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Krankenkassenbeiträge steigen für Millionen Versicherte

Steigende Zusatzbeiträge erwartet  

Krankenkasse wird für Millionen Versicherte teurer

12.03.2016, 11:34 Uhr | rtr, dpa

Krankenkassenbeiträge steigen für Millionen Versicherte. Viele Krankenkassen erwarten für die kommenden Jahre steigende Zusatzbeiträge. (Quelle: dpa)

Viele Krankenkassen erwarten für die kommenden Jahre steigende Zusatzbeiträge. (Quelle: dpa)

Millionen gesetzlich Versicherte müssen sich auch künftig offenbar auf steigende Zusatzbeiträge einstellen. Das sagte Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen (GKV), der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Der Steuerzahlerbund fordert deshalb die Kürzung von Reserven im Gesundheitsfonds.

Zu Jahresbeginn 2016 habe es einen durchschnittlichen Anstieg um 0,2 Prozentpunkte gegeben und der Zuwachs dürfte sich in den Folgejahren in einer ähnlichen Größenordnung bewegen, erklärte sie, "Daher rechnen wir damit, dass wir bei vorsichtiger Schätzung in 2019 bei 1,8 Prozent sein werden."

Gesellschaft wird älter

Experten sagen aufgrund des medizinischen Fortschritts, der älter werdenden Gesellschaft und einer Reihe von Reformen Steigerungen bei den Zusatzbeiträgen von 0,2 bis 0,3 Punkten pro Jahr bis 2020 voraus.

Zu Beginn dieses Jahres erhöhte sich der Zusatzbeitrag im Schnitt von 0,9 auf 1,1 Prozent. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums waren davon rund 44 Millionen Versicherte betroffen. Die Zusatzbeiträge müssen von den Arbeitnehmern allein getragen werden, während der allgemeine Beitragssatz in Höhe von 14,6 Prozent hälftig von den Arbeitgebern mitfinanziert wird.

Reform bei Arzneimittelpreise gefordert

Pfeiffer forderte zudem eine Gesetzesänderung bei der Festlegung der Arzneimittelpreise. Derzeit könne ein Pharmaunternehmen bei einem neuen Produkt den Preis im ersten Jahr beliebig festlegen. Dann erst gelte der mit dem Hersteller zwischenzeitlich ausgehandelte Preis.

"Er sollte auch rückwirkend gelten, um Fantasiepreise im ersten Jahr zu verhindern", sagte sie. Zudem müsse es einen Strukturwandel bei der Krankenhauslandschaft geben. Gerade in Ballungsregionen gebe es zu viele Kliniken. Überkapazitäten müssten abgebaut werden.

Krankenkassen mit Defizit

Trotz guter Konjunktur haben die gesetzlichen Krankenkassen im vergangenen Jahr ein Defizit von insgesamt 1,14 Milliarden Euro eingefahren. Die Reserve der Krankenversicherung schrumpfte zum Jahresende auf rund 24,5 Milliarden Euro. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium mit. 

Gesundheitsfonds schwimmt im Geld

Der Bund der Steuerzahler hat eine weitegehende Auflösung der Rücklagen des Gesundheitsfonds gefordert, um höhere Beiträge zur Krankenkasse zu verhindern. Im Gesundheitsfonds gebe es eine Reserve von zehn Milliarden Euro, obwohl vier Milliarden ausreichen würden, sagte der Präsident des gemeinnützigen Vereins, Reiner Holznagel, der "Bild".

Die Differenz von sechs Milliarden Euro könne an die gesetzlichen Krankenkassen ausgeschüttet werden, die damit genügend Mittel hätten, um zumindest Beitragserhöhungen zu vermeiden. Auch die Kassen selbst verfügten über Rücklagen von 14,5 Milliarden Euro. Damit sei genug Geld vorhanden, um die Beiträge stabil zu halten.

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