Sie sind hier: Home > Finanzen > Versicherungen >

Krankenkassen machten 2015 Milliarden-Defizit

Hohe Ausgaben  

Krankenkassen machten 2015 Milliarden-Defizit

07.03.2016, 17:05 Uhr | rtr

Krankenkassen machten 2015 Milliarden-Defizit. Die Barmer GEK hat im vergangenen Jahr besonders viel Minus gemacht. (Quelle: dpa)

Die Barmer GEK hat im vergangenen Jahr besonders viel Minus gemacht. (Quelle: dpa)

Die gesetzlichen Krankenkassen haben das vergangene Jahr mit einem deutlichen Minus abgeschossen: 1,14 Milliarden Euro bleiben nach Abzug der Ausgaben offen. Der Gesundheitsminister wiegelt dennoch ab.

Minister Hermann Gröhe sprach von einer guten Finanzlage der Kassen und verwies auf Reserven der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) von rund 24,5 Milliarden Euro. Ein Sprecher des GKV-Spitzenverbands warnte jedoch, steigende Ausgaben bei Medikamenten, Krankenhausbehandlungen und Arzthonoraren blieben für die Kassen eine große Herausforderung.

Den Einnahmen von rund 212,42 Milliarden Euro standen im vergangenen Jahr Ausgaben von 213,56 Milliarden Euro gegenüber. Im Jahr 2014 hatte das Defizit rund 1,1 Milliarden Euro betragen. Eine Sprecherin des Ersatzkassenverbandes verwies darauf, dass die von Gröhe angeführten Reserven jedoch unterschiedlich zwischen den rund 120 Kassen verteilt seien. Zudem seien sie dazu verpflichtet, Rücklagen zu bilden. Zehn Milliarden Euro schlummern zudem im Gesundheitsfonds, auf den die Kassen keinen Zugriff haben, sondern nach bestimmten Kriterien ihren Anteil aus den Beiträgen und Bundeszuschüssen zugeteilt bekommen.

Das Minus ist nach Gröhes Worten vor allem darauf zurückzuführen, dass die Kassen die Zusatzbeiträge gedrosselt hätten. Dieser "Entlastungseffekt" schlage in der Bilanz mit rund 900 Millionen Euro zu Buche.

Zusatzbeträge könnten steigen

Kassenexperten sagen aufgrund des medizinischen Fortschritts, der älter werdenden Gesellschaft und einer Reihe von Reformen Steigerungen bei den Zusatzbeiträgen um 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte pro Jahr bis 2020 voraus. Schon zu Beginn dieses Jahres erhöhte sich der Zusatzbeitrag im Schnitt von 0,9 auf 1,1 Prozent. Nach Angaben des Ministeriums vom Januar waren davon rund 44 Millionen Mitglieder betroffen. Die Zusatzbeiträge müssen von den Arbeitnehmern allein getragen werden, während der allgemeine Beitragssatz in Höhe von 14,6 Prozent paritätisch von den Arbeitgebern mitfinanziert wird.

2015 stiegen die Ausgaben je Versichertem um 3,7 Prozent. Wesentlichen Anteil daran haben Arzneimittel mit einem Zuwachs um 4,6 Prozent (1,7 Mrd Euro). Besonders hervor stechen die Ausgaben für hochpreisige Medikamente zur Behandlung von Hepatitis C, für die 1,3 Milliarden Euro bezahlt wurden - 700 Millionen Euro mehr als 2014.

Das größte Minus mit 532 Millionen Euro fuhren die Ersatzkassen mit den Marktführern Techniker Krankenkasse (TK) und Barmer GEK ein. Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) machten dagegen einen Überschuss von rund neun Millionen Euro. Eine Sprecherin des Ersatzkassenverbands kritisierte, der derzeitige Finanzausgleich zwischen den Kassen verfehle sein Ziel. Er müsse gesetzlich nachgebessert werden, um wieder faire Wettbewerbsbedingungen herzustellen.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOhappy-size.detchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR;

shopping-portal