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Bald nur noch 77 gesetzliche Krankenkassen in Deutschland?

BDO-Studie  

Bald nur noch 77 Krankenkassen in Deutschland?

07.05.2016, 14:40 Uhr | dpa, t-online.de

Bald nur noch 77 gesetzliche Krankenkassen in Deutschland?. Gesetzlich Krankenversicherte müssen sich auf Änderungen einstellen: weniger Anbieter, weniger Leistungen, höhere Beiträge. (Quelle: dpa/Symbolbild)

Gesetzlich Krankenversicherte müssen sich auf Änderungen einstellen: weniger Anbieter, weniger Leistungen, höhere Beiträge. (Quelle: Symbolbild/dpa)

Die Zahl der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland wird in den nächsten Jahren weiter zurückgehen. Das ergibt sich aus der noch unveröffentlichten Krankenkassenstudie 2015 der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO, die der dpa vorliegt.

Mittel- bis langfristig verringert sich deren Zahl demnach um 20 bis 35 Prozent. Ausgehend von der derzeitigen Basis von 118 Anbietern blieben im Extremfall nur noch 77 Kassen übrig. Im Jahr 2000 gab es noch mehr als 400, 2014 nur noch rund 130.

Doch nicht nur die Zahl der Krankenkassen reduziert sich laut der Studie: Um der Kostensteigerung etwa durch die eingeleiteten Reformen und der demografischen Entwicklung zu begegnen, halten Experten spätestens in zehn bis 20 Jahren Einschnitte in den gesetzlichen Leistungskatalog der Kassen für unumgänglich.

Die Experten empfehlen eine Konzentration von Leistungen. So solle nicht mehr alles in der Fläche oder auf dem Land angeboten werden.

Digitalisierung und die Anwendung der Telemedizin werden als große Chancen angesehen, die Gesundheitsversorgung auch im ländlichen Raum sicherzustellen, sagte BDO-Vorstandsmitglied Parwäz Rafiqpoor.

Zusatzbeitrag kann sich verdoppeln

Und noch eine schlechte Nachricht beinhaltet die Studie: Weil die Kosten weiter steigen und die Gesellschaft altert, wird sich bereits in den kommenden drei Jahren der von den Versicherten allein zu tragende Zusatzbeitrag gegenüber 2015 verdoppeln. Vergangenes Jahr lag dieser bei durchschnittlich 0,9 Prozent, 2016 wird er im Durchschnitt am Ende 1,1 Prozent betragen - so die Prognosen.

Der aktuell gültige Basisbeitragssatz von 14,6 Prozent, den Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte tragen, könnte nach Meinung der Experten ebenfalls angehoben werden. Die Kostensteigerung träfe dann also auch die Arbeitgeber. Vor der Bundestagswahl 2017 scheine dies allerdings unwahrscheinlich.

Die BDO-Krankenkassenstudie 2015 beruht auf Befragungen von Vertretern der gesetzlichen und privaten Krankenkassen, der Kassenärztlichen Vereinigungen sowie Experten aus Gesundheitspolitik und Sozial- und Wirtschaftswissenschaften.

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