Begleitetes Fahren“ teilnehmen. Andere räumen Nachlässe für den Besitz einer Bahncard oder eines Jahrestickets für den öffentlichen Nahverkehr ein. "Großes Sparpotenzial bietet auch ein Wagen mit schwacher bis mäßiger Motorisierung", so Schlossberger, denn der Fahrzeugtyp spiele für die Beitragshöhe eine große Rolle. Führerschein-Novizen sollten sich deshalb zunächst die Einstufungen im Typklassenverzeichnis ansehen, bevor sie beim Gebrauchtwagenhändler vorbeischauen.

Besser schon im ersten Halbjahr versichern

Und noch weitere "Sparschweine" haben die Experten von FinanceScout24 entdeckt: Wer schon einige Zeit Fahrpraxis mit Moped, Mofa oder einem Fahrrad mit Hilfsmotor hat und dies mit einer Versicherung nachweisen kann, wird bei manchen Gesellschaften nicht mit 230 Prozent, sondern mit nur 140 Prozent eingestuft. Schlossberger: "Nachfragen muss man aber schon selbst. Denn diese Sparvariante wird nur selten vom Versicherer aktiv angeboten." Bares Geld sparen kann ferner das richtige Timing: Wie schnell der Schadenfreiheitsrabatt steigt, hängt nämlich auch vom Versicherungsbeginn ab. Wer sich noch im ersten Halbjahr 2010 versichert und in der Haftpflicht mit 230 Prozent einsteigt, kann 2011 schon auf 140 Prozent fallen. Wird die Police dagegen erst im zweiten Halbjahr 2010 abgeschlossen, ist der Beitragssatz für das ganze Jahr 2011 auf 230 Prozent eingefroren.

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