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Krankengeld und medizinische Leistungen werden Patienten verweigert

Studie: Tausenden Patienten werden Leistungen und Krankengeld verwehrt

02.07.2013, 12:26 Uhr | t-online.de, dpa

Krankengeld und medizinische Leistungen werden Patienten verweigert. Tausende Patienten beklagen falsche Beratungen oder die Verweigerung von Leistungen  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Tausende Patienten beklagen falsche Beratungen oder die Verweigerung von Leistungen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Schwerer Vorwurf: Krankenkassen, Ärzte und Kliniken verweigern Patienten in Deutschland regelmäßig ohne ausreichenden Grund medizinische Leistungen und Krankengeld. Das geht aus einer Studie hervor, die die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) im Auftrag der Bundesregierung führte. Insgesamt wurden 75.000 Patientengespräche ausgewertet.

Genehmigte Leistungen verweigert

Analysiert wurden Beschwerden im Zeitraum zwischen April 2012 und März 2013. Insgesamt waren über 14.500 Beschwerden von Patienten eingegangen, berichtet die UPD in ihrem Jahresbericht "Monitor Patientenberatung". Sie bezieht sich dem Vernehmen nach vor allem auf niedergelassene Ärzte und gesetzliche Krankenkassen. Etwa jede dritte Beschwerde habe dabei vor allem Patientenrechte betroffen. Dieses Thema führe mit fast 10.600 Beratungen auch die Liste der UPD-Beratungsschwerpunkte an.

In 4900 Fällen bestand demnach begründeter Verdacht, dass Krankenkassen, Ärzte oder Kliniken den Versicherten Leistungen verwehrten, die ihnen eigentlich zustanden. Fast 4800 Beschwerden habe es zudem zum Thema Krankengeld gegeben. In fast 1000 dieser Fälle seien auch Probleme dokumentiert worden: Demnach gaben Kassen keine richtigen Auskünfte, verweigerten ungerechtfertigt die Zahlung oder setzten die Versicherten unter Druck, trotz Krankschreibung des Arztes wieder zu arbeiten.

Druck auf psychisch Kranke

Offizielle Zahlen, wie oft die Probleme - etwa beim Krankengeld - insgesamt vorkommen, gibt es nicht. "Wir können feststellen, dass es sehr präsent ist im Beratungsalltag", sagte UPD-Geschäftsführer Sebastian Schmidt-Kaehler. Auch psychisch Kranke würden durch Kassenmitarbeiter regelmäßig unter Druck gesetzt. Beschwerden und Probleme wurden ebenfalls bei den oft teuren Rechnungen beim Zahnarzt und bei der Suche nach einem der begehrten Plätze für eine Psychotherapie dokumentiert.

Politiker kritisiert: "Unmenschliches Verhalten"

In mehr als 7300 Fällen schätzten die Berater die Lage so ein, dass Patienten falsch oder ungenügend informiert wurden. "Selbst wenn die Rechte verbrieft sind, heißt das nicht, dass Patienten zu ihrem Recht kommen", sagte Schmidt-Kaehler. Der Bundespatientenbeauftragte Wolfgang Zöller (CSU) kritisierte dieses Verhalten als nicht human und schloss schärfere gesetzliche Vorgaben nicht aus.

Der Sozialverband VdK forderte die Politik zum Handeln gegen die hier schlummernden sozialen Probleme auf. Und Präsidentin Ulrike Mascher sagte, oft führe schon ein Formfehler dazu, dass die Kasse das Krankengeld nicht mehr zahle. "Hier muss das Gesetz geändert werden."

Viele Patienten sind unwissend

Ein Problem liegt der Analyse zufolge jedoch auch in der Unwissenheit vieler Patienten: "In der Beratung sehen wir, dass viele Patienten ihre Rechte nicht kennen, geschweige denn einfordern", erklärt Schmidt-Kaehler. "Auch begegnet man ihnen im Medizinbetrieb nicht immer auf Augenhöhe und einen selbstbewussten Umgang mit Ärzten oder Krankenkassen trauen sich viele Ratsuchende gar nicht zu – sie glauben einfach, dass sie als Patienten keine Chance haben."

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