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Krankenkassen: Jede zweite Krankenhaus-Abrechnung ist falsch

Versicherte zahlen drauf  

Jede zweite Klinik-Abrechnung ist falsch

10.06.2014, 19:17 Uhr | dpa , dpa-AFX , AFP

Krankenkassen: Jede zweite Krankenhaus-Abrechnung ist falsch. Durch falsche Krankenhaus-Abrechnungen entsteht ein Schaden in Milliarden-Höhe (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Durch falsche Krankenhaus-Abrechnungen entsteht ein Schaden in Milliarden-Höhe (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Rund jede zweite Klinik-Abrechnung ist nach Erhebungen der Krankenkassen (GKV) fehlerhaft. Den Versicherten entsteht dadurch ein Schaden von über zwei Milliarden Euro, wie die "Frankfurter Rundschau" (FR) unter Berufung auf den Spitzenverband der Krankenkassen berichtet.

Demnach waren im ersten Halbjahr 2013 knapp 53 Prozent aller überprüften Rechnungen zu hoch, genauso wie im Gesamtjahr 2012. Auf ihnen waren Behandlungen aufgelistet, die nicht in dem behaupteten Umfang oder sogar überhaupt nicht erbracht wurden. Damit liege die Quote im dritten Jahr in Folge über 50 Prozent.

Gesamtschaden von 2,3 Milliarden Euro

Den Gesamtschaden beziffern die Kassen dem Bericht zufolge auf 2,3 Milliarden Euro. Würden die rund 2000 Kliniken richtig abrechnen, könnte der Beitragssatz in der Krankenversicherung um 0,2 Punkte auf 15,3 Prozent sinken, schreibt die "FR".

Die Krankenkassen sind gesetzlich dazu verpflichtet, mit Hilfe des Medizinischen Dienstes der Kassen (MDK) die Klinik-Abrechnungen zu überprüfen. Über die Ergebnisse dieser Überprüfungen gibt es seit Jahren Streit. Die Krankenhäuser argumentieren, dass die Prüfungen fachlich nicht immer richtig seien. Arzt und Kasse sähen viele Fälle aus medizinischer Sicht sehr unterschiedlich.

Krankenhausgesellschaft: "Aussagen sind falsch"

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) warf den Kassen vor, sie würden Kliniken "in unzulässiger Weise" diskreditieren. "Die Aussagen der Kassen sind schlichtweg falsch", erklärte Hauptgeschäftsführer Georg Baum. Von gezielten Falschabrechnungen könne überhaupt keine Rede sein. 95 Prozent der Klinikabrechnungen blieben letztlich unbeanstandet - bei rund 18,6 Millionen Behandlungsfällen jährlich.

Der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz, verwies darauf, es gehe bei der Prüfung der Kassen nicht um die Frage, ob vorsätzlich oder aus Versehen falsch abgerechnet wurde. Auf jeden Fall fehle dadurch Geld im Finanztopf der Kassen.

Der Gesetzgeber hatte der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und dem GKV-Spitzenverband aufgetragen, sich auf ein klares Verfahren für die Abrechnungsprüfungen zu verständigen. Die Verhandlungen sind laut GKV-Verband allerdings gescheitert. Nun soll eine Schiedsstelle für Klärung sorgen.

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