Sie sind hier: Home > Finanzen > Versicherungen >

Krankenbehandlung im Ausland: EU-Richter stärken Patientenrechte

Krankenbehandlung im Ausland  

EU-Richter stärken Patientenrechte

09.10.2014, 13:53 Uhr | t-online.de , dpa

Krankenbehandlung im Ausland: EU-Richter stärken Patientenrechte. Die EU-Richter haben Patienten in Europa grundsätzlich das Recht auf eine Krankenbehandlung im Ausland eingeräumt (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die EU-Richter haben Patienten in Europa grundsätzlich das Recht auf eine Krankenbehandlung im Ausland eingeräumt (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Schwer erkrankte EU-Bürger haben in bestimmten Fällen das Recht auf eine Behandlung im Ausland. Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg urteilte, dass Krankenkassen die Erstattung von Kosten nicht ablehnen dürfen, wenn eine angemessene Behandlung des Patienten im Heimatland nicht rechtzeitig möglich ist (Rechtssache C-268/13). Voraussetzung sei aber, dass die Behandlung zu den Leistungen gehöre, die in den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats vorgesehen seien.

Hintergrund des Urteils ist die Klage einer Frau aus Rumänien, die rund 18.000 Euro für eine Herzoperation in Deutschland selber zahlen soll. Sie hatte die Entscheidung für den Eingriff im Ausland mit dem Fehlen von Medikamenten und grundlegendem medizinischem Material in einer Fachklinik in ihrer Heimat begründet. Demnach habe es dort nicht einmal genügend Tupfer und Verbandsmaterial gegeben.

Viele Fragen noch offen

Ob die unter einer schweren Erkrankung der Herzgefäße leidende Rumänin die Kosten wirklich von der Krankenkasse erstattet bekommt, muss nun ein Gericht in ihrer Heimat klären. Theoretisch könnten die Richter eine Verantwortung der Versicherung trotz des Luxemburger Urteils ablehnen - beispielsweise dann, wenn eine angemessene und rechtzeitige Behandlung der Frau in einem anderen rumänischen Krankenhaus möglich gewesen wäre.

Zudem beschäftigte sich der EU-Gerichtshof nicht mit der Frage, ob es in der von der Klägerin kritisierten Klinik wirklich an medizinischem Material mangelte.

Arztbesuch im EU-Ausland wurde bereits erleichtert

Die Europäischen Union hatte bereits vergangenes Jahr die Rechte der Patienten gestärkt. Die sogenannte Richtlinie zur Patientenmobilität erlaubt grundsätzlich die Entscheidung für eine Arztbehandlung im EU-Ausland. Laut der Neuerung müssen die Krankenkassen in der Regel die Kosten nach den in ihrem Land geltenden Sätzen übernehmen. In besonderen Fällen, etwa wenn ein Patient zu Hause unangemessen lange auf eine Behandlung warten muss, können auch Kosten erstattet werden, die über den heimischen Sätzen liegen.

Für stationäre Behandlungen ist allerdings eine Vorabgenehmigung der Kassen notwendig. Ein Gutschein-System für Behandlungen im Ausland scheiterte damals am Widerstand Spaniens und Großbritanniens. Dies bedeutet, dass Patienten die Behandlung erst zahlen müssen und dann eine Erstattung beantragen können. Diese muss allerdings in "angemessener Zeit" erfolgen.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOhappy-size.detchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal