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Autoversicherung - jetzt erst recht vergleichen

Preiskampf vorbei - viele Kfz-Versicherungen werden teurer

28.11.2010, 11:42 Uhr | FinanceScout24, t-online.de - mmr, FinanceScout 24, t-online.de

Autoversicherung - jetzt erst recht vergleichen. Ein Drittel der Autofahrer denkt über einen Versicherungs- oder Tarifwechsel nach (Foto: imago)

Ein Drittel der Autofahrer denkt über einen Versicherungs- oder Tarifwechsel nach (Foto: imago) (Quelle: imago images)

In einer Welt, in der ständig alles teurer wird, war die Kfz-Versicherung in den vergangenen Jahren eine Oase der Glückseligkeit: Die Preise purzelten von Jahr zu Jahr. Doch inzwischen ist der Preiskampf ausgereizt, wie Berechnungen des Vergleichsportals FinanceScout24 zeigen. Einzelne Auto-Versicherer erhöhen die Beiträge kräftig. Dadurch werden aber auch die Einsparmöglichkeiten für die Kunden größer.

Rabattschlacht ist vorbei

Die schlechte Nachricht für Deutschlands Verbraucher zuerst: Die hohen Rabatte, mit denen die Kfz-Versicherer in den vergangenen Jahren um neue Kunden kämpften, gehören der Vergangenheit an. Das zeigt eine Untersuchung von FinanceScout24. Das unabhängige Verbraucher- und Finanzportal hat dazu tausende von vermittelten Kfz-Versicherungen ausgewertet. Das Ergebnis: Das Prämienniveau ist im dritten Quartal 2010 gegenüber dem zweiten Vierteljahr um rund ein Prozent gestiegen. Analysiert wurden die Daten für privat zugelassene Pkw. Basis waren dabei ausschließlich die Nettobeiträge zur Kfz-Haftpflichtversicherung. In die Auswertung sind mehr als 180 Tarife von 72 Kfz-Versicherern eingeflossen.

Vorübergehend leicht sinkende Policen-Preise

Allerdings gibt es auch eine gute Nachricht für die Autofahrer hierzulande: Seit Oktober sinken die Preise für Haftpflicht-Policen wieder – zumindest noch für einige Zeit. Denn die Versicherer reduzieren in diesem Zeitraum die Preise, um wechselwillige Kunden, denen aufgrund von Neueinstufungen bei der Typ- oder Regionalklasse ein Kündigungsrecht zusteht, zu halten. Auch diesen Trend kann FinanceScout24 mit Zahlen untermauern: Von September auf Oktober (bis einschließlich 26.10.) sanken die Beiträge für Wechselwillige um acht Prozent. "Das ist zwar erfreulich", kommentiert FinanceScout24-Geschäftsführer Errit Schlossberger. "Aber im Vergleich zum Vorjahr ist der Preisvorteil für Versicherungswechsler wesentlich geringer. Im Jahr 2009 sanken die Prämienbeiträge nämlich bereits von August auf September um 19 Prozent und von September auf Oktober dann um weitere 18 Prozent."

Durchschnittliche Jahresprämie 5,5 Prozent über 2009

Nicht nur auf Monatsbasis, sondern auch im Jahresvergleich zeigt sich, dass die paradiesischen Zustände für Autofahrer zu Ende gehen: 2010 lag die durchschnittliche Prämie der Fahrzeugwechsler in nahezu jedem Monat über den Preisen von 2009. Die durchschnittliche Jahresprämie für alle abgeschlossenen Kfz-Haftpflicht-Versicherungen im Neugeschäft ist daher in diesem Jahr (berechnet bis 26.10.10) erstmals seit fünf Jahren wieder gestiegen. Im Verhältnis zum gesamten Jahr 2009 sind die Beiträge um 5,5 Prozent nach oben geklettert, hat FinanceScout24 errechnet. In der Spitze haben einige Gesellschaften die Preise um 20 Prozent erhöht. "Gerade deshalb ist es jetzt für Verbraucher noch wichtiger, die Konditionen der Versicherer zu vergleichen", erklärt Schlossberger. "Die Ersparnis kann bis zu 700 Euro, mitunter sogar 900 Euro betragen – bei identischen Leistungen wohlgemerkt."

Analysiert wurde von FinanceScout24 auch, welche Preisstrategie die einzelnen Versicherer verfolgen und inwieweit sie mit Hilfe von Leistungserweiterungen oder anderen Anreizen Kunden halten und neu gewinnen wollen. Bei HUK-Coburg – dort ist jedes sechste in Deutschland zugelassene Auto versichert – heißt es zum Beispiel, die schlanke Verwaltung und der kostengünstige Vertrieb würden es nicht notwendig machen, an der Preisschraube zu drehen. Die R+V Direktversicherung dagegen teilte FinanceScout24 bereits vor mehreren Wochen mit, dass man auf den ruinösen Preiskampf vermutlich mit Prämien-Erhöhungen reagieren werde.

Plädoyer für maßgeschneiderte Policen

Andere Gesellschaften versuchen ihr Klientel mit Zusatzleistungen bei Laune zu halten: Wer zum Beispiel bei der Sparkassen DirektVersicherung Kunde ist und in einen Unfall verwickelt wird, bekommt die Chefarzt-Behandlung gratis dazu. Von solchen Extras hält Schlossberger wenig: Das seien nur Marketing-Gags, die es den Verbrauchern erschwerten, einen objektiven Preis- und Leistungsvergleich durchzuführen: "Um größtmögliche Transparenz für die Kunden zu gewährleisten, plädieren wir für Policen, die genau das Risiko abdecken, das die Kunden versichern möchten. Jede Mehrleistung, die nichts mit der originären Risikoabdeckung zu tun hat, sollte lieber dem Kunden durch günstigere Prämien weitergegeben werden. Einmalanreize wie z.B. Tankgutscheine sind ein Jahr später schon nichts mehr wert", moniert der Chef des Verbraucherportals.

Positiver beurteilt Schlossberger Zusatzleistungen, die in einem direkten Bezug zur Police stehen. Dazu gehört zum Beispiel, dass bei Teil- und Vollkasko-Tarifen auch grobe Fahrlässigkeit mitversichert ist, oder die Neupreis-Entschädigung auf 24 Monate ausgedehnt wird, wenn der Pkw gestohlen wird oder einen Totalschaden aufweist. AXA und die DEVK Versicherungen bieten unter anderem solche "Goodies" an. Einen etwas anderen Weg geht die VHV: Hier wird auch Bestandskunden das Leistungs-Upgrade garantiert: Künftige Verbesserungen im Tarif "Klassik-Garant" gelten automatisch auch für bestehende Verträge – ohne dass höhere Beiträge kassiert werden. Schäden durch Tierbiss sind dann zum Beispiel bis 2000 Euro mitversichert

Versicherungsvergleich heute nötiger denn je

Schlossberger empfiehlt dennoch, sich von solchen Anreizen nicht blenden zu lassen: "Entscheidend ist die Höhe der Prämie und das Preis-/Leistungsverhältnis der Tarife. Weil wir bei den Preisen eine Trendwende sehen, sollten Verbraucher mehr denn je die Konditionen von Autoversicherungen vergleichen und sich gegebenenfalls die noch günstigen Tarife eines anderen Anbieters sichern, ehe Preiserhöhungen wirksam werden." Eine Kündigung von Kfz-Versicherungen sei noch bis Ende November problemlos möglich.

Interessant ist ein Wechsel Schlossberger zufolge insbesondere auch für Kunden, deren Fahrzeuge Anfang Oktober in neue Typklassen eingestuft wurden und die deshalb unter Umständen teurer versichert werden. Davon betroffen ist rund jedes dritte Auto in Deutschland. Manche Autobesitzer kommen in der Kfz-Versicherung nun etwas günstiger weg, viele müssen jedoch gehörig zuzahlen. Die Prämienunterschiede können mehrere Hundert Euro pro Jahr betragen. In der Haftpflichtversicherung gibt es 16 Typklassen (10-25), in der Vollkasko 25 (10-34) und in der Teilkasko 24 (10-33). Die Typklassen werden bei laufenden Verträgen zum 1. Januar des Folgejahres wirksam. Steigt deswegen die Prämie, haben Versicherte ein Sonderkündigungsrecht. Die Briefe werden von den Versicherungsgesellschaften erst in den nächsten Wochen verschickt.

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Kunden, die die reguläre Kündigung bis zum 30. November eines Jahres verpasst haben, können davon profitieren. Wer aufgrund erhöhter Beiträge kündigen möchte, kann dies innerhalb einer Frist von vier Wochen nach dem Erhalt der Prämienrechnung tun. Landet die Rechnung erst Mitte November im Briefkasten, ist eine Sonderkündigung noch bis Mitte Dezember möglich.

Nicht endlos an Vollkasko festhalten

Möglichkeiten zum Sparen gibt es Schlossberger zufolge noch weitere. So habe eine Kundenanalyse von FinanceScout24 gezeigt, dass viele Autobesitzer, die einen Neu- oder Jahreswagen anmelden, sehr lange an der Vollkasko-Versicherung festhalten – meist zwischen fünf und sechs Jahren. Die Vollkasko springt im Gegensatz zur Teilkasko auch dann ein, wenn ein Unfallgegner Fahrerflucht begeht, ein Vandalismus-Schaden oder Selbstverschulden bei einem Crash vorliegt, oder der Unfallverursacher zahlungsunfähig ist. "Das sind zwar wünschenswerte Schutzschirme", erklärt Schlossberger, "aber sie verteuern die Autoversicherung mitunter beträchtlich. Deshalb empfiehlt sich eine Vollkasko-Police für eine Dauer von fünf oder sechs Jahren nur bei sehr teuren Autos." Die Leistungen der Teilkasko-Versicherung – also Kostenübernahme bei Diebstahl, Brandschäden, Explosionen und Wildschäden, Kabelschäden nach Kurzschluss, Glasbruch, sowie Naturgewalten – sind in der Vollkasko immer enthalten. Wann man auch auf diese Leistungen verzichten und in einen gewöhnlichen Haftpflicht-Tarif wechseln sollte, müsse jeder Autohalter selbst entscheiden, meint Schlossberger: "Das hängt sehr von den individuellen Erfordernissen ab. Wer zum Beispiel häufig mit Schäden durch Marderbiss zu tun hat, sollte auch bei sehr alten Fahrzeugen an der Teilkasko festhalten", empfiehlt er.

Weitere Tipps und Hilfestellungen zum Thema Kfz-Versicherungen finden sie in unserem Ratgeber.

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