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Betrug in Apotheken: "Luftrezepte" im Millionenwert abgerechnet

Staatsanwaltschaften ermitteln  

Apotheker rechnen "Luftrezepte" im Millionenwert ab

08.05.2016, 13:21 Uhr | dpa, t-online.de

Betrug in Apotheken: "Luftrezepte" im Millionenwert abgerechnet. Apotheker betrügen Krankenkassen in mehreren Bundesländern mithilfe von Patienten und Ärzten. (Quelle: imago/Westend61)

Apotheker betrügen Krankenkassen in mehreren Bundesländern mithilfe von Patienten und Ärzten. (Quelle: imago/Westend61)

Die deutschen Sozialkassen sind offensichtlich ein beliebtes Ziel von Betrügern. Nach den krummen Geschäften bei Pflegediensten rücken nun die Apotheken ins Blickfeld. Nach Informationen der "Welt am Sonntag" (WamS) ermitteln Staatsanwaltschaften in mehreren Bundesländern in millionenschweren Betrugsverfahren gegen Apotheker.

Es gehe dabei um "Luftrezepte", schreibt die Zeitung. Die Apotheker rechneten Tausende von Verschreibungen mit den Gesetzlichen Krankenkassen ab, obwohl die verschriebenen Medikamente nie über ihre Ladentheken gingen. Sie machten dabei gemeinsame Sache mit Ärzten oder Patienten.

Insgesamt deckten die Krankenkassen zuletzt mutmaßliche Betrügereien von Apothekern in Höhe von 16 Millionen Euro auf, heißt es in dem Bericht, bei jährlichen Arzneimittelausgaben von rund 35 Milliarden Euro.

Apothekerverbände sprechen von Einzelfällen

Der Deutsche Apothekerverband und die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände erklärten auf Anfrage der Zeitung, angesichts der Menge von 700 Millionen verschreibungspflichtigen Medikamenten pro Jahr sei Betrug in Einzelfällen nicht auszuschließen. Beweise, dass es sich um eine weit verbreitete Masche handele, lägen nicht vor.

"'Luftrezepte' sind Betrug an den Beitragszahlern. Und, was fast noch schlimmer ist, sie untergraben das Vertrauen der Patienten in die Ärzteschaft und die Apotheker", sagte der Sprecher des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Florian Lanz. "Wir brauchen in Deutschland mehr Schwerpunktstaatsanwaltschaften, damit Betrug und Korruption im Gesundheitswesen besser bekämpft werden können."

66 Fälle allein in Hessen

Bei der Generalstaatsanwaltschaft in Hessen gibt es seit 2009 eine solche "Zentralstelle zur Bekämpfung von Vermögensstraftaten und Korruption im Gesundheitswesen". Ihr Leiter Alexander Badle sagte der "WamS", seither habe diese 66 Ermittlungsverfahren gegen Apotheker und deren Kunden geführt.

Die Schadenssummen, die gesetzlichen Krankenkassen durch betrügerische Apotheker entstünden, seien teilweise deutlich höher als bei jeder anderen Berufsgruppe im Gesundheitswesen, heißt es in dem Bericht weiter. Die Kaufmännische Krankenkasse KKH etwa habe 2015 fast doppelt so viel ergaunertes Geld von Apothekern zurückgefordert wie von der nächsten Berufsgruppe, den Pflegediensten: Konkret eine knappe halbe Million Euro.

Wie die Zeitung weiter schreibt, halten Experten das Entdeckungsrisiko für sehr gering. Es gebe nur wenige Mitwisser, und wenn diese zusammenhalten und niemanden verpfeifen, fliege kaum etwas auf, sagte der Bremer Gesundheitsökonom Gerd Glaeske.

Hoher Schaden

Die Organisation Transparency Deutschland schätzt den Schaden durch Betrug und Korruption mit Arzneimitteln im Gesundheitswesen insgesamt laut "WamS" auf 680 Millionen bis 2,7 Milliarden Euro pro Jahr. Das wären zwei bis acht Prozent der Gesamtausgaben für Medikamente.

Erst Mitte April war bekannt geworden, dass deutschen Sozialkassen durch Abrechnungsbetrug russischer Pflegedienste erheblicher Schaden entstanden ist.

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