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Gesundheit: Deutsche fürchten Verfall des Gesundheitssystems

Deutsche fürchten Verfall des Gesundheitssystems

23.11.2011, 14:26 Uhr | Spiegel Online, Spiegel Online

Gesundheit: Deutsche fürchten Verfall des Gesundheitssystems. Viele Deutsche fürchten um die Zukunftsfähigkeit des Gesundheitssystems (Quelle: Archiv)

Viele Deutsche fürchten um die Zukunftsfähigkeit des Gesundheitssystems (Quelle: Archiv)

Pflegenotstand, Ärztemangel, steigende Kosten für Millionen Menschen: Die Deutschen zweifeln laut einer Umfrage an der Zukunftsfähigkeit des Gesundheitssystems. Die Regierung verschleppt in den Augen der Bürger wichtige Reformen.

Sorge um Gesundheitssystem

Zwei Drittel der Deutschen fürchten einen Ärztemangel, 80 Prozent eine Zwei-Klassen-Medizin, und nur etwa jeder Siebte glaubt, dass sich die derzeitige Versorgung aufrechterhalten lässt. Das sind nur einige der wenig erfreulichen Ergebnisse aus dem sechsten MLP-Gesundheitsreport, einer repräsentativen Erhebung, die das Allensbacher Institut für Demoskopie und die Bundesärztekammer einmal jährlich für den Finanzberater MLP erstellen. An diesem Mittwoch wurde die aktuelle Studie veröffentlicht.

Die Umfrage unter rund 1800 Bundesbürgern und mehr als 500 Ärzten ergab im Kern zwei Dinge: Die Deutschen sind mit dem aktuellen Gesundheitssystem zwar weitgehend zufrieden. Doch sie blicken äußerst sorgenvoll in die Zukunft.

Aktuelle Versorgung wird positiv betrachtet

Insgesamt ist die Zufriedenheit mit der aktuellen Gesundheitsversorgung gewachsen. 72 Prozent der Bevölkerung und 88 Prozent der Ärzte beurteilen sie derzeit als "gut" oder "sehr gut". Die Entwicklung in den kommenden zehn Jahren schätzt die Bevölkerung aber als sehr pessimistisch ein.

Große Belastung fürs Gesundheitssystem erwartet

79 Prozent erwarten steigende Kassenbeiträge, 78 Prozent höhere Zuzahlungen für Medikamente. Dabei werde es auch immer mehr zu einer "Zwei-Klassen-Medizin" kommen, sagen 79 Prozent. Außerdem erwarten zahlreiche Bürger, dass der demografische Wandel das Gesundheitssystem zunehmend belastet: 61 Prozent rechnen mit volleren Arztpraxen und Problemen, einen Termin zu erhalten. 51 Prozent gehen sogar davon aus, dass teure Behandlungen bei älteren Menschen aus Kostengründen nicht mehr durchgeführt werden. Mehr als drei Viertel fürchten, dass die Leistungen zur Sicherstellung einer guten Pflege bald nicht mehr ausreichen.

Politik schuld an Problemen

Hauptgrund für die schlechten Aussichten ist aus Sicht der meisten Befragten die Tatenlosigkeit der Politik - vor allem bei der Pflege. Die Regierung müsse die entsprechende Versorgung rasch weiterentwickeln, fordern 82 Prozent der Ärzte und Bürger. 46 Prozent der Ärzte und 43 Prozent der Bevölkerung sind skeptisch, ob es der Politik überhaupt gelingen kann, eine gute Versorgung für alle Pflegebedürftigen sicherzustellen.

Viele Bürger nehmen ihr Schicksal inzwischen selbst in die Hand. 43 Prozent plädieren dafür, dass man oberhalb der Grundsicherung eigenverantwortlich privat vorsorgt - anstatt auf den Staat zu vertrauen.

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