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AOK: In Deutschland wird zu oft operiert

AOK-Chef Graalmann: In Deutschland wird zu oft operiert

11.04.2013, 10:28 Uhr | dpa, t-online.de

AOK: In Deutschland wird zu oft operiert. Weniger Anreize für den Griff zum Skalpell fordert der Chef des AOK-Bundesverbandes (Quelle: dpa)

Weniger Anreize für den Griff zum Skalpell fordert der Chef des AOK-Bundesverbandes (Quelle: dpa)

In Deutschland wird zu häufig operiert. Das kritisierte der Chef des AOK-Bundesverbandes, Jürgen Graalmann, in der "Frankfurter Rundschau". "Patienten können nicht mehr sicher sein, dass ein Eingriff ausschließlich aus medizinischen Gründen durchgeführt wird", sagte er im Gespräch mit der Zeitung. Das Thema beschäftigt heute auch Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr auf einer Konferenz.

Nur in Österreich gibt es mehr Klinikaufenthalte

Grund dafür sei, dass es in Deutschland zu viele Krankenhausbetten gebe. Um diese Betten voll zu besetzen und wirtschaftlich arbeiten zu können, werde mehr operiert als nötig. Die AOK beruft sich auf eine aktuelle Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), nach der in kaum einem anderen Land so oft operiert wird wie in Deutschland.

Laut Statistik kommen auf 1000 Einwohner jährlich 240 Klinikaufenthalte - der OECD-Durchschnitt liegt bei 155 Besuchen. Nur in Österreich ist die Zahl mit 261 Aufenthalten noch etwas höher.

Graalmann forderte, das Vergütungssystem der Kliniken zu reformieren: "Die Bezahlung muss so verändert werden, dass es sich nicht mehr lohnt, die Zahl der Operationen unnötig zu erhöhen."

OECD rät: Bezahlung nach Erfolg

Auch die OECD-Experten raten in ihrem Bericht: Deutsche Kliniken sollten stärker als bisher auch aufgrund von Daten über den Behandlungserfolg bezahlt werden. "Das würde dazu beitragen, dass den Deutschen auch künftig eine Gesundheitsversorgung zugute kommt, die zu den besten der Welt zählt", heißt es. Die OECD-Erhebung ist Grundlage für eine Konferenz mit dem Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) zur Versorgung in den Krankenhäusern.

Zahl der ambulanten Eingriffe verdreifacht

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden hatte zudem kürzlich gemeldet, dass die Zahl der ambulanten Operationen sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdreifacht hat. In deutschen Krankenhäusern kamen 2011 knapp 1,9 Millionen Menschen unters Messer, ohne dass sie danach in der Klinik bleiben mussten. 2002 waren nur den Statistikern zufolge 576.000 frisch Operierte direkt nach dem Eingriff nach Hause gegangen.

"Besonders stark war der Zuwachs dabei im Jahr 2004, nachdem die gesetzlichen Regelungen zu ambulanten Operationen geändert wurden", berichtete Destatis-Mitarbeiter Thomas Graf. Insgesamt führen 61 Prozent der insgesamt mehr als 2000 Krankenhäuser in Deutschland ambulante Operationen durch. Nicht enthalten ist in diesen Daten die Zahl der ambulanten Operationen, die von Belegärzten im Krankenhaus vorgenommen werden.

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