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Ärzte und Krankenkassen einig über Honorarplus für 2015

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Ärzte und Kassen einig über Honorarplus für 2015

27.08.2014, 19:32 Uhr | AFP, dpa

Ärzte und Krankenkassen einig über Honorarplus für 2015 . Die Honorare der Ärzte für 2015 werden mit den Krankenkassen ausgehandelt (Quelle: dpa)

Die Honorare der Ärzte für 2015 werden mit den Krankenkassen ausgehandelt (Quelle: dpa)

Die Vertreter der Kassenärzte und der Krankenkassen haben sich in der zweiten Verhandlungsrunde auf die Honorare für 2015 geeinigt. Die Gesamtvergütung steigt um 800 Millionen Euro, das ist deutlich weniger als von den Ärzten gefordert, entspricht aber dem Zuwachs für 2014. Die Atmosphäre sei "konstruktiv und offen" gewesen, hieß es.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hatte nach Darstellung des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zum Auftakt der Verhandlungen 15 Prozent oder fünf Milliarden Euro mehr Honorare verlangt. Nach der ersten gut siebenstündigen Runde vor einer Woche hieß es, die Positionen lägen erwartungsgemäß noch weit auseinander. Die KBV verhandelt für rund 150.000 niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten. Die Gesetzlichen Krankenkassen hatten mit großem Unverständnis auf die Honorarforderungen reagiert.

So wird die Steigerung aufgeteilt

Den Angaben zufolge steigt der sogenannte Orientierungswert um 1,4 Prozent. Das entspreche einem Plus von 420 Millionen Euro, wie GKV-Sprecher Florian Lanz sagte. Der Orientierungswert ist die bundesweit gültige Basis für die Vergütung ärztlicher Leistungen. Er kann auf Landesebene noch durch Zuschläge erhöht werden.

Zudem stellen die Kassen weitere 132 Millionen Euro für die fachärztliche Grundversorgung und ebenso viel für die Förderung unter anderem von Hausbesuchen bereit. Hinzu kommen noch rund 120 Millionen Euro zum Ausgleich für den steigenden Behandlungsbedarf der Versicherten.

Der Einigung auf Bundesebene folgen nun weitere Verhandlungen zwischen den Kassenärztlichen Vereinigungen und den Krankenkassen auf Landesebene. Dabei werden auch regionale Besonderheiten berücksichtigt, etwa die Altersstruktur und die Häufigkeit von Erkrankungen. Erst dann steht fest, wie hoch das Honorarplus für den einzelnen Arzt tatsächlich ausfallen wird.

Die GKV-Vorsitzende Doris Pfeiffer sprach von einer "guten Lösung". Im Hinblick auf die langfristige Finanzierbarkeit der gesetzlichen Krankenversicherung sei das Ergebnis "gerade noch vertretbar". KBV-Chef Andreas Gassen betonte, es sei ein Einstieg in die von den Ärztevertretern geforderten festen Preise außerhalb der üblichen Budgets gelungen.

Die Bezahlung der Ärzte

So werden Ärzte bezahlt und so viel bekommen sie insgesamt (Quelle: dpa)So werden Ärzte bezahlt und so viel bekommen sie insgesamt (Quelle: dpa) Die Krankenkassen stellen von den eingenommenen Beiträgen einen bestimmten Geldbetrag für die Bezahlung der Ärzte zur Verfügung - die sogenannte Gesamtvergütung. Im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) ist festgelegt, wie viel eine medizinische Leistung wert ist: Den einzelnen Behandlungen werden Punktwerte zugeteilt. Zudem gibt es eine Empfehlung, wie viel Geld ein Punkt wert sein sollte. Derzeit liegt dieser sogenannte Orientierungswert bei 10,13 Cent pro Punkt.

Die Höhe des Punktwertes kann regional leicht von der Empfehlung auf Bundesebene abweichen. Das richtet sich nach verschiedenen Faktoren. So wird etwa einbezogen, wie sich die Gesundheit der Bevölkerung in der Region entwickelt und wie sich die Kosten für das Betreiben einer Praxis entwickeln.

Jeder Arzt bekommt zunächst einen Abschlag von seiner zuständigen regionalen Kassenärztlichen Vereinigung. Auf Basis seiner Abrechnung wird dann anhand der erbrachten medizinischen Leistungen, deren Punktwerten und dem Wert eines Punktes in der Region die genaue Höhe der Bezahlung ermittelt.

Einige Behandlungen sind budgetiert

Für einige Behandlungen gibt es eine Obergrenze - das ist die sogenannte Budgetierung. Ab einer gewissen Zahl bestimmter Behandlungen bekommen die Ärzte dafür weniger Geld. Davon sind etwa Vorsorgeuntersuchungen ausgeschlossen. Zum Honorar kommen noch Einnahmen aus der Behandlungen von Privatpatienten sowie Geld für sogenannte Individuelle Gesundheitsleistungen (IGEL) hinzu.

Von dem Honorar müssen die Ärzte dann etwa Praxiskosten, zum Beispiel für Personal, Miete, Energie und Versicherungen sowie medizinische Geräte, Steuern und den Beitrag für die eigene Krankenversicherung bezahlen.

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