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Rösler will Kassenpatienten zur Vorkasse bitten

Krankenkassen  

Rösler will Kassenpatienten zur Vorkasse bitten

29.09.2010, 13:30 Uhr | dpa-AFX, mash

Rösler will Kassenpatienten zur Vorkasse bitten. Philipp Rösler will die Vorkasse auch für Kassenpatienten einführen - auf freiwilliger Basis (Foto: imago)

Philipp Rösler will die Vorkasse auch für Kassenpatienten einführen - auf freiwilliger Basis (Foto: imago)

Gesetzlich oder privat versichert - geht es nach Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP), ist das in Zukunft egal. Die Patienten sollen ihre Krankenversicherung und die dazugehörigen Konditionen selbst auswählen. Die Abschaffung der heutigen Versicherungspflicht ist zwar schon länger ein Ziel der FDP - doch die Umsetzung dürfte schwer werden. Deshalb will Rösler jetzt erst einmal das Prinzip der Vorkasse bei Krankenkassen attraktiver machen und damit die Grenzen zwischen privaten und gesetzlichen Kassen aufweichen. Dies kündigte Rösler im Interview der "Financial Times Deutschland" (FTD) an.

Rösler will Bindungsfrist aufheben und Tarifwechsel einfacher machen

Die Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen soll sich stärker am Vorbild privater Versicherungen ausrichten und das Prinzip der Vorkasse bei Krankenkassen attraktiver machen. Heute müssten sich gesetzlich Versicherte auf Jahre an einen Tarif mit Kostenerstattung binden und obendrein empfindliche Einbußen hinnehmen. "Das war eine bewusste politische Entscheidung, die unter SPD-Ägide getroffen wurde, um Erstattungstarife möglichst unattraktiv zu machen. Diese Nachteile wollen wir beseitigen", kündigte Rösler an.

Konkret will Rösler die Bindungsfrist von drei Jahren abschaffen und den Wechsel zwischen den Tarifen flexibilisieren. Außerdem sollen die Kassen künftig nicht mehr nur 90 Prozent der Arztrechnung erstatten, sondern den vollen Betrag. Ob ein Versicherter aber überhaupt die Vorkasse wählt, soll ihm freigestellt bleiben. Die Änderungen sollten möglichst in die geplante Finanzreform für gesetzliche Kassen eingebaut werden.

Hohe Beträge vorstrecken - aber mehr Transparenz

Bei Vorkasse geht die Rechnung des Arztes an den Patienten. Er zahlt zunächst selbst und bekommt dann in der Regel das Geld von seiner Kasse zurückerstattet.

Kritik am Prinzip der Kostenerstattung kommt von der Opposition: Aus Angst vor hohen Rechnungen könnten zum Beispiel Geringverdiener und Alte den Arztbesuch meiden, so die SPD. Befürworter der Vorkasse plädieren für das System, da die Offenlegung der Kosten eine größere Transparenz schaffe und zudem ein neues Kostenbewusstsein bei den Patienten wachrufen könnte.

GKV und PKV sollen zusammenarbeiten

Zudem forderte Rösler gesetzliche Krankenversicherer (GKV) und private (PKV) zu mehr Zusammenarbeit auf. Er stellte die jahrzehntelang heftig umkämpften Grenzen zwischen beiden Systemen infrage. Langfristig sollten PKV und GKV sogar komplett durchlässig werden: "Wo sich die Menschen versichern, bei welchem Unternehmen, mit welcher Rechtsform und zu welchen Konditionen, sollte auf lange Sicht Sache des Versicherten sein, der selbst weiß, was die beste Wahl für ihn ist."

Dieses Ziel sei allerdings nicht einmal unter Schwarz-Gelb in dieser Legislaturperiode umsetzbar. Ziel bleibe für ihn aber das FDP-Modell aus dem Wahlkampf 2009. Rösler: "Die reine Lehre der FDP sieht so aus, dass wir die heutige Versicherungspflicht abschaffen und jeden Menschen verpflichten, sich zu einem Basisschutz bei egal welchem Versicherungsunternehmen zu versichern."


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