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Autoversicherung: Von Pleite bedrohter Kfz-Versicherer lässt Kunden nicht kündigen

Autoversicherung  

Von Pleite bedrohte Kfz-Versicherer lassen Kunden nicht kündigen

27.07.2010, 12:26 Uhr | AFP, t-online.de, t-online.de, AFP

Autoversicherung: Von Pleite bedrohter Kfz-Versicherer lässt Kunden nicht kündigen. Zehntausende deutsche Kunden der Ineas und der Lady Car Online könnten bei Kaskoschäden leer ausgehen (Foto: Imago)

Zehntausende deutsche Kunden der Ineas und der Lady Car Online könnten bei Kaskoschäden leer ausgehen (Foto: Imago)

Zwei von der Pleite bedrohte Autoversicherer wollen ihre Kunden nicht kündigen lassen. Ein außerordentliches Kündigungsrecht bestehe nicht, erklären die Versicherer Ineas und Lady Car Online auf ihrer Internetseite, wie der Bund der Versicherten (BdV) mitteilte. Die beiden Versicherer, die selbst womöglich nicht mehr für Schäden ihrer Mitglieder aufkommen können, raten dazu, eine zweite Kasko-Versicherung abzuschließen und damit dann die Kfz-Versicherung teils doppelt zu bezahlen.

Kunden sollen doppelt zahlen

Der Bund der Versicherten kritisierte die Erklärungen der Versicherer scharf. "Mehr Kunden-Verhöhnung geht nicht", erklärte Lilo Blunck. Der BdV fügte hinzu, kaum ein Experte zweifle noch daran, dass Kunden einer Versicherung in Geldnot ein Recht auf Sonderkündigung hätten. Versicherungsombudsmann Günter Hirsch, der für die Vermittlung in Streitfällen von Versicherungen und Kunden zuständig ist, sei dieser Ansicht, teilte der BdV mit. Sowohl Verbraucherzentralen auch als der ADAC weisen auf das Sonderkündigungsrecht hin.

Kunden der beiden Kfz-Versicherungen sollten deshalb kündigen und parallel bei einem anderen Versicherer abschließen, um nicht ohne Versicherungsschutz zu sein. Mehrere Anbieter böten dafür bereits verbraucherfreundliche Lösungen an. Hilfe bei der Suche nach einer neuen Autoversicherung bietet auch der große Versicherungsvergleich von t-online.de.

Versicherungen möglicherweise schon zahlungsunfähig

Die Versicherungen Ineas und Lady Car Online gehören zur niederländischen International Insurance Corporation (IIC). Sie hatten mit günstigen Tarifen und mit Rabatten speziell für Frauen geworben und so in den vergangenen Jahren mehr als 50.000 Kunden in Deutschland an sich gebunden. Ende Juni hatte die niederländische Justiz den Versicherer unter Insolvenzverwaltung gestellt.

Bei Haftpflichtschäden, also anderen Verkehrsteilnehmern zugefügten Schäden, müssen Kunden der beiden Versicherungen wegen der drohenden Pleite mit einem Selbstbehalt von 2500 Euro rechnen. Den Rest zahlt die Verkehrsopferhilfe, der Garantiefonds der deutschen Kfz-Versicherer. Kaskoschäden müssen weiter bei Ineas und Lady Car Online eingereicht werden. Ob die Versicherungen aber noch genug Geld haben, die Schäden zu begleichen, ist unklar.

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