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PKV: Schnell wechseln, bevor es teurer wird

PKV: Schnell wechseln, bevor es teurer wird

12.07.2012, 13:56 Uhr | dapd

PKV: Schnell wechseln, bevor es teurer wird. Wer seine private Krankenversicherung schnell wechselt, kann bares Geld sparen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wer seine private Krankenversicherung schnell wechselt, kann bares Geld sparen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Beitragserhöhungen für Versicherte der privaten Krankenversicherung (PKV) nehmen kein Ende. Erst Anfang des Jahres drehten viele Versicherer an der Preisschraube und erhöhten die Beiträge um bis zu 40 Prozent. Zum Herbst stehen die nächsten Verteuerungen ins Haus, wie Hajo Köster vom Bund der Versicherten (BdV) warnt. Wer seine Beiträge jetzt schon nicht mehr zahlen kann, sollte deshalb schnellstens seinen Tarif wechseln. Das kann bis zu 500 Euro Entlastungen pro Monat bringen und dauert bestenfalls sechs bis acht Wochen. Allerdings geht dem oft ein zäher Kampf voraus.

"Abgeblockt oder falsch informiert"

Dabei hat jeder Kunde das Recht, innerhalb seiner Versicherung umzusteigen und zu sparen. Je länger ein Bürger schon privat versichert ist, desto härter trifft ihn jede neue Beitragserhöhung. Ein 61-jähriger Dresdner beispielsweise war vor 20 Jahren mit 160 D-Mark Beitrag gestartet und soll heute monatlich 819 Euro aufbringen, wie die Verbraucherzentrale Sachsen berichtet. Doch wer nach dem letzten Prämienschock auf eigene Faust seinen Anbieter nach einem günstigeren Tarif fragte, landete meist in der Sackgasse.

"Kunden wurden von Versicherern hingehalten, abgeblockt oder gezielt falsch informiert", berichtet Michael Wortberg, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Die Berater in Verbraucherschutz- und Versichertenverbänden konnten sich in den vergangenen Monaten kaum retten vor Beschwerden entnervter, zermürbter Privatpatienten. Der Verband der Privaten Krankenversicherungen (PKV) teilt dagegen auf Anfrage mit, seine Mitgliedsunternehmen verhielten sich "rechtstreu".

"Billiger geht fast immer"

Der Umstieg zu einem billigeren Tarif schützt zwar auch nicht vor einer neuen Beitragserhöhung. Er verschafft aber etwas mehr finanziellen Spielraum. "Zehn Prozent Anhebung auf 350 Euro Beitrag sind nun mal weniger Geld als zehn Prozent auf 500 Euro", erläutert Köster.

"Einige Versicherer machen es den Leuten sehr schwer", berichtet hingegen Köster. Es gebe Privatversicherte, die kämpften schon seit zwei Jahren um einen günstigeren Tarif. Die meisten Betroffenen werden mit der Auskunft abgewimmelt, es gebe keine Alternativen. "Falsch, billiger geht fast immer", betont Michael Wortberg, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Andere Wechselwillige sollen deutlich abgespeckte Leistungen respektive höhere Selbstbeteiligungen in Kauf nehmen. "Vorsicht", mahnt Wortberg. Ein Verzicht sei nicht rückholbar. Nicht hinnehmbar sei auch, wenn ein Wechsel an eine neue Gesundheitsprüfung und künftige Risikozuschläge geknüpft werden soll.

Versicherungswechsel ist seit 1994 gesetzlich verankert

Was viele Betroffene nicht wissen: Seit 1994 ist der interne Wechsel zu einem günstigeren Tarif im Versicherungsvertragsgesetz (VVG), Paragraf 204, verankert - und zwar zu vergleichbaren Leistungen. Die Rückstellungen fürs Alter können nicht verloren gehen. Auf das Wechselrecht muss bei jeder Prämienänderung aufmerksam gemacht werden. Kunden über 60 Jahre müssen sogar konkrete Tarife mit gleichem Versicherungsschutz zum besseren Preis genannt bekommen.

Doch bei der Umsetzung scheint es mächtig zu hapern. Was tun? Nur wer genug Hartnäckigkeit und Detailwissen mitbringt, könne sein Recht tatsächlich allein durchsetzen, sagt Köster. Alle anderen sollten sich von Versicherungsprofis helfen lassen. Das ist zwar nicht billig, kann sich auf Dauer aber auszahlen.

Nur im Erfolgsfall zu zahlen

Beistand bieten etwa die Experten von "Beitragsoptimierung24.de" oder "Widge.de". Sie beraten über Sparchancen, Vor- und Nachteile neuer Tarife und erledigen auch den Umstieg mitsamt Schriftverkehr. Nimmt der Kunde einen Wechselvorschlag an, werden Honorare fällig, die der Ersparnis von acht bis zwölf Monaten entsprechen plus Mehrwertsteuer. "Beitragsoptimierung24.de" stellt die Beratung zudem nur dann in Rechnung, wenn der Versicherte nicht nur spart, sondern auch bei der Leistung konstant bleibt.

"Solche Firmen haben ihre Daseinsberechtigung, weil sie Einblick in sämtliche Daten haben", betont Wortberg. Wichtig sei, dass Kunden nur im Erfolgsfall zahlen müssten. "Je nach Vertrag können da schnell 2500 Euro zusammenkommen", rechnet Köster vor. Wer für 40 Euro Jahresbeitrag Mitglied beim BdV wird, bekomme ebenfalls Tarifberatung plus -wechsel für insgesamt 400 Euro inklusive Steuer.

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