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Krankenkassen bleibt vom Zusatzbeitrag kaum etwas übrig

Kassen bleibt vom Zusatzbeitrag kaum etwas übrig

17.09.2010, 13:36 Uhr | t-online.de, t-online.de

Krankenkassen bleibt vom Zusatzbeitrag kaum etwas übrig. Vom Zusatzbeitrag bleibt den Kassen kaum etwas übrig (Foto: imago)

Vom Zusatzbeitrag bleibt den Kassen kaum etwas übrig (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Seit Jahresbeginn erheben rund ein Dutzend gesetzliche Krankenkassen Zusatzbeiträge. Weil viele Versicherte nicht zahlen, müssen die Beiträge rückwirkend eingetrieben werden. Nach einem Bericht des Magazins "FAKT" entsteht dabei so viel bürokratischer Aufwand, dass vom eigentlichen Beitrag kaum etwas übrig bleibt.

Zwischen acht Euro und einem Prozent des monatlichen Bruttoeinkommens müssen Versicherte monatlich zahlen. Das Geld wird dabei laut Bericht nicht wie der normale Krankenkassenbeitrag über den Arbeitgeber eingezogen, sondern muss von den Versicherten direkt überwiesen werden.

Enorm hoher Aufwand

Für Experten wie den Gesundheitsökonomen Jürgen Wasem, Professor für Medizinmanagement an der Universität Duisburg-Essen, steht der bürokratische Aufwand für die Krankenkassen in keinem Verhältnis zum Nutzen. Sie müssten Extra-Konten anlegen, den Geldeingang überwachen, bei Nichtzahlung Mahnungen schicken und das Geld gegebenenfalls eintreiben lassen.

Wasem zufolge ist dabei schon der normale bürokratische Aufwand für den Zusatzbeitrag relativ hoch. Er liege bei einem Drittel der erzielten Einnahmen. Wenn die Krankenkassen dann auch noch säumigen Versicherten nachgehen müssten, etwa durch Inkassounternehmen, bleibe kaum noch etwas von dem Zusatzbeitrag übrig.

Schlechte Erfahrung mit Krankenhausnotopfer

Das Problem mit den kleinen Summen ist dabei nicht neu. Bereits vor mehr als zehn Jahren haben Krankenkassen auf diesem Gebiet schlechte Erfahrungen gemacht. Damals ging es um das sogenannte Krankenhausnotopfer. 20 D-Mark sollten die Versicherten zwischen 1997 und 1999 pro Jahr zahlen, damit marode Kliniken saniert werden können.

Viele Versicherte verweigerten damals die Zahlung. Die Folge: Die Kassen liefen dem Geld hinterher und leiteten Mahnverfahren ein. Trotzdem konnten sie nur einen Teil der beabsichtigten Notopfer eintreiben. Gegenüber "FAKT" spricht Rolf Steinbronn von der AOK Plus deshalb im Rückblick von einem Riesenaufwand, der nicht das gewünschte Ergebnis gebracht habe.

Säumniszuschlag soll es richten

Richten soll das Problem nun ein Säumniszuschlag von mindestens 30 Euro, den die Bundesregierung möglichst schnell per Gesetz festlegen will. Der Zuschlag kann auch höher sein, denn er soll drei monatliche Zusatzbeiträge betragen. Die höchsten Beiträge liegen zurzeit bei 37,50 Euro, was einen Säumniszuschlag von 112,50 Euro ergeben würde.


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