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Millionen fehlerhafte Gesundheitskarten verschickt

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Millionen fehlerhafte Gesundheitskarten verschickt

22.06.2012, 18:03 Uhr | dpa-AFX

Millionen fehlerhafte Gesundheitskarten verschickt. Krankenkassen liefern zwei Millionen fehlerhafte Gesundheitskarten (Quelle: dpa)

Krankenkassen liefern zwei Millionen fehlerhafte Gesundheitskarten (Quelle: dpa)

Erst mit großem Verzug, dann millionenfach fehlerhaft: Zwei Millionen Versicherte haben die Gesundheitskarte ohne Persönliche Identifikations-Nummer (PIN) ausgeliefert bekommen. Dies gebe potenziellen Datendieben theoretisch die Möglichkeit, Kartendaten auszulesen. Für die Kassenmitglieder von 55 Krankenkassen bestehe allerdings nach Angaben des Kassen-Spitzenverbandes "aktuell kein Sicherheitsrisiko". Ein Sprecher bestätigte einen Bericht des Internetportals "derwesten.de". Der Fehler sei beim Kassen-Dienstleister "itsc" entstanden.

Der Dienstleister selbst sagte bereits zu, alle fehlerhaften Karten bis zum Online-Betrieb Ende 2013 auszutauschen. Die PIN werde auch erst dann benötigt, hieß es. Alle Betroffenen seien den Kassen bekannt, die Versicherten müssten deshalb jetzt nichts unternehmen.

Gesundheitsministerium verärgert

Das Bundesgesundheitsministerium reagierte dennoch verärgert. "Die fehlerhaften Karten müssen rasch zurückgezogen werden", sagte ein Sprecher der dpa. Nicht akzeptabel sei, damit zu warten, bis das Online-Verfahren starte.

Nach Angaben von itsc wurde der Fehler inzwischen behoben, die aktuell ausgelieferten Karten seien ohne Sicherheitslücke. Der Kassenverband geht nach den Worten des Sprechers davon aus, dass die fehlerhaften Karten "automatisch gesperrt werden".

FDP: Projekt auf Eis legen

Der Gesundheitskarten-Kritiker Erwin Lotter (FDP) forderte, "das Projekt sofort auf Eis zu legen - und über das weitere Schicksal der ohnehin nur von den Kassen geliebten Karte erst zu entscheiden, wenn alle technischen und nicht zuletzt auch juristischen Fragen zum Datenschutz abschließend geklärt sind".

Am 28. Juni verhandelt das Sozialgericht Düsseldorf über die Plastikkarte. Dem Verfahren wird Pilotcharakter zugeschrieben, der Kläger sieht den Datenschutz verletzt. Die Karten für rund 70 Millionen Versicherte werden seit vergangenem Herbst verschickt.

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