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Bande vor Gericht: So betrog sie mit absichtlichen Unfällen

Bande vor Gericht  

Versicherungsbetrug mit absichtlichen Unfällen

22.08.2014, 13:45 Uhr | dpa, t-online.de

Bande vor Gericht: So betrog sie mit absichtlichen Unfällen. Viele Auffahrunfälle werden absichtlich herbeigeführt, um die Kfz-Versicherung zu betrügen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Viele Auffahrunfälle werden absichtlich herbeigeführt, um die Kfz-Versicherung zu betrügen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Jeder kann ein Unfall-Opfer von professionellen Banden werden, die absichtlich Verkehrsunfälle herbeiführen, um so so die Kfz-Versicherung zu betrügen. Ein besonders großer Fall kommt nun vor Gericht. Eine Bande mit über 30 Mitgliedern soll seit mindestens sechs Jahren die Versicherer um mehrere Hunderttausend Euro betrogen haben.

Jetzt prüft die Staatsanwaltschaft Baden-Baden, ob ein 33-Jähriger aus dem Raum Bühl in Baden-Württemberg und ein 39-Jähriger aus der Pfalz als mutmaßliche Haupttäter vor Gericht kommen, wie die Polizei mitteilte. Die Bande soll Versicherungssummen von rund 580.000 Euro abkassiert haben. Mehr als 100 Fälle seien bislang bekannt.

Auffahrunfälle durch starkes Abbremsen verursacht

In wechselnder Besetzung seien die Betrüger in Nachbarländer, etwa Frankreich und Belgien, gefahren. Dort sollen sie Unfälle mit starkem Abbremsen ausgelöst haben. Die Masche habe sich oft gegen beladene Lieferwagen mit langem Bremsweg gerichtet.

Es sollen notdürftig instand gesetzte Autos zum Einsatz gekommen sein. Die Bande habe stets den Kilometerstand verändert und Ausfuhrkennzeichen verwendet, mit denen die Fahrzeuge kurzfristig im Verkehr sein dürfen. Die beiden Hauptbeschuldigten haben der Mitteilung zufolge ihren Lebensunterhalt neben dem so ergaunerten Geld mit Mitteln aus staatlicher Unterstützung finanziert.

Haftstrafen drohen

Die Betrugsmasche flog schon 2012 auf. Im Frühjahr 2013 wurden fünf Haftbefehle vollstreckt - die Beschuldigten kamen jedoch wieder auf freien Fuß. Nun wurden die Akten der Staatsanwaltschaft übergeben. Für provozierte Unfälle drohen bis zu zehn Jahre Haft, sind sie doch ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) schätzt, dass hierzulande jeder achte bis zehnte Unfall mit Vorsatz verursacht wird. Die Schäden summieren sich auf fast zwei Milliarden Euro jährlich - die die Kfz-Versicherer über höhere Versicherungsbeiträge an alle Autofahrer weitergeben.

Markante Unfallpunkte bei Betrügern beliebt

Nicht immer stecken kriminelle Banden hinter den Unfällen, auch Einzeltäter lauern oft an markanten Unfallpunkten, um auf Kosten unbescholtener Autofahrer die Versicherungen zu betrügen. Beliebt sind zum Beispiel ruhige und schlecht einsehbare Rechts-vor-links-Kreuzungen.

Auch ein freundliches Handzeichen, man könne trotz rechtmäßiger Vorfahrt des anderen Fahrers zuerst fahren, kann einen absichtlichen Unfall auslösen. Hat der "freundliche" Fahrer einen Zeugen und das Opfer nicht, kann letzterer den Vorfall nicht beweisen.

Der Polizei Betrugsverdacht mitteilen

Auf jeden Fall sollte bei derartigen Unfällen die Polizei gerufen werden. Ein Indiz für einen Betrüger kann auch sein, wenn sich der Unfallgegner merkwürdig routiniert benimmt. Die Polizei ist vor Ort für entsprechende Hinweise dankbar. Auch die Kfz-Versicherung sollte von dem Absichts-Verdacht erfahren. Sie kann dann einen Gutachter hinzuziehen, der den Betrug aufdecken kann. Leider sind Beweise oft schwer zu erbringen, so dass Unfallopfer letztlich auf ihren Kosten sitzen bleiben, wenn sie keine Vollkasko-Versicherung haben.

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