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14 Krankenkassen werden beim Zusatzbeitrag günstiger

Beitrags-Reform  

Einige Krankenkassen werden günstiger

07.04.2014, 15:31 Uhr | t-online.de, rtr

14 Krankenkassen werden beim Zusatzbeitrag günstiger. Krankenkassen - großes Gebühren-Wirrwarr ab 2015 (Quelle: imago/ Christian Ohde)

Krankenkassen - großes Gebühren-Wirrwarr ab 2015 (Quelle: imago/ Christian Ohde)

Auf die gesetzlich Krankenversicherten kommen mit der Gesundheitsreform der Koalition auf breiter Front einkommensabhängige Zusatzbeiträge zu. Für die meisten Versicherten wird es dadurch in den kommenden Jahren wohl teurer. Doch 14 Krankenkassen deuten bereits jetzt niedrige Zusatzbeiträge an, darunter auch die große Techniker Krankenkasse.

Beitragssatz sinkt - Zusatzbeitrag kommt

Mit dem geplanten Reformstart Anfang 2015 wird der Beitragssatz für alle Krankenkassen von 15,5 auf 14,6 Prozent sinken. Ein Sonderbeitrag von 0,9 Prozent zulasten der Kassenmitglieder soll entfallen. Stattdessen können die Kassen dann Zusatzbeiträge nehmen, die vom Einkommen abhängig sind.

Gestrichen wird die heute noch gültige Möglichkeit pauschaler Aufschläge für die Versicherten, die bei Geringverdienern aus Steuermitteln ausgeglichen werden können. Mittelfristig werden deshalb höhere Beiträge auf Millionen Versicherte zukommen.

Es wird billiger - und teurer

Den Kassen gehen durch den Wegfall des Sonderbeitrags rund elf Milliarden Euro verloren. Das müssen sie auffangen. Deshalb werden die Belastungen für viele Versicherte höher liegen - mit steigender Tendenz.

Einige Versicherer, wie die Techniker Krankenkasse (TK), die AOK Plus oder große Betriebskrankenkassen stehen finanziell so gut da, dass sie bei einem Zusatzbeitrag deutlich unter den 0,9 Prozentpunkten bleiben können. Für die Versicherten kommt dies damit einer Beitragssenkung gleich.

Techniker Krankenkasse will unter dem Schnitt bleiben

Ein Sprecher der Techniker Krankenkasse, bei der rund 8,8 Millionen Bürger versichert sind, bestätigte gegenüber T-Online.de, dass die TK Zusatzbeiträge anstrebt, die unter dem durchschnittlichen liegen. "Wie hoch die Zusatzbeiträge tatsächlich ausfallen, können wir erst im Herbst mitteilen", so Michael Ihly.

Kai Behrens vom AOK-Bundesverband sagte, die Preiskomponente werde künftig an Bedeutung verlieren und die Ortskrankenkassen würden ihre Stärken in der Beratung ausspielen.

Unterschiedliche Beitragssätze

Rund 20 Millionen der 52 Millionen gesetzlich Krankenversicherten gehören einer Kasse an, die sich einen solch niedrigeren Satz leisten kann. Andere werden wie bisher 15,5 Prozent von ihren Versicherten einfordern, andere sogar noch mehr. Insgesamt entsteht so eine Fülle unterschiedlicher Beitragssätze.

Eine Umfrage des Internetportals krankenkasseninfo.de zeigt, dass es bereits zum Start der Reform deutliche Beitragsunterschiede geben wird. Während manche Kassen angaben, dass sie voraussichtlich mit genau 0,9 Prozent starten werden, wollen immerhin mehr als zehn günstiger sein.

Manche Kassen wollen ohne Zusatzbeitrag auskommen

Insgesamt vier Krankenkassen streben demnach sogar an, den Zusatzbeitrag bei Null zu belassen. Festlegen will und kann sich zum jetzigen Zeitpunkt aber keine der befragten 98 Kassen. "Bei unserer Umfrage zeigte sich, dass diejenigen Versicherten, die momentan Geldprämien von ihrer Kasse erhalten, aller Voraussicht nach auch in Zukunft weniger Beitrag zahlen werden", sagte Karsten Leidloff von krankenkasseninfo.de.

Die BKK firmus, die BIG direkt gesund und die BKK Scheufelen kündigten für 2015 einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz an. Michael Lempe, Vorstand der hkk sagte dem Internetportal, dass ein niedriger Zusatzbeitrag sich besonders bei höheren Einkommen bezahlt mache. Gutverdiener könnten als hkk-Mitglied im kommenden Jahr im Schnitt 40 Euro gegenüber dem Kassendurchschnitt sparen, so Lempe.

Wenn sich auch die restlichen Krankenkassen festgelegt haben, müssen sich die gesetzlich Krankenversicherten erneut mit der Frage beschäftigen, ob sie ihrer bisherigen Kasse die Treue halten wollen oder sich nach einer neuen umsehen. Als der Zusatzbeitrag im Jahr 2009 - damals noch mit festen Euro-Beträgen - erstmals eingeführt wurde, wechselten Hunderttausende die Krankenkasse.

Diese Krankenkassen haben sich bereits geäußert

Voraussichtlich genau 0,9% Zusatzbeitrag (Beitragssatz 15,5%)

Voraussichtlich weniger als 0,9% Zusatzbeitrag (Beitragssatz 14,7 bis 15,4%)

Voraussichtlich ohne Zusatzbeitrag (Beitragssatz 14,6%)

BKK Herkules
energie-BKK
mhplus BKK
pronova BKK
Shell BKK/Life

BIG direkt
BKK exklusiv
BKK firmus
BKK Gildem. Seidenst.
BKK VDN
BKK VerbundPlus
hkk
Knappschaft
Metzinger BKK
Techniker Krankenkasse

BKK Scheufelen
BKK Schwarzw.-Baar-Heubg.
IKK Brandenburg und Berlin
Siemag BKK

Quelle: krankenkasseninfo.de, eigene Recherchen; Stand: 07.04.2014

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