Sie sind hier: Home > Finanzen > Versicherungen >

Versicherungsbetrug: Schon der Versuch ist strafbar

Versicherungsbetrug: Schon der Versuch ist strafbar

19.08.2011, 17:10 Uhr | dpa-tmn, dpa-tmn

Versicherungsbetrug: Schon der Versuch ist strafbar . Nicht jede zerbrochene Vase ist ein Fall für die Versicherung  (Fotos: imago) (Quelle: imago images)

Nicht jede zerbrochene Vase ist ein Fall für die Versicherung (Fotos: imago) (Quelle: imago images)

Ein kaputter Laptop wird gestohlen gemeldet, die teure Vase hat angeblich der Nachbar zerstört - so versucht mancher, Geld von der Versicherung zu bekommen. Doch dieses Spiel ist riskant, warnt Nicolas Eilers von der Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV). Wir erklären Ihnen, wie die Versicherungen Betrügern auf die Schliche kommen und welche Konsequenzen drohen.

Schlimmstenfalls droht Haftstrafe

"Jeder Kunde muss wissen: Versicherungsbetrug ist kein Kavaliersdelikt", sagt Eilers. Im schlimmsten Fall drohten Haftstrafen. "Immer wenn ein nicht bestehender Anspruch geltend gemacht wird und der Versicherungsnehmer das auch weiß, spricht man von Versicherungsbetrug", erläutert der Rechtsanwalt. Die Formen seien dabei vielfältig.

Schon Versuch wird geahndet

Mancher Schaden sei frei erfunden, in anderen Fällen würden zu hohe Kosten geltend gemacht, in wieder anderen Fällen würden Vorschäden etwa am Auto verschwiegen. "Man sollte wissen, dass schon der Versuch strafbar ist", gibt Eilers zu bedenken.

Raster für potenzielle Betrugsfälle

Versicherte sollten sich dabei nicht in falscher Sicherheit wiegen. Die Versicherungsunternehmen sähen sich die jeweiligen Sachverhalte genau an, betont Eilers. "Erscheint an dem geschilderten Hergang etwas verdächtig, wird der Fall genauer geprüft." Dabei hätten die Unternehmen ein Raster entwickelt, mit dem potenzielle Betrugsfälle erkannt werden könnten.

Verdächtig seien beispielsweise besonders viele Schadensfälle innerhalb kurzer Zeit. Auch wer eine Police erst kurz vor dem Schaden abgeschlossen hat, müsse mit einer Prüfung rechnen. Ebenso spiele die Höhe des Schadensfalls eine Rolle, erklärt der Experte.

Fehler können für Versicherte teuer werden

Wird ein Betrüger erwischt, zieht die Versicherung Konsequenzen. "Die Versicherung kann es ablehnen, den Schaden zu übernehmen", so Eilers. Dadurch könnten Kunden auch bei eigentlich berechtigten Ansprüchen leer ausgehen, wenn sie fälschlicherweise einen zu großen Schaden angegeben haben. Zudem könne der bestehende Versicherungsvertrag gekündigt und entstandene Kosten etwa für den Einsatz von Gutachtern vom Versicherten zurückverlangt werden. In schweren Fällen werde eine Strafanzeige gestellt.

Beweispflicht liegt beim Kunden

Um Missverständnisse zu vermeiden, sollten Kunden daher im Schadensfall alles gut dokumentieren. So sollten Fotos gemacht und Rechnungen immer aufgehoben werden. "Denn der Versicherungsnehmer muss am Ende beweisen können, dass der Schaden auch so eingetreten ist, wie er es beschrieben hat", sagt der Fachmann.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOhappy-size.detchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR;

shopping-portal