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Praxisgebühr-Aus treibt Arzneimittelausgaben in die Höhe

Aus für Praxisgebühr treibt Arzneimittelausgaben

14.03.2013, 10:20 Uhr | Spiegel Online

Praxisgebühr-Aus treibt Arzneimittelausgaben in die Höhe. Viele Patienten haben sich erst im Januar Medikamente verschreiben lassen (Quelle: imago/Christoph Franke)

Viele Patienten haben sich erst im Januar Medikamente verschreiben lassen (Quelle: imago/Christoph Franke)

Viele Patienten haben offenbar die Abschaffung der Praxisgebühr abgewartet: Im Januar sind die Arzneimittelausgaben deutlich gestiegen. Vertreter der Krankenkassen warnen vor einer neuen Kostenspirale.

Mehr Rezepte eingelöst

Die Deutschen haben im Januar deutlich mehr Geld für Medikamente ausgegeben als noch vor einem Jahr. Laut Deutschem Apothekerverband (DAV) stiegen die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für Arzneimittel ohne Impfstoffe gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,4 Prozent. Der Anstieg lag vor allem daran, dass mehr Rezepte eingelöst wurden. Ihre Zahl erhöhte sich um 9,4 Prozent.

Hinter der Zunahme dürfte das Aus für die Praxisgebühr Ende 2012 stehen. Viele Fachleute gingen davon aus, "dass es durch die Abschaffung der Praxisgebühr Verlagerungseffekte gibt, dass also Menschen sich lieber im Januar ein neues Rezept ohne Praxisgebühr geholt haben, statt im Dezember mit Praxisgebühr", sagte der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz, "Spiegel Online".

Patienten nutzen Aus für Praxisgebühr

Ähnlich äußerte sich der Vorstandsvorsitzende der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH), Ingo Kailuweit. "Die Patienten haben anscheinend die Abschaffung der Praxisgebühr abgewartet und sind erst im neuen Jahr zum Arzt gegangen, um sich ihre Medikamente verschreiben zu lassen", sagte er.

"Zusätzlich kann auch die beginnende Grippewelle eine Rolle gespielt haben." Die KKH verzeichnete im Januar einen Anstieg der Ausgaben pro Versichertem um 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der eingelösten Rezepte erhöhte sich im Vergleich zum Dezember sogar um knapp 18 Prozent.

KKH befürchtet Kostenspirale

Kailuweit warnte, der Trend könne sich über die nächsten Monate fortsetzen. "Es darf nicht dazu kommen, dass der Arzneimittelsektor die Kostenspirale erneut nach oben schraubt", sagte er. Auch GKV-Sprecher Lanz warnte vor zusätzlichen Belastungen. "Die Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung sind jetzt von zwei Seiten unter Druck - auf der einen Seite kürzt die Bundesregierung den Bundeszuschuss und auf der anderen Seite steigen die Leistungsausgaben."

Derzeit ist die Lage der Krankenkassen allerdings noch sehr komfortabel: Aufgrund der guten Entwicklung am Arbeitsmarkt und moderater Ausgaben sitzen sie laut Schätzungen auf Reserven von rund 30 Milliarden Euro.

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