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Hausärzte hängen Fachärzte beim Einkommen ab

Hausärzte hängen Fachärzte beim Einkommen ab

15.09.2010, 17:31 Uhr | bv, t-online.de

Hausärzte hängen Fachärzte beim Einkommen ab. Hausärztin: Honorare höher als gedacht (Foto: imago)

Hausärztin: Honorare höher als gedacht (Foto: imago) (Quelle: imago)

Hausärzte verdienen inzwischen mehr als Fachärzte. Das zeigen Berechnungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), über die "Welt Online" berichtet. In der Vergangenheit hatten Hausärzte oft über Benachteiligungen geklagt. Seit der Honorarreform von 2009 verdienen sie jedoch deutlich besser und lassen ihre Facharztkollegen hinter sich. Dies lässt die Proteste der Hausärzte gegen Reformen von Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) in einem anderen Licht erscheinen. Die Allgemeinmediziner hatten damit gedroht, ihre Kassenzulassungen zurückzugeben oder im September Praxen zu schließen, weil bei Hausarztverträgen gespart werden soll.

Den KBV-Zahlen nach hat ein Hausarzt 2009 im Durchschnitt etwas mehr als 206.000 Euro verdient. Das waren sieben Prozent mehr als im Jahr davor. Nach Abzug der Praxiskosten kamen die Hausärzte auf knapp über 100.000 Euro, während die Fachärzte nur fünfstellig verdienten. Sie kamen beim Gesamthonorar im Durchschnitt nur auf 203.000 Euro, haben aber oft Ausgaben für spezielle Geräte und deshalb höhere Kosten als die "sprechende Medizin" der Hausärzte.

Anästhesisten mit den niedrigsten Honoraren

Allerdings gibt es bei den Honoraren der Fachärzte eine hohe Spannweite. Sie reicht von 173.000 Euro bei Anästhesisten bis zu 450.000 Euro für fachärztlich tätige Internisten. Bei den Hausärzten liegen dem Bericht zufolge die Allgemeinmediziner etwas unter dem Durchschnitt, während die ebenfalls hausärztlich tätigen Internisten und Kinderärzte etwas mehr verdienten.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung zieht aus ihren Berechnungen den Schluss, dass Hausärzte nicht benachteiligt werden. Kritik des Hausärzteverbands, seine Mitglieder bewegten sich am unteren Ende der Vergütungsskala, sei unberechtigt. In den vergangenen zehn Jahren sei das Vergütungsvolumen der Hausärzte kontinuierlich gestiegen, das der Fachärzte gesunken.

Einkommen soll gedeckelt werden

Seit dem 1. Juli 2010 entwickelten sich die Honorare beider Arztgruppen zudem unabhängig voneinander, sodass Verteilungskämpfe der Vergangenheit angehören sollten. Minister Rösler will aber die Honorare der Hausärzte begrenzen - und zwar bei den Extra-Verträgen mit den Krankenkassen, den sogenannten Hausarztverträgen. Hier sollten sich die Beträge künftig an der allgemeinen Honorarsteigerung orientieren, schreibt "Welt Online". Die Hausärzte fürchten hier einen Verlust erheblicher Mehreinnahmen, was den Hausarztberuf unattraktiv mache.

Tatsächlich gibt es immer weniger Hausärzte, was den Anstieg der Honorare mit erklärt. Das zur Verfügung stehende Geld verteilt sich auf weniger Ärzte. Die KBV geht von einem Hausärztemangel von 12.000 Medizinern in den nächsten sechs Jahren aus, hält aber das Honorar nicht für das Problem. Stattdessen soll nun die Weiterbildung von Hausärzten aufgestockt werden. Junge Mediziner könnten nach Plänen des Gesundheitsministeriums außerdem künftig Stipendien bekommen, wenn sie Hausärzte werden wollen.

Entwicklung der Arzthonorare ohne Abzug der Praxiskosten:

2008

2009

+/- %

Hausärzte

192.295

206.368

7

Allgemeinmediziner

189.297

200.068

6

Internisten, hausärztlich tätig

198.806

211.001

6

Kinderärzte

199.566

213.528

7

 

 

 

Fachärzte (Auszüge)

190.901

202.725

6

Anästhesisten

174.671

173.362

-1

Chirurgen

219.118

233.142

6

Internisten, fachärztlich tätig

422.286

450.723

7

HNO-Ärzte

174.936

174.983

0

Nervenärzte

168.689

200.586

19

Orthopäden

243.846

235.085

-4

Radiologen

421.373

433.653

3

Quelle: KBV

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