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BKK für Heilberufe: Kassensterben in Deutschland geht weiter

Krankenkassen  

BKK für Heilberufe droht auch die Zahlungsunfähigkeit

13.05.2011, 17:15 Uhr | dpa, t-online.de - oca, mmr, dpa, t-online.de

BKK für Heilberufe: Kassensterben in Deutschland geht weiter. Das Krankenkassensterben geht weiter: BKK für Heilberufe steht vor der Pleite (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Das Krankenkassensterben geht weiter: BKK für Heilberufe steht vor der Pleite (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Das Sterben der gesetzlichen Krankenkassen geht weiter. Nach der City BKK steht mit der BKK für Heilberufe eine weitere Krankenkasse offenbar vor der Insolvenz. Derzeit suche der Vorstand der Kasse unter den anderen Betriebskrankenkassen händeringend nach einem Fusionspartner. Falls sich bis Ende Mai niemand finde, der die BKK Heilberufe mitsamt ihren knapp 130.000 Versicherten übernehmen will, drohe der Kasse in den kommenden Monaten die Zahlungsunfähigkeit.

Fusionspartner gesucht

Das geht aus einer Mitteilung des Beirats der BKK für Heilberufe an die Vorstände der anderen Betriebskrankenkassen vom 9. Mai 2011 hervor. "Unser Schwerpunkt liegt auf der Fusion", sagte der Sprecher der Kasse, Ulrich Rosendahl, der Zeitung. Für die Betriebskrankenkassen wäre dies zwar auch nicht billig, aber günstiger als eine Schließung. Die Schließungskosten belaufen sich nach Schätzungen demnach auf 34 Millionen Euro bis zum Jahresende, hinzu komme ein bereits bekanntes Darlehen in Höhe von 48 Millionen Euro.

BKK für Heilberufe hat Hälfte der Versicherten verloren

Die Zeit ist knapp: Bis Ende Mai, Anfang Juni solle entschieden sein, ob es Interesse an einer Fusion gebe. "Es laufen mehrere Gespräche mit Fusionskandidaten", bestätigte die Sprecherin des BKK-Bundesverbands, Christine Richter. "Ökonomisch am vernünftigsten wäre eine Fusion mit Finanzhilfen aus dem BKK-Lager, weil Schließungskosten oder Insolvenzkosten mit hoher Wahrscheinlichkeit höher liegen würden." Die angeschlagene Düsseldorfer Kasse hat 127.000 Versicherte. Allein im vergangenen Jahr sei die Hälfte ihrer Mitglieder und damit zusätzlich Finanzkraft verloren gegangen.

Neue Krankenkasse gesucht

Ungeachtet aller Proteste aus der Politik und vom BVA finden viele Versicherte der bankrotten City BKK weiterhin keine neue Kasse. Jetzt empörte sich der neue Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) darüber. Dieses Verhalten sei unerhört und rechtswidrig, sagte ein Sprecher Bahrs. Der Minister wollte bei der Chefin des Kassenverbandes, Doris Pfeiffer, darauf dringen, dass die Kassen "alles unterlassen, was zu einer Verunsicherung der Versicherten führt".

Ausweich-Krankenkassen überfordert

Pfeiffer reagierte prompt: Alle City-BKK-Mitglieder hätten das Recht, sich ihre neue Kasse frei zu wählen. Sie erwarte von jeder Kasse, dass sie die Betroffenen mit offenen Armen aufnehme. "Alles andere wäre unsolidarisch und unakzeptabel." Bisher aber bleibt die Lage für viele der 168.000 City-BKK-Versicherten angespannt, wie BVA-Sprecher Tobias Schmidt der dpa mitteilte. Allein 40 Beschwerden lägen dem Amt vor, weitere kämen dazu.

Wegen des Andrangs von City-BKK-Kunden hat die Barmer GEK ihre neun Kundencenter in Hamburg geschlossen. "Wir haben hunderte von Anfragen jeden Tag. Nun müssen sich die Mitarbeiter erst einmal um die Anliegen unserer Versicherten kümmern", sagte ein Sprecher. Seit Anfang der Woche hätten auch die AOK-Filialen in Berlin einen "Riesenansturm" von Betroffenen zu verkraften, sagte der Vorstandschef der AOK Nordost, Frank Michalak, dem "Tagesspiegel". Allmählich kriege die Kasse selbst Probleme.

Vereinigte IKK braucht offenbar einen Zusatzbeitrag

Derweil müssen sich die mehr als eine Million Mitglieder der finanziell angeschlagenen Krankenkasse Vereinigte IKK nach Informationen von "Welt online" auf einen Zusatzbeitrag gefasst machen. "Wenn es keine finanzielle Hilfe gibt, dann ist ein Zusatzbeitrag unvermeidlich", sagte der SPD-Politiker Klaus Brandner, der auch Mitglied im Verwaltungsrat der Kasse ist. Das Gremium kommt an diesem Freitag zusammen, um über die Sanierung der Kasse zu beraten.

Die Düsseldorfer Krankenkasse ist mit rund 1,7 Millionen Versicherten die zweitgrößte Innungskrankenkasse Deutschlands und damit zehnmal so groß wie die City BKK. Nach Informationen von "Welt online" aus Kassenkreisen wird aber auch eine mögliche Hilfe anderer Kassen für die Vereinigte IKK den Zusatzbeitrag nicht mehr abwenden können. "Der Zusatzbeitrag kommt, es geht jetzt nur noch um die Höhe", heißt es.

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